Thomas Sender        
Fotodesigner

Mein Hobby High End


Bei Dingen, die mir sehr wichtig sind, treibe ich es im Rahmen meiner Möglichkeiten gerne auf die Spitze. Bei mir sind es hauptsächlich zwei Sachen, Musik (hören) und Fotografie. Das Filmen rechne ich mit zur Fotografie, da die grundlegenden Dinge dieselben sind. Film ist ja nichts anderes als viele Bilder aneinandergereiht und ein vor Freude sprühendes Kindergesicht bei einer Aufführung geht mir als Bild genauso zu Herzen wie bei einem Eventfilm. Beides hat seinen eigenen Charme und ergänzt sich wunderbar, z.B. bei einer Hochzeit.

Andere Hobbys kamen und gingen, waren aber nie so wichtig, dass ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen konnte. Die Fotografie entwickelte sich schon früh zu einer Art Sucht und ab meinem ersten guten Fotoapparat bin ich in meiner Freizeit selten ohne aus dem Haus gegangen. Aber hier soll es ja um die Musik gehen.

Die Anfänge 1960er bis 1990er Jahre - Universum, Bühler, ITT, Sony und Focal

Musik hören begleitet mich seit meiner Geburt. Als jüngstes von fünf Kindern und schon drei Geschwistern im Teenie Alter lief unsere Grundig Musiktruhe einen großen Teil des Tages und spielte die typische Musik der 1960er Jahre. Die Musiktruhe hatte natürlich auch einen Plattenspieler und meine Geschwister investierten ihr Taschengeld gerne in neue Schallplatten. Besonders geprägt hat mich die zweite Phase der Beatles, die ich auch heute noch gerne höre.

Es sammelten sich im Laufe der Jahre viele LPs und Singles an und meine jüngste Schwester (3,5 Jahre älter) hat sich zur Konfirmation einen "guten" Plattenspieler von Dual gewünscht. Darauf durften die alten Platten natürlich nicht mehr abgespielt werden und so erbte ich im Alter von 10 Jahren ca. 60 LPs und jede Menge Singles, die ich dann nach Belieben über die Musiktruhe weiter gehört habe. Es war ja hauptsächlich Musik aus den 1960er Jahren und so recht konnte ich mich in der Schule nie mit den aktuellen Hits anfreunden.

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Universum
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Universum Dynamic´s System HiFi 2500, mein erster Verstärker. Die vielen Knöpfe haben mich aus dem Quelle-Katalog angelacht. Die Anschlüsse sind noch DIN, zweimal Phono, zweimal Tonband und CD gab´s noch nicht.

Mit 16 habe ich dann meine erste "bessere" Anlage zusammengestellt. Plattenspieler und Verstärker von Universum sowie Selbstbaulautsprecher von Bühler. Dann konnte ich mir die ersten "guten" Lautsprecher von Pioneer (gebrauchte HPM-70) leisten und 1984 den ersten CD-Spieler von ITT - damit war ich schon ziemlich gut aufgestellt und im Freundeskreis der erste mit CD-Spieler.

Schon damals ein Auslaufmodell und für 700,- DM begann mein Einstieg in das digitale Zeitalter. Der Zahn der Zeit hat deutlich am ITT HiFi 9015 genagt und  ich hatte ihn Ende der 1990er Jahre außer Dienst gestellt.

Nun begann ich, mich öfters einfach mal so vor die Anlage zu setzten und konzentriert Musik zu hören - nicht nur nebenbei. Ein paar Jahre später investierte ich in einen Verstärker von Sony (TA-707 ES) und Focal (Onyx) Lautsprecher. Durch meinen zweiten Bildungsweg konnte ich mir dann aber viele Jahre nichts Neues leisten, nur fleißig CDs kaufen soweit die Mittel reichten. In meiner Zeit in Berlin kurz nach der Wiedervereinigung entwickelte sich Musik hören als mein liebstes Hobby und viele günstige CD-Läden und Flohmärkte ermöglichten mir auch mit wenig Geld immer am Ball zu bleiben. Zudem hatte ich viel Glück mit meiner 2er-Wohngemeinschaft, meine Vermieterin war oft nicht zu Hause und das Haus hatte sehr dicke Wände. Laut hören war kein Problem und es klang für meine Ohren schon ziemlich gut.

Nach der Ausbildung in Berlin (Techniker) war ich wieder in Lohn und Brot und nach einigen Jahren ging es finanziell bergauf. Mein Schlüsselerlebnis in Bezug auf High End hatte ich im Verlauf der 1990er Jahre. Meine Frau erhielt Besuch einer ehemaligen Arbeitskollegin und ihr Freund sah meine Anlage, wollte mal hören und sagte, da könne man klanglich bestimmt mehr rausholen. Er beschäftigte sich schon eine ganze Zeit mit hochwertigem Hi-Fi und zum Glück währte der Besuch ein paar Tage, da beide aus Stuttgart angereist waren. Am nächsten Tag haben wir dann mit dem Segen meiner Freundin (und heutigen Frau) das Wohnzimmer komplett umgestellt, um ideale Bedingungen für die Stereoanlage zu schaffen. In diesem Zuge konnten auch die Kabellängen für die Lautsprecher deutlich reduziert werden und die Anlage war klanglich nicht wieder zu erkennen. Ich investierte erstmals Geld in bessere Verkabelung (MIT) und jeder Schritt war gut zu hören.

Lautsprecher Hales Revelation 3

Dann meinte ich, neue Lautsprecher haben zu müssen und bin wochenlang durch die Hi-Fi-Läden gezogen bis ich meine damaligen Traumlautsprecher, Hales Revelation 3, gefunden habe. Ich konnte ungestört in der Hi-Fi-Meile Hannover eine Stunde mit meinen Lieblings-CDs Musik hören und war völlig von den Socken - so einen Klang hatte ich bis dato noch nicht gehört und nun hatte mich der Highend-Virus endgültig befallen.

Hier ein Bild aus 2007, kurz vor dem Umstellung auf PC-Audio.

Zum Glück lief es auf meiner Arbeit damals sehr gut und so standen die Hales R3 einige Monate später bei uns zuhause, die Focal Onyx hat ein Freund gekauft. Nur klang es nicht wirklich besser und ich musste schmerzhaft erkennen, dass Lautsprecher nur das wiedergeben können, was vorne hineinkommt. Die Raumakustik mal außen vor. In der Hi-Fi-Meile liefen die Hales über eine sündhaft teure Kette von Mark Levinson mit Verkabelung zum Preis eines Kleinwagens bei bester Raumakustik und Stromaufbereitung (Trenntrafos). Zu dieser Zeit, späte 1990er Jahre, klangen CD-Spieler meist noch sehr steril und kalt, weshalb „echte“ Highender lange der Schalplatte treu geblieben sind bzw. immer noch sind. Mark Levinson war zu dieser Zeit einer der wenigen Hersteller, die CD-Spieler nahe an der Klangqualität hochwertiger Plattenspieler baute.

CD-Spieler Sony CDP-50ES und Verstärker Symphonic Line RG10

Meine nächste Investition war nun ein hochwertiger CD-Spieler von Sony (CDP-50 ES), der im Laufe der nächsten Jahre immer weiter von Haegermann Audiolabs getunt wurde und am Ende ziemlich genial klang. Ein Umzug eröffnete neue Möglichkeiten in Bezug auf Raumakustik, da ich nun eine eigenes Musikzimmer im Keller hatte. So richtig gut wurde es in Bezug auf die Raumakustik nachdem ich mehrere Stunden bei Phonosophie in Hamburg war und Herr Hansen mir eine Skizze gemacht hat, wie er die Anlage aufstellen würde. Eigentlich hatte ich mich für einen Verstärker interessiert, es sind dann aber nur neue NF-Kabel geworden. In der Hi-Fi-Meile kaufte ich eine gebrauchte Mark Levinson Endstufe (ML 27). Nach einigen Monaten mit diesem Verstärker von Mark Levinson, der mich nie so recht begeistern konnte, schloss ich versuchsweise mal wieder meinen Sony an und musste feststellen, dass dieser klanglich schon sehr dicht rankommt. Nun war der ML nur über die regelbare Ausgangsstufe des Sony CDP-50 angeschlossen, mit einer Vorstufe von ML wäre das Ganze mit Sicherheit deutlich besser geworden. Nun denn, ich habe den ML verkauft und nach vielen Hörsitzungen in diversen Hi-Fi-Läden einen RG 10 MK III von Symphonic Line gekauft. Das war nun eine andere Nummer und meine Kette machte einen großen klanglichen Sprung.

Jürgen Hensler Kabel JH88 - Der ewige Geheimtipp

Das nächste auf meinem Plan waren bessere Kabel, ich hörte immer noch mit der Kombi NF von Phonosophie und LS von MIT. Dann fuhr ich in die Hi-Fi-Meile und als guter Kunde bekam ich vier Sätze hochwertiger (eingespielter) Verbinder NF + LS mit. Die große MIT-Kombi hätte damals 11.000 DM kosten sollen! Aber so richtig viel besser klang keiner der Kabelsätze und innerlich schob ich sehr teure Kabel in die Voodoo Ecke. Es ließ mir aber keine Ruhe und in einer STEREO (Magazin) stieß ich auf Kabel von Jürgen Hensler (JH88) und so nahm ich mit Jürgen Kontakt auf und konnte seine geschickten Kabel mit den von der Hi-Fi-Meile vergleichen. Selbst der oben besagte Satz von MIT hatte gegen die JH88 klanglich so was von keiner Chance und ich brachte die Kabel zurück und bestellte mir JH88 (NF + LS). Auch teuer aber in Bezug auf die Performance unglaublich günstig. Ab diesem Zeitpunkt würde ich meine Kette als High End bezeichnen und ich hatte das Jahre vorher in der Hi-Fi-Meile gehörte Niveau mit meinen Hales erreicht. Auf diversen Hi-Fi-Messen konnte ich jedenfalls keine Anlage mehr hören, die an meinen Klang zu Hause rankam. Gut, unter Messebedingungen. Bei mir zu Hause hätten sicher einige der Ketten schon noch mal deutlich besser gespielt und meine Kette sicherlich auch übertroffen.

Suchen Sie im Internet mal nach: "Audiaz Saria - oder ein Hörerlebnis der besonderen Art von W. Kistemann" Dort werden die JH88 Lautsprecherkabel im Vergleich zu den Audiaz Reinsilberkabeln beschrieben:

"Bei den Lautsprecherkabeln erzielten die (leider) sehr steifen hauseigenen Audiaz
Reinsilber- Flachbandkabel einen kleinen Pluspunkt gegenüber Jürgen Hensler’s (ebenfalls)
fantastischen JH 88. Mit den Flachbandkabeln war das Klangbild jedoch noch etwas
gerundeter, natürlicher. An den Eidolon’s hat sich der Vorteil dieser Reinsilberkabel jedoch
nicht eindeutig bestätigt."

Ich war ziemlich zufrieden und hörte über Jahre mit dieser Kette. Ein Update meines Verstärkers von Rolf Gemein brachte nochmals einen deutlichen Schub und 2005 kauften wir unser Haus, auch nach klanglichen Gesichtspunkten. Das Wohnzimmer hatte eine sehr gute Raumakustik, jedoch zwei Ebenen und so hatte ich nur wenig Platz für die Lautsprecher in Bezug auf den Hörabstand. Es klang abermals besser als im vorherigen Haus aber eigentlich waren die Hales zu groß und bei wandnaher Aufstellung schon sehr Bass lastig. Ich tüftelte lange an der Aufstellung der Lautsprecher und bekam die Hales ganz gut in den Griff.

Auf der World of Hifi 2007 hörte ich mir mit einem Freund zusammen viele Ketten an, aber begeistern konnte mich nur eine unbezahlbare Kette von MBL (Radialstrahler) und eine kleine günstige Kette mit Lautsprechern von Martion namens Bullfrog. Obwohl wir im völlig überfüllten Raum nur noch am Rand ganz hinten standen, klang es wie ein Livekonzert. Holger Barske führte an Röhrenelektronik und Schallplatte vor und Johnny Cash saß plötzlich da vorne und gab "One" zum Besten. Ich ging dann zu Herrn Martion und wir sprachen eine Weile. Eigentlich wollte ich nochmal Geld in einen neuen CD-Spieler stecken aber Herr Martion riet mir, mich mit Hi-Fi über Computer zu beschäftigen. Das tat ich und zu dieser Zeit hatte ich aufgrund eines Leserberichtes von mir (Thema Raumakustik) Kontakt zum neu gegründeten Onlinemagazin fairaudio, die mir einen Test anboten.

Musik über PC mit Aqvox DAC und MyDDC über JRiver Software

Ich testete für fairaudio einen der ersten USB-Wandler, den PS Audio Digital Link DL III und tatsächlich kam er klanglich an meinen CD-Spieler von Sony ran. Nach einigen Vergleichen verschiedener DACs entschied ich mich für einen DAC von Aqvox mit dem ich lange hörte und der CD-Spieler wurde verkauft. Dann las ich über die Audiosoftware JRiver mit der mein Computer-Hi-Fi nochmals einen Sprung machte und ein erstes besseres USB-Kabel von Wireworld brachte weitere deutliche Vorteile in Sachen Klang. Noch einmal deutlich besser wurde es mit dem MyDDC (SE) von Aqvox, der ein Reclocking durchführt und das Signal an den DAC über Koax weiter reicht. Das klappt deshalb so gut, weil der MyDDC mittels spezieller Treiber (ASIO) über die Software Musiland in JRiver eingebunden wird und ein sehr reines Signal generiert. Der Wandler bekommt somit ein exakt getaktetes Signal, nahezu jitterfrei. Am Aqvox war es schon deutlich zu hören und auch den iDSD Micro von iFi habe ich so betrieben, da es deutlich besser als über USB direkt klang.

Kopfhörer Audezé LCD-2

2012 lieh ich mir einen hochwertigen Kopfhörer von Audezé, den LCD-2. Ein Freund von mir brachte den HD800 von Sennheiser mit und wir verglichen stundenlang, der Audezé war besser und so kaufte ich diesen tollen Kopfhörer. Nun hörte ich fast nur noch über Kopfhörer und meine Lautsprecher kamen mir nun zu unausgewogen vor, sicherlich auch aufgrund des geringen Wand- und Hörabstandes. Ein Mehrwegesystem, wo die Lautsprecher nicht in einem zentralen Punkt sitzen, braucht immer ein wenig mehr Abstand, damit alle Töne aus den verschiedenen Lautsprechern zeitgleich an den Ohren ankommen. Das menschliche Gehör nimmt Unregelmäßigkeiten in der Zeitrichtigkeit sehr schnell negativ war.

Lautsprecher Martion Bullfrog

Da mir die Bullfrog nie aus dem Kopf gingen, vereinbarte ich einen Termin mit Herrn Martion. Die Bullfrog stellen als Koaxialsystem eine Punktschallquelle (zeitrichtige Wiedergabe) dar und gelten als sehr aufstellungsunkritisch. Der Termin lag noch ein paar Monate in der Zukunft, so schaute ich parallel nach gebrauchten Bullfrogs und wurde nach einiger Zeit fündig. Ich fuhr hin und sie klangen an einer wirklich nicht sehr hochwertigen Kette schon ganz nett. Ich wagte es und nahm sie mit. Nach einigen Stunden des korrekten Ausrichtens und Aufwärmen klangen sie einfach umwerfend und so einen Klang hatte ich bei uns zuhause nicht für möglich gehalten. Ich verglich in der ersten Zeit immer mal wieder mit dem LCD-2, beide waren tonal identisch, nur brachten die Lautsprecher viel mehr Räumlichkeit rüber. Irgendwann hörte ich kaum noch mit Kopfhörer, 2015 verkaufte ich diesen wieder und steckte über die Jahre immer wieder sehr dosiert Geld in meine Kette. Ein abermals besseres USB-Kabel, ein besseres Koax-Kabel, ein neuer DAC, zwei weitere Updates meines RG10 von Symphonic Line. Jeder Schritt war signifikant zu hören.

Den Termin mit Herrn Martion habe ich dann doch noch wahrgenommen und seinerzeit (2012) einen Leserbericht auf fairaudio darüber geschrieben. Bei Probehören in Berlin lernte ich den äußerst sympathischen Herrn Martion kennen, war später nochmal zwei Tage bei ihm und 2017 traf ich ihn auf einer Hausmesse in Lemgo bei Klangmeister. Nach der Vorführung ergab sich die Gelegenheit, mit ihm und Joachim Gerhard (ein weiterer "Boxen-Guru") noch ein Stündchen zu plauschen. Sehr nett!

Audio-Optimum NOS-DAC (1)

Ende 2018 las ich in einer meiner Online-HiFi-Zeitungen einen Bericht über einen "Non Oversampling Digital-Analog-Wandler" von Audio-Optimum, den NOS-DAC 2. Über diese Art von Wandlern las ich schon einige Jahre immer mal wieder und hatte mir schon ein gedankliches Häkchen im Kopf gemacht: Wenn ich mal im Lotto gewinne, höre ich mir so einen DAC mal an. Nun, die Firma Audio-Optimum sitzt in Recklinghausen und ihr Hauptgeschäft ist der Bau von aktiven Studiomonitoren. Der Entwickler Stefan Wehmeier war mit dem Klang üblicher Wandler nicht zufrieden und hat einen eigenen DAC auf Basis des Wandler-Chips Philips TDA1543 entwickelt, den NOS-DAC. Dieser Chip kommt auch in anderen hochgelobten Wandlern zum Einsatz, als Beispiel sei hier der CAD DAC 1543 von Computer Audio Design genannt.

Der NOS-DAC 2 aus dem Test verfügt über mehrere Eingänge, einen Kopfhöreranschluss und Vorverstärker, um die eigenen Lautsprecher exzellent anzutreiben. Zwischen PC und DAC wird zudem eine Schnittstelle benötigt, damit der Wandler ein möglichst jitterfreies Signal angeliefert bekommt. Das hatte ich ja bereits und so schien der NOS-DAC (1) ohne Vorverstärker und Kopfhörerbuchse ideal für einen Test in meiner Kette zu sein. Ich nahm Kontakt mit der Firma CM-Audio auf, welche die Produkte von Audio-Optimum vertreiben und unverbindliche Tests anbieten. Großes Lob an CM-Audio, besser geht es nicht und nach kurzem Abstimmen war das Testpaket zuhause. Erst mal Funktionstest - iFi ab und NOS-DAC ran = läuft. Ein kurzer Höreindruck des bei deutlichen Minusgraden angelieferten DACs war zwar noch keine Offenbarung aber es klang schon anders als der ifi. Also erst mal zwei Stunden mit Einspielsignalen befeuern und dann nochmal hören. Oh, eine neue Welt tut sich auf! Nach einigen Stunden intensiven Hörens war mir klar, dass dieser kleine, schwere Kerl bleiben muss - ein zurück auf den iDSD Micro kann es nun nicht mehr geben.


Am nächsten Tag hatte ich abends Gelegenheit noch ein Stündchen zu hören und der Klang ist noch besser geworden. Ich rechne bei bereits eingespielten Komponenten oder Kabeln immer mit drei Tagen, bis sie komplett "angekommen" sind, bei neuen Geräten/Kabeln dauert es oft sehr lange, bis das endgültige Niveau erreicht ist. Für das kommende Wochenende konnte ich einen langen Musikabend einplanen, da meine Frau "Mädels Abend" hatte. Bis dahin ließ ich den DAC einfach an und am Samstag bereits ab morgens zusammen mit den anderen Komponenten warmlaufen. Ich stelle eh nur die Endstufe ab, die Vorstufe bleibt immer an.

Was ist ein NOS-DAC? Dieser DAC kommt ohne das übliche Oversampling aus und vermeidet die dadurch entstehenden Probleme was zu einem natürlicheren Klang vergleichbar mit der Schallplatte führen soll, so die Verfechter dieses Prinzips. Warum und wie das Hochtakten der Signale entstanden ist, kann sehr detailliert auf der Homepage von Audio-Optimum nachgelesen werden. Suchen Sie bei Interesse auch nach der Abhandlung "Digital/Analog-Konverter Techniken" von Alexej C. Ogorek von DAS, er erklärt die verschiedenen Wandlertypen auch für technisch nicht so Interessierte sehr verständlich. Ich zitiere Alexej C. Ogorek über NOS-Wandler:

"Im Endergebnis ergibt sich ein Wandlerkonzept, das mit minimalen Bauteileaufwand, kürzesten Signalwegen und geringst-nötiger Signalbeeinflussung eine anerkannter maßen besonders realistisches, räumliches und natürliches Klangbild liefert, das analogen Maßstäben näher kommt als die meisten anderen Wandler-Konzepte – zumindest bei vergleichbaren Aufwand. Audiophile Firmen, wie u.a. 47Labs, Zanden, Audio Note, AMR und Metrum Acoustics setzen auf das NOS-Prinzip bei Digital/Analog-Wandlern."

Die Entscheidung ist eigentlich schon am ersten Abend gefallen aber nun nach drei Tagen sollte der NOS-DAC seine Feuertaufe bestehen. Der ifi iDSD Micro war über SPDIF jitterarm angesteuert und mit externem Netzteil sowie top Verkabelung schon wirklich gut aber erst der NOS-DAC von Audio-Optimum zeigt, was aus einem profanen Büro-PC ohne jegliche Umbauten möglich ist. Na ja, der PC ist zwar original aber alleine die Strecke vom PC zum DAC kostet (zusammen mit dem Jitterbug) fast genau einen Tausender.

Als erstes möchte ich nochmal auf den Kettengedanken eingehen. Eine Stereoanlage kann nur so gut klingen, wie das schwächste der Kette Glied es zulässt. Auch wenn ich im Moment keine schwachen Glieder in meiner Kette sehe, so wird es mit Sicherheit "Glieder" geben, die noch kräftiger möglich sind. Damit will ich deutlich machen, dass der NOS-DAC im Moment nur das zeigt, was unter den jetzigen Bedingungen möglich ist.

Wenn ich im Lotto gewonnen hätte (ich spiele tatsächlich seit vielen Jahren zwei Kästchen mittwochs und samstags) und mir für 9000,- € den CAD DAC 1543 gekauft hätte, wäre ich bei dieser Performance alles andere als enttäuscht gewesen und hätte die 9000,- € als vorzügliche Investition gesehen. In Foren habe ich Hinweise gefunden, dass der NOS-DAC dem CAD DAC 1543 klanglich sogar überlegen sein soll.

Was als Erstes beim Klang auffällt, sind die deutlich höheren Unterschiede zwischen den Aufnahmen. Manche Aufnahmen klingen ähnlich wie ich sie kenne, jedoch keinesfalls schlechter. Bei den meisten Aufnahmen sind signifikante Unterschiede zu hören. Ich habe einfach mal meine Favoritenliste in zufälliger Reihenfolge laufen lassen, alle Aufnahmen kenne ich sehr gut und höre diese Lieder tlw. seit Kind an. Ich habe bewusst erst mal keine "Referenzaufnahmen" gespielt um ihn mir "schön" zu hören, sondern einfach querbeet. Je nach Aufnahme nochmals gesteigerte Räumlichkeit bei noch schärferer Lokalisation. Viele kleine Versatzstücke in den einzelnen Liedern habe ich vorher in der Form noch nicht wahrgenommen und die Musik füllt mit spielerischer Leichtigkeit den Raum aus. Als nächstes habe ich Lieder gewählt, die ich mir vorher aus klanglichen Gründen nur sehr selten angehört habe und teilweise echte (positive) Überraschungen erlebt. Referenzaufnahmen sind dann ein Traum und fast unmerklich stelle ich das Atmen ein, um ja keine winzige Nuance zu verpassen.

Nun schönt der NOS-DAC aber in keiner Weise und natürlich kann er aus einer miesen Aufnahme keine Referenzaufnahme machen. Er soll eigentlich gar nichts mit der Aufnahme machen, sondern sie möglich unverfälscht wiedergeben. Das macht er und es führt auch bei schlechteren Aufnahmen zu deutlich weniger Stress, der sich ab gewissen Lautstärken gerne mal einstellt und ich höre gerne laut. Dieser Stress entsteht, so vermute ich jedenfalls, wenn Klänge durch unnatürliche Veränderung nicht mehr der Wirklichkeit entsprechen. Haben Sie schon ein Livekonzert (ohne Verstärker) sehr dicht bei den Musikern gehört und der Trompeter bläst Ihnen fast das Trommelfell weg? Oder einem Saxophonspieler in der Fußgängerzone? Einen Geiger in der Bahnhofshalle? Auch wenn man sehr dicht steht und es ziemlich laut ist, nervt der Klang nicht. Ganz anders schon bei Livekonzerten typischer Bands mit Verstärkern und Lautsprechertürmen, bei einigen Konzerten wollte ich nur noch schreiend rausrennen und habe mich lieber ganz nach hinten gestellt. Gerade bei kleinen Konzerten in Kneipen sind die Verstärker oft überlastet und nach einer gewissen Zeit wird der Klang unerträglich. Ich denke, unsere Wahrnehmung reagiert schnell mit Stress, wenn Klänge nicht natürlich wiedergegeben werden. Hier punktet der NOS-DAC und bringt ihn vermutlich dem Klang einer vorzüglichen Analogwiedergabe über Plattenspieler so dicht wie es nur ganz wenige Wandler schaffen. Mangels Vergleichsmöglichkeit kann ich natürlich keine Aussage treffen aber es würde mich nicht wundern, wenn die "CD" mit diesem DAC die Platte klanglich überholt hat. Das versprach man uns doch schon 1982. Ach so, habe ich schon erwähnt, dass er nur bis CD-Auflösung wandeln kann. Warum stört mich das überhaupt nicht?

Dazu eine kleine Anekdote: Meine einzige hochauflösende Aufnahme ist das Debütalbum von The Velevet Underground. Leider konnte ich sie in JRiver nicht auf CD-Format wandeln, nur MP3 und die anderen möglichen Formate mochte der NOS-DAC nicht. Also habe ich davon in JRiver eine CD gebrannt und diese dann wieder eingelesen. Ich kenne die Platte sehr gut aber habe sie in dieser Klangpracht noch nicht erlebt. Noch Fragen?

Ich habe Samstag einen echten Hörmarathon hingelegt und ein schwer zu beschreibendes Wechselbade an Gefühlen durchlebt. Diese Steigerung hätte ich an meiner doch eigentlich perfekten Kette nicht für möglich gehalten. Gratulation nach Recklinghausen! Und vielen Dank an CM-Audio für die Testmöglichkeit und die problemlose Kaufabwicklung - ich konnte ihn unmöglich wieder zurückschicken.

Nach einiger Zeit habe ich dann meine vorhandenden und auch das zum DAC zugehörige SPDIF-Kabel gegen das im Einsatz befindliche Oyaide getestet. Das Audio-Optimum war natürlich nicht eingespielt aber meist erkennt man bei frischen Kabeln zumindest das Potential - auch wenn sie noch eher harsch klingen. Die anderen beiden 75 Ohm KOAX-Kabel waren von Aqvox und Hensler. Jede Strippe fiel mehr oder weniger deutlich ab und so bleibt das Oyaide in der Kette. Es zeigt aber, dass im Bereich der Kabel bestimmt noch Klang zu holen ist. Fragt sich nur, zu welchem Preis?

Mein Verstärker stand bis vor dem letzten Update auf Füßen von Ceraball von Finite Elemente. Nach dem Update und wochenlangen Einspielen auf eigenen Füßen habe ich ihn dann wieder auf die Ceraballs gestellt und keine Unterschiede feststellen können. Auch der NOS-DAC förderte keinerlei Unterschiede zu Tage und nun darf er nun nach vielen Jahren wieder "auf eigenen Beinen" stehen. Mehr so aus eine Laune heraus stellte ich den NOS-DAC mal auf die Ceraballs, was schon sehr merkwürdig aussieht und ziemlich wackelig ist. Es sind keine Welten aber nach einigem hin- und hervergleichen durchaus gut hörbar. Er zeichnet noch etwas akkurater und sauberer mit einem Tick mehr Luft zwischen den Instrumenten. Die eigenen Füße habe ich abgeschraubt und die Ceraballs mit einem winzigen Stück Powerstrip am Gehäuse fixiert, so steht er sicher auf seiner 3-Punkt-Lagerung.

Durch die neuen Hörerfahrungen war ich nun wieder "angefixt" wie seit vielen Jahren nicht mehr. Gerade die positiven Erfahrungen mit der Lagerung des DACs auf den Ceraballs zeigten mal wieder, wie der Klang durch vermeintliche Kleinigkeiten zu steigern ist. Wo drüber ich schon öfters gelesen aber tatsächlich nie weiter verfolgt hatte, ist das "high-endige" Rippen der CDs. Gut, jede CD wird vor dem Rippen mit Reinigungsbenzin gesäubert und anschließend mit einem Black-Forest-Duster von elektromagnetischen Störungen befreit. Die Geschwindigkeit des Einlesens habe ich immer JRiver überlassen und tatsächlich drosselt die Software die Geschwindigkeit teilweise deutlich herunter und liest schwierige Stellen mehrmals. Am Ende noch der Abgleich der eingelesenen Daten mit Onlinedatenbanken wo eventuell fehlende Informationen eingeholt und ergänzt werden - besser geht es doch nicht, oder?

CD-Ripping

In einer alten Hifi-Digital Zeitung fand ich einen Artikel über das Thema "So holen Sie alles raus", der mich doch nachdenklich werden ließ. Zeitgleich mit meinem neuen DAC äußerte meine Frau den Wunsch, unsere CDs wieder greifbar zu haben um sich auch mal wieder welche mit ins Auto nehmen zu können. Da mein "neues" Auto auch nur einen CD-Wechsler hat, war ich von der Idee begeistert und wir ließen uns von einem Freund zwei CD-Regale auf Maß anfertigen. Kurz bevor das erste Regal fertig war, lass ich den o.a. Artikel und stieg tiefer ins Thema ein. Eigentlich wollte ich nur eine CD als Vergleich mit einfacher Geschwindigkeit rippen und als WAV statt als FLAC abspeichern um eventuelle Klangunterschiede festzustellen. Im Artikel ist aber auch die Rede von Klangunterschieden zwischen PC-Laufwerken und so schien mir ein Vergleich mit nur geringerer Einlesegeschwindigkeit nicht zielführend. Aus der Erinnerung wusste ich, dass Aqvox immer ein Laufwerk im Programm hatte, welches speziell auf high-endiges Rippen spezialisiert ist. Mittlerweile haben sie zwei Laufwerke im Programm, die nicht unbedingt als "Schnapper" zu bezeichnen sind. Auf eBay war zu dieser Zeit eines zum Verkauf angeboten aber beim Bieten bin ich bei 300,- € ausgestiegen.

Natürlich ließ mir das Thema keine Ruhe und nach einiger Suche bin ich auf ein Video von einer Veranstaltung im Jahre 2018 des High End Kolleg gestossen. Hier berichtet Manfred Diestertich (Audio Physic) über seine Erfahrungen mit Rippen von CDs und gibt auch Tipps zu einem Laufwerk von Pioneer. Da die Kosten überschaubar sind und ein externes Bluray-Laufwerk schon länger auf meiner Wunschliste stand, habe ich es mir bestellt. Da er auch von Einflüssen der Stromversorgung sprach, habe ich mir ein externes Netzteil bestellt und auch ein Adapterkabel, um eines meiner vorhandenen Netzteile von Aqvox verwenden zu können.

Ich habe alles mögliche probiert, verschiedene Software und Laufwerke, Laufwerke entkoppelt, verschiedene USB-Kabel ... Nach einer Woche habe ich aufgegeben, ich konnte keine Unterschiede hören. Irgendwann werde ich mal zwei CDs zu Aqvox senden, um sie rippen zu lassen - bin gespannt. Aber das ganze war dann doch nicht umsonst, zum einen habe ich jetzt ein schönes Bluray-Laufwerk für mein Laptop und das ganze Hin- und Her hat klanglich letztendlich doch etwas gebracht ...

Unterstellfüsse Blotevogel CD-STR-5

Zum Entkoppeln der Laufwerke habe ich meine Blotevogel STR-5 aus meiner Kramkiste geholt. Als ich alle Versuche wieder abgebrochen hatte und diese gerade wieder in die Kramkiste legen wollte, habe ich diese mal probehalber unter das Netzteil des Vorverstärkers gestellt. Tja, auch keine Welten aber im Gegensatz zum meinen Ripping-Testlauf ein hörbarer Unterschied. Das schwere Netzteil vom RG10 steht neben dem Ofen auf einer Glasplatte und scheint von der Entkopplung wirklich zu profitieren. Dieser Eindruck hat sich in den folgenden Wochen manifestiert, sehr schön und "Ende gut, alles gut". Aber es ist ja nie zu Ende ...

In Celle gibt ein Geschäft namens Gajah (Indisch = Elefant). Dort gibt es neben vielen schönen Dingen auch regelmäßig kleine Konzerte. Es gibt pro Konzert ca. 50 Karten, mehr Platz ist nicht vorhanden und wenn man früh genug dort ist, beste Sitzplätze. Viele haben "Angst", sich zwei Meter vor die Musiker zu setzen aber aus klanglicher Perspektive natürlich der Hammer. Da die Gruppen ohne Verstärker spielen, kann ich dort meine Ohren immer mal wieder so richtig einnorden. Beim Konzert von Di Chuzpenics im Februar 2019 (gaanz toll) hätte ich bei geschlossenen Augen nicht sagen können, ob ich live höre oder zuhause vor meiner Anlage sitze - passt! Nach dem Konzert haben wir noch ein wenig mit den Musikern geklönt. Vielen Dank für die gewonnene CD und liebe Grüße nach Kiel.

Durch den guten Effekt bei der Entkopplung des Netzteiles vom Verstärker habe ich im Netz nach gebrauchten Blotevogel CD-STR5 gesucht und bin nach einigen Wochen bei Ebay-Kleinanzeigen auf einen Satz zum vernüftigen Preis gestoßen. Der Verstärker an sich hat ja auch ein internes Netzteil für die Endstufen und warum sollte dieser nicht auch von der Entkopplung profitieren? Die Ceraballs konnten mich nach dem Tuning vom RG10 ja nicht mehr überzeugen und so bekamen die String-Untersetzer ihre Chance. Damals gekauft hatte ich sie übrigens für meinen Sony CDP-50ES wo sie auch einen deutlich positiven Eindruck hinterlassen haben. Soweit ich mich erinnere, fühlte sich mein erster DAC von Aqvox auf Ceraballs wohler und die Blotevogel wanderten in die Kramkiste.

Da mein Verstärker unten im Regal steht und auch nicht allzuviel Platz drumherum ist, musste ich die Füße ankleben und den Verstärker dann komplett vorsichtig reinheben. Da die Füße vom Verstärker etwas zu kurz sind, wurden diese mit Filzklebepads entsprechend verlängert. Filz soll sich sehr gut für das Entkoppeln eignen und so bleiben auch die STR5 unbeschadet, falls mal ein Rückbau ansteht. Übrigens sehen diese Füße so richtig sch.... aus und das ist vermutlich auch der Hauptgrund warum sie sich nie großflächig durchgesetzt haben. Bei mir spielt die Optik nur eine untergeordnete Rolle und für besseren Klang opfere ich gerne Optik, zumal ich beim Musikhören eh die Augen zu mache. Die STEREO (5/2002) hatte den CD-STR5 damals beste Noten gegeben und besonders die Durchzeichnung nahm gemäß "Zeigt her eure Füße" deutlich zu und im oberen Bereich verschwanden letzte Rauigkeiten (z.B. bei Streichern) - besonders Endstufen auf dem Boden halfen die Untersetzer ihrem Klang wortwörtlich auf die Füße, so Matthias Böde damals.

Der erste Eindruck an meiner Kette ist untenrum etwas schlanker mit mehr Durchzeichnung und obenrum cremiger. Also durchweg positiv, ich werde das ein wenig auf mich wirken lassen ...

Nach ein paar Tagen das erste intensivere Hören und ich war schon sehr erstaunt. Bisher hatte ich die ganzen Diskussionen über die Klangunterschiede von hochwertigen Komponenten aufgrund verschiedener Unterlagen für übertrieben gehalten. Natürlich konnte auch ich immer Unterschiede feststellen und habe früher sogar Basen mit Mischungen aus Quarzsand und Luftgewehrkugeln selbst gebaut und diese waren auch hörbar, doch Aussagen wie "ohne gute Basen ist High End nicht möglich" hielt ich doch für sehr übertrieben. Aber nun musste ich feststellen, wie groß der Einfluss auf den Klang ist. Beim DAC haben die Ceraballs ja auch einiges bewirkt.

Ich liebe richtig fetten Bass und meine zwei 38er hart aufgehängten Basslautsprecher in den Bullfrog können schon eine Menge Luft bewegen. Aber deutlich weniger Bass, nur weil mein Verstärker Filz unter seine originalen Füße bekommen hat und durch die Seilzugaufhängung komplett vom Untergrund entkoppelt ist? Gut, mit dem neuen DAC wurde es oft schon ein wenig zuviel des Guten aber ich hatte mich daran gewöhnt und nun dieses doch recht schlanke Klangbild ...

Warum ich sie nicht gleich wieder entfernt und in die Kramkiste geworfen habe, ist der deutlich hörbare Zuwachs an Detailauflösung und dieser schöne cremige Hochtonbereich. Ich habe gerade ein absolutes Lieblingsstück von Jay-Jay Johanson´s CD Opium: "I can count on you" - das höre ich meistens sehr laut und das Haus scheint kurz vor dem Einsturz zu stehen. Nun, der Bassbereich ist immer noch heftig aber überrollt einen nicht mehr so deutlich. Ich kann es noch lauter hören und diese sich im Zimmer verteilenden Soundschnipsel ohne auch nur einen Hauch von Schärfe bei wahnsinniger Auflösung lassen mich über das Thema "Aufstellung von Komponenten" völlig neu denken. Ich lasse mal Zeit ins Land gehen, die STEREO schrieb damals, dass eine weichere Einstellung der Blotevogel CD-STR5 den Grundtonbereich in Richtung wärmer und kräftiger verschiebe. Durch das hohe Gewicht meines Verstärkers werden die Seilzüge vermutlich etwas weicher werden und sich der Klang eventuell in nächster Zeit wieder etwas in "Bässer" verschieben - dann wäre es perfekt. Ich weiß, sage ich immer ...

Seit dem ich den neuen DAC von Audio Optimum habe, gab es immer mal wieder kurzzeitig Probleme bei der Tonübertragung. Das Signal war dann total verzerrt und das jeweilige Lied kaum noch zu erkennen. Beim Ab- und Anstecken aller Kabel habe ich eine lose Buchse am DDC von Aqvox als vermeintliche Fehlerquelle entdeckt und den Konverter zerlegt und die Buchse wieder festgemacht. Leider blieb der Fehler nach der Reparatur. Kurioserweise lief am ifi alles ganz normal und auch der DAC lief am Ausgang des Bluray-Players (Sony) völlig normal, wenn klanglich auch weit vom Klang über PC entfernt. Ein Telefonat mit  Norman Lübke ließ mich nochmal alle Kabel überprüfen, es blieb leider dabei. Er erwähnte aber auch, dass evtl. der PC selbst das Problem verursacht und so installierte ich die Software JRiver sowie den Aqvox-Treiber auf meinem Huawei Matebook X, schloss meine Festplatte mit der Musiksicherung an - und alles läuft als ob nix gewesen wäre!

Klanglich war es dicht dran aber noch nicht 100% "mein" Klang. Ich kaufte eine 500GB SSD von Samsung, verbunden direkt über USB-C mittels Oehlbach Evolution CC50, das einzige High-End-USB-C-Kabel, welches ich finden konnte. Trotzdem die Musik von der externen Festplatte laufend in den Arbeitsspeicher geladen wird, sind kleine klangliche Fortschritte wahrnehmbar. Der DDC hängt am anderen USB-C Ausgang, hier habe ich einen Adapter von Audioquest gekauft. Also USB-C-Ausgang Matebook, Adapter auf USB-A, dann Aqvox Low Noise und schließlich das USB-Kabel zum DAC von Oyaide. Schon besser aber so richtig gut wurde es, als ich die Seiten vertauscht habe, also die USB-Ausgänge für Festplatte und DAC. Das habe ich eigentlich nur gemacht weil praktischer, ohne jeglichen klanglichen Hintergedanken - nun klang es plötzlich wie befreit und nun, nach einigen Wochen auf keinen Fall schlechter als vorher - eher besser! Positiver Nebeneffekt - Musikhören ist jetzt ohne Wartezeit möglich. Mein vorheriger PC hatte noch keine SSD und 10 Minuten waren normal, bis ich Musikhören konnte. Bei Updates konnte das gerne mal eine Stunde oder länger dauern. Das Matebook X ist lüfterlos, sehr schnell und hat eine Akkulaufzeit von ca. 10 Stunden ohne Bildschirm. Bedienung läuft wie gewohnt über das iPad mittels JRemote. Als mögliche Verbesserung würde ich noch die Umrüstung des Low Noise Netzteiles sehen, so dass der Adapter ersetzt wird. Spreche ich mal mit Aqvox ...

Wie hat sich die Sache mit dem schlankeren Klang entwickelt? Nun, ich habe viel gehört und ja, bei einigen Stücken habe ich mehr Bass in Erinnerung aber ... viele Stücke gehen so tief runter, dass mehr Bass schwer vorstellbar ist. Der Bass ist eher präziser geworden und geht nur noch dort so richtig in den Keller, wo die Aufnahme es vorgibt. Vermutlich war vorher eine kleine Überhöhung im Frequenzgang, die nun verschwunden ist.  Das Gehör gewöhnt sich ja daran und mittlerweile gefällt es mir etwas schlanker ausgesprochen gut.

Ein paar Eindrücke noch vom DAC direkt am Ausgang des Bluray-Players. Sagen wir mal, ich hatte schlimmeres erwartet aber der Klang war doch deutlich unter dem gewohnten Niveau. Im Frequenzkeller eher ein brummiger Matsch, die Räumlichkeit sehr eingeengt und auch obenrum viel weniger Auflösung. In dem Zusammenhang habe mal wieder gemerkt, dass selbst der beste Plattenspieler nichts für mich wäre. Ich liebe die Abwechslung beim Musikhören und höre so gut wie nie auch nur zwei Lieder einer CD / Platte hintereinander. Gerade diese Wechsel beim Hören machen (neben dem Klang) für mich den Reiz eines gelungenen Hörabends aus.

Viele Wochen später mit nur gelegentlichen Hören habe ich nun mal wieder etwas länger Musik gehört. Vom oben beschriebenen schlankeren Klang kann ich mittlerweile nichts mehr wahrnehmen, der Tiefgang ist je nach Aufnahme und Abhörlautstärke nichts für schwache Nerven und das Haus vibriert mit dem Basslauf von "The Acid" beim Opener "Animal". Auch weitaus weniger basslastige Musik tönt keineswegs schlank und entweder habe ich mich daran gewöhnt oder das oben vermutete "Setzen" des Verstärkers führt wieder zu mehr Betonung untenrum. Egal, weil perfekt!

Audioquest Jitterbug (1)

Den Audioquest Jitterbug hatte ich seit Nutzung des Matebook X aus der Kette genommen, da keine parallelen freien USB-Anschlüsse vorhanden. Am anderen PC hatte er mir klanglich parallel etwas besser als dazwischen gefallen. Obwohl ich jede Kontaktstelle zuviel für Gift halte, so klemmte ich den Jitterbug vor der letzten Hörsession mal hinter den Audioquest Adapter, also zwischen PC und Aqvox Low Noise Netzteil. Eigentlich wollte ich ein bis zwei Stücke hören und dann den Jitterbug wieder zwecks Vergleich rausnehmen, ich konnte nicht. Die Musik hat mich so in ihren Bann gezogen ... den Zauber durfte ich nicht unterbrechen. Schade, dass Audioquest den Jitterbug bisher noch nicht als USB-C auf USB-A Version im Programm hat (statt Adapter).

Kopfhörer - weiter geht´s

Seitdem ich den Kopfhörer Audezé LCD-2 verkauft habe, hatte ich mir seinerzeit den Beyerdynamic DT 235 zum gelegentlichen Hören gekauft. Der NOS-DAC (1) hat ja keinen Kopfhörerausgang aber der ifi iDSD Micro ist ja nach wie vor im Spiel und kümmert sich um den Ton aller am Fernseher angeschlossenen Geräte. Wenn meine Frau wegen Schichtdienst mal früh ins Bett geht, setze ich mir den Kopfhörer zum Fernsehen auf, das ist über den ifi schon schon richtig gut und kein Vergleich zum Ton direkt aus der Kopfhörerbuchse des Fernsehers.

Musik über den neuen DAC war ja nicht mehr möglich, aber der iDSD von ifi hat einen 3,5mm Klingensteckereingang. So schloss ich probehalber ein Kabel vom Tape Out am Verstärker an den ifi an und siehe da, es kommt Musik. Ich machte mich nun auf die Suche nach einem hochwertigen Kabel und fand meist nur Standardware oder ganz teure. Aber das Glück war mir hold und ich entdeckte eines von Oyaide oberhalb der Neo-Serie zum bezahlbaren Preis, welches einen sehr hochwertigen Eindruck macht. Das Kabel ist noch in der Einspielphase aber für gelegentlich Hören über Kopfhörer ist es schon ziemlich gut. So nutze ich den ifi iDSD Micro als reinen Kopfhörerverstärker und er wird nun wieder fester Bestandteil in meiner Kette. Da ich allerdings über den ifi beim Hören genauso eingeschränkt bin wie über meine Lautsprecher und im Klang Welten zwischen beiden liegen, werde ich es eher sehr selten nutzen. Das Kabel habe ich nach einigen Wochen wieder abgenommen, ich höre doch viel lieber mal im Garten über meinen Fiio X1 und den Soundmagic E10. Das Kabel wird bestimmt irgendwann seine Bestimmung finden ...

Audio-Optimum NOS-DAC (2)

Und dann meldete sich ein gewisser Jörg bei mir per Email:

"Sehr geehrter Herr Sender, auf der Suche bezüglich Meinungen Bewertungen über den Audio Optimum NOS DAC 1 bin ich auf ihre interessante Seite "Mein Hobby High End" aufmerksam geworden. Ich habe mir gedacht, dass ich Sie am Besten direkt anschreibe um Ihre Meinung zum NOS DAC zu hören. Scheinbar sind Sie ja stolzer Besitzer. Ist dieser wirklich so gut, dass dieser mit High End DACs im 5 stelligen Bereich mithalten kann? Ich finde das kleine Gerät optisch und technisch faszinierend. Bevor ich jedoch einen bestelle hätte ich gerne noch eine unabhängige Meinung zum NOS DAC 1 gehört.
Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen."

Ich hatte ihm erst einmal schriftlich geantwortet und dann haben wir ausführlich telefoniert. Er hat sich den NOS-DAC zum testen bestellt und eine Woche später folgende Nachricht geschickt:

Hallo Thomas,
der NOS DAC ist der Hammer!!! Entdecke gerade meine Musik neu💪
Und du hattest Recht, die richtigen Kabel machen den Klang nochmals besser.
Herr Wehmeier hat mir Digital und Analog Cinch mitgesendet - sind scheinbar optimal auf den NOS DAC abgestimmt👍.
Die Musik hört sich wunderbar ANALOG an. Da will man nicht mehr zurück. Habe heute mit Herrn Wehmeier telefoniert: der NOS DAC bleibt da, die Kabel auch.
Beim älteren Modell waren günstigere Kabel noch im Lieferumfang. Ist heute nicht mehr, dafür ein hochwertiges Linearnetzteil.
Werde dies noch mit meinem Netzteil vergleichen.
Schöne Grüße
Jörg

Da mein NOS-DAC noch mit dem Standard-Netzteil ausgestattet ist, habe ich auf anraten von Jörg Kontakt mit Herrn Wehmeier aufgenommen. Er hat mir gleich noch ein kostenloses Update abgeboten, wodurch die Jitterunterdrückung des integrierten SPDIF/I2S-Decoders deutlich verbessert wird. Das Linearnetzteil werde ich mit meinem Cobra-Netzkabel über die Fisch-Netzleiste an einem Netzanschluss für Digitalgeräte anschließen. Das Netzkabel wollte ich schon lange verkauft haben, es gehörte zu einem Gerät von McIntosh und ich habe es mal über eBay gekauft. Bei meinem ersten DAC von Aqvox hat es eine deutlich hörbare Verbesserung zum Originalkabel gebracht, nun kommt es wieder zum Einsatz. Die neuen Kabel von Audio-Optimum werde ich sicher auch mal testen, für dieses Jahr ist erst mal Schluß mit neuem Nerd-Kram.

Ein paar Tage später war dann beides hier, das neue Netzteil und der überarbeitete DAC. Als erstes ein kleiner Funtionstest - läuft. Dann kam mir noch eine Idee bezüglich der Ceraballs, diese waren bisher über drei kleine Stücke Powerstrip mit dem Gehäuse verbunden. Das hatte ich vor dem Versand zu Audio-Optimum entfernt. Da beim Verstärker und Netzteil die Lagerung über Filzplättchen auf CD-STR5 ein so grossen Effekt hatten und Filz gerne für Entkopplung eingesetzt wird, habe ich es nun genauso gemacht. Je drei Filzaufkleber unter den DAC, je drei Filzaufkleber oben auf die Cerballs und nun diese jeweils beiden Filzplättchen mittels 2-Komponenten-Kleber verbunden. Das hält nach einigen Stunden Trocknungszeit "bombenfest" und läßt sich bei Bedarf jederzeit Rückstandsfrei entfernen. Für CD-STR5 ist der DAC zu klein und vermutlich auch zu leicht, mein erster eigener DAC von Aqvox (leicht) mochte auch die Ceraballs lieber als die Blotevogel und beim CD-Spieler (schwer) waren die CD-STR5 besser.

So, nun ist ja soviel geändert, dass eine Aussage über die Wirkung der einzelnen Schritte schwierig ist. Stromkabel Netzteil - Netzteil - Tuning DAC - Lagerung DAC. Mal ehrlich, das ist mir sowas von egal, wenn es so klingt wie es klingt. Sicher, Wunder sind nun nicht mehr zu erwarten! Es sind diese kleinen, subtilen Veränderungen, die uns High-End-Nerds die Tränen in die Augen treiben weil es mal wieder so emotional ist.

Trotz 30°C Innentemperatur (und 36°C aussen) musste ich nach einem Tag einspielen doch mal ein Ohr riskieren. Ich habe einfach meine Lieblingslieder auf Zufall laufen lassen und, tja, bin zwei Stunden nicht von der Anlage weg gekommen. Ich kann schwer sagen, was genau noch besser geworden ist, irgendwie alles. Wie gesagt, Wunder sind nicht mehr zu erwarten aber am besten beschreibt es "souveräner". Es klingt alles noch geerdeter und holografischer. Gerade nicht so tolle Aufnahmen blühten noch ein wenig mehr auf und richtig umgehauen haben mich bei den besseren Aufnahmen zwei Stücke von Jack Johnson, die ich in dieser Intensität noch nicht gehört habe. Bei anderen Liedern meinte ich Kleinigkeiten zu entdecken, die mir vorher noch nicht aufgefallen sind.

Der Sommer war wieder mal sehr heiß und so hörte ich eher selten Musik. Dieses Jahr freute ich mich auf den Herbst und auf Regen, der dann auch wieder Erwarten sehr schnell kam. Ab September 2019 war hier der Sommer vorbei und die Regenzeit begann. Endlich wieder Gelegenheit, sich öfters vor die Anlage zu setzen ...

Der oben beschriebene Eindruck von Souveränität hat sich weiter verfestigt, die Dreidimesionalität des Klangbildes hat sich verstärkt und alles ist noch ein gutes Stück involvierender geworden und die Sucht nach Klang ist erst mal wieder befriedigt. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Gerade ältere Aufnahmen, "eigentlich" gar nicht so gute Aufnahmen, profitieren ungemein von diesem Kunstwerk NOS-DAC .

NF-Kabel Oyaide AZ-910

In nächster Zeit stehen Versuche bezüglich Stromversorgung (Filter/Kabel) des DACs an und bei hörbaren Effekten, evtl. auch bei Vor- und Endstufe. Desweiteren beschäftige ich mich mit NF-Kabeln von Oyaide (AZ-910) und grase gerade den Gebrauchtmarkt ab. Meine sehr guten Erfahrungen mit den beiden reinen Silberkabeln von Oyaide in der digitalen Übertragungsstrecke lassen mich zumindest über einen Versuch zwischen DAC und Verstärker nachdenken. Über ein Silberkabel von Oyaide las ich, das man mit ihnen auf ein Wiedergabeniveau kommt, auf dem man sich mit dem kleinsten Fehler die Suppe versalzen kann (hifi & records 2/2011). Silberkabel servieren eben alles auf einem Silbertablett und da sollte nichts drauf liegen, was dort nicht hingehört. Versuch macht klug.

Auf dem Gebrauchtmarkt habe ich nur eine mehrere Monate alte Anzeige bei EBay Kleimanzeigen gefunden und den Verkäufer kontaktiert. Die Kabel sind noch verfügbar ... zwei Tage später waren sie hier. Erst mal anschließen und eine Stunde Einspielsignale darüber laufen lassen, dann ein erster Hörcheck. Oh ha, deutlich anders als mein geliebtes Hensler JH88 NF-Kabel. Der Raum legt in allen Dimensionen zu, Stimmen stehen je nach Aufnahme nun so dicht vor mir, dass ich unwillkürlich zusammenzucke. In die Breite legt die Abbildung gefühlt einen Meter zu, in der Tiefe ähnlich. Aber ...

Der erste Hörcheck war ein Auf und Ab an Eindrücken. Die Kabel sind hörbar noch nicht eingespielt und in der oberen Lagen recht harsch. Durch die Überbetonung im oberen Bereich wirkte alles sehr hoch aufgelöst, jedoch bei einigen Musikstücken unnatürlich und nicht angenehm. Im Netz fand ich auf den Seiten eines bekannten Herstellers die Info, dass Silberkabel ca. 80 Stunden Einspielzeit benötigen, was sich mit meinen Erfahrungen, besonders mit dem Koax-Kabel von Oyaide, deckt. Das hat auch sehr lange gebraucht, bis die letzte Rauigkeit verschwand. Dann war und blieb es göttlich!

Einen Tag und viele Stunden Einspielen später, kam mir das Kabel deutlich dunkler vor und dieses Harsche war nahezu komplett verschwunden. Klanglich war es nun sehr dicht am Hensler, zumal die Raumdimensionen wieder deutlich geschrumpft sind. Auch das kenne ich und Geduld ist gefragt ... demnächst mehr. Im November bekomme ich testweise einen speziell für den NOS-DAC angefertigten Netzfilter auf Turmalin-Basis, bis dahin sollte das NF-Kabel von Oyaide soweit eingespielt sein. Das war eigentlich der Auslöser für meine Suche nach einem noch hochwertigerem NF-Kabel, ich wollte es gerne vor dem Test des Stromfilters gerne noch weiter auf die Spitze treiben, um die Auswirkungen des Filters besser beurteilen zu können. Natürlich kann man auch für ein NF-Kabel weit in den vierstelligen Bereich hinein aufwenden, z.B. ein Audioplan Maxwell U. Sicherlich ist beim Oyaide AZ-910 nicht Schluss aber ich schätze deren Produkte als sehr fair bepreist ein und ganz billig ist es ja neu auch nicht.

Tag drei und völlige Begeisterung. Aus einem kurzen Hörcheck sind wieder zwei Stunden geworden. Ich kann nichts harsches mehr entdecken und selbst Aufnahmen, die ich vorher aus klanglichen Gründen eher gemieden habe, machen nun richtig Laune. Als Beispiel sei hier Impala von Songs: Ohia genannt. Eine CD, die ich vorher gerne mal nebenbei gehört habe. Nun bleibe ich vor der Anlage kleben und sauge jeden Song in mich auf. Diese aberwitzige Räumlichkeit, dabei noch festgenagelter als mit der Hensler-Strippe. Es klingt glockenklar ohne (wie zu Beginn) nervigem Beigeschmack in der oberen Lagen. Ich bin sehr gespannt, was sich da noch weiter tut. Gott sei dank kommt der Winter ...

Molton Akustikvorhang

Schon lange habe ich über einen Akustikvorhang hinter meinem Hörplatz nachgedacht. Dieser soll die Nachhallzeiten reduzieren und so für einen angenehmeren Klang sorgen. Nur, wer möchte schon einen dicken, schweren Vorhang quer durch den Raum? Meine Frau spielt Gitarre und die Gitarren stehen direkt hinter meinem Hörplatz. Aus klanglichen Gründen habe ich diese vor dem Musikhören in die Küche verbannt. Vor der Anschaffung einer dritten Gitarre habe ich mit meiner besseren Hälfte einen Deal gemacht und meinen Akustikvorhang bekommen. Diesen kann man zurück schieben und er fällt nicht allzu sehr auf. Der Vorhang kommt natürlich auch dem Klang beim Musizieren zugute und so haben wir beide etwas davon.

Die NF-Kabel von Oyaide haben sich mittlerweile gut eingespielt und ich erwarte keine Veränderungen mehr. Das Niveau ist sehr hoch und toppt die JH88 von Hensler recht deutlich. Die JH88 bleiben aber nach wie vor sehr hochwertige NF-Kabel und werden in meiner Kette sicher ihren Platz finden. Sie lösen nicht ganz so gut auf und sind räumlich enger als die AZ-910 von Oyaide. In anderen Setup´s kann es mit den Oyaide vielleicht auch zu viel des Guten sein, wie gesagt: Silbertablett. So ganz läßt mich das Thema Kopfhörer ja noch nicht los und ich könnte mir die Hensler gut als NF-Kabel zwischen Verstärker und KHV vorstellen. Erst mal dürfen sie sich um den Fernsehton hinter dem ifi iDSD kümmern.

Den Akustikvorhang habe ich mir von Molton Discount auf Maß anfertigen lassen, ca. 2m hoch und 3m breit. Der Preis war extrem günstig und sie haben sehr schnell geliefert. Eine dicke Empfehlung! Einzig die Ösen sind sehr klein und man konnte keine größeren wählen. Der Vorhang hängt nun an einem Drahtseilsystem von Ikea, das passt. Wie klingt es nun im Vergleich zu vorher? Da wir auch vorher schon einen gut bedämpften Raum hatten, sind die Unterschiede nicht riesig aber doch hörbar. Das Klangbild ruht noch mehr in sich selbst und strahlt eine größere Souveränität aus. Ich hatte noch nicht wirklich Zeit und habe mal in ein paar Stücke reingehört. Demnächst mehr ... Meine Frau hat allerdings neulich, nach dem Aufhängen des Vorhangs, ein paar Stücke von einer Ihrer Lieblingsplatte "Neon Golden" (The Notwist) gehört und war sehr beeindruckt. Wir sind beide große Fans von The Notwist und bedauern sehr den Weggang von Martin Gretschmann (Console). Es gibt kaum einen Hörabend, wo nicht mindestens ein Stück von Notwist oder 13&God dabei ist.

Erster Hörabend mit Vorhang. Doch, die Unterscheide sind schon signifikant! Ich habe erst ein Lied ohne Vorhang gehört und dann mit. Wahnsinn! Stimmen und Instrumente stehen noch um einiges präziser im Raum, die Lokalisierung der einzelnen Phantomschallquellen gelingt müheloser. Eine sehr gute Investition für unter 100,- € und sehr zu empfehlen. Was kann nun noch kommen? Ach ja, der Netzfilter für den DAC ist angekommen ...

Tumalin-Netzfilter

Ich habe ihn exakt in die gleiche Steckdose mit identischer Phase eingesteckt, wo sonst das Cobra-Stromkabel für den DAC steckt. Aus meiner Erfahrung mit neuen Komponenten gönnte ich dem Netzfilter ein paar Tage Zeit zum Einspielen. Ich habe dann einen langen Hörabend mit Filter gemacht und nach ungefähr zwei Stunden den Filter raus genommen und ein paar Lieder nochmals gehört. Tja, Unterschiede? Ich konnte nicht wirklich einen Unterschied hören und würde es eher in Richtung "Einbildung" sehen. Aber wenn mich meine Einbildung nicht getäuscht hat, war ein Tick mehr Räumlichkeit mit Filter zu vernehmen, dafür war das Klangbild etwas diffuser und heller. Insgesamt sind die Unterschiede unter "ferner liefen" zu verbuchen. Grundsätzlich denke ich schon, dass solche Filter mit Turmalin in Verbindung mit Ferrit schon gute Störunterdrückung erreichen können. Bei mir ist die Ausgangsbasis vermutlich "zu schlecht" um hier noch Unterschiede hören zu können. In Foren las ich auch, dass solche Filter vor der gesammten Kette deutliche Verbesserungen bringen sollen. Das habe ich auch noch ausprobiert und hier war der Unterschied deutlicher zu hören. Mit Filter nahm die Räumlichkeit ab und die Wiedergabe wurde im oberen Bereich aggressiver. Insgesamt kein riesiger Unterschied, jedoch gut hörbar. Scheinbar macht es sich doch bezahlt, ein in sich stimmiges Filterkonzept von Fisch-Audio zu betreiben.

Audio Optimum hat ja seit kurzem eine Komplettlösung im Programm, die ich sehr spannend finde (Direktverteiler). Der Spass ist allerdings nicht ganz billig ... Ich warte mal ab, was die Fachpresse in den nächsten Monaten so darüber schreibt. Der Filter geht die Tage wieder zurück, vielen Dank an den Erbauer.

InEars SoundMagic E50 an Digital Audio Player Plenue D

Und dann das Thema Kopfhörer, irgendwie läßt es mich im Moment nicht los. Ich habe dann nochmal den iFi über die Hensler JH88 NF-Kabel mittels Adapter von Audioquest angeschlossen. Es klang an meinen InEars nicht besonders, auch bei kleinster Verstärkung (guter Regelbereich). Das der iFi gut klingt, wenn er normal angeschlossen ist, weiß ich und habe damit über meinen Audezé LCD-2 lange hochzufrieden gehört. Dieser Weg ist durch den neuen DAC gesperrt und ich kann den iFi nur über den 3,5mm Eingang anschließen. Laut Bedienungsanleitung wird beim Einstecken in die Buchse der DAC abgeschaltet und nur der KHV genutzt. Dazu später mehr ...

Schön wäre natürlich eine portable Lösung, die ich auch zum Sport oder in den Urlaub mitnehmen kann und nicht ganz so weit vom Klang meiner normalen Kette entfernt bin. Für Digital Audio Player (DAP) kann man heutzutage ja richtig viel Geld ausgeben. Ich habe mich durch viele Tests gelesen, Videos geschaut und bin immer wieder auf den Plenue D gestossen. Dieser Player ist preislich sehr attraktiv, schön klein und hat kein Schnick-Schnack verbaut, den ich eh nicht brauche und auch gar nicht haben will. Klanglich soll er dicht an den teuren Lösungen sein, was ich mangels Vergleichbarkeit nicht nachvollziehen kann. Zur Zeit spielt er sich an meinen SoundMagic E50 ein und beim ersten Reinhören macht er schon eine gute Figur. Nach ein paar Tage Einspielzeit eine schöne Kombi mit mächtig Druck im Bass. Ich habe letztlich alle Klangbeeinflussung ausgeschaltet, also auf "Normal" gelassen. Damit klingt er für mich an den InEars am besten und macht beim Sport richtig Laune.

Nun ist der SoundMagic ein guter InEar aber bestimmt kein "HighEnd" und immer dann ideal, wenn man sich von der Außenwelt abschotten und dabei "vernüftig" Musik genießen möchte. Wenn ich möglichst hochwertig über Kopfhörer hören möchte, käme natürlich auch ein großer "OverEar" in Frage. Das Angebot ist ja mittlerweile so unüberschaubar geworden aber wie so oft im Leben, spielte mir das Schicksal in die Hände. Mittlerweile habe ich einige Mitarbeiter von Sennheiser in meinem Umfeld und bei einem Plausch ergab es sich, dass mir jemand einen Kopfhörer zum Mitarbeiter Einkaufspreis angeboten hat. Nach einiger Recherche entschied ich mich für den HD 660S, da ich mich vor dem Jahreswechsel schnell entscheiden musste und keine Gelegenheit mehr zum Probehören hatte. Ich hatte damals 2012 parallel zum Audezé auch den HD 800 und HD 650 für einige Wochen zu Hause. Der HD 800 war sehr dicht am LCD-2 und der HD 650 fiel etwas ab, war aber dennoch ein sehr guter Kopfhörer. Der neue HD 660S soll dicht am HD 800 liegen und bei zu zahlendem Preis konnte ich nicht nein sagen.

Kopfhörer Sennheiser HD 660s

Der HD 660S soll mit 150 Ohm besser an einem DAP spielbar sein als hochohmige Kopfhörer. Er bietet auch die Möglichkeit des symmetrischen Anschließens, was einen externen Kopfhörerverstärker für zuhause sehr interessant macht. Klar ist, dass der HD 660S am DAP unter seinen Möglichkeiten spielt aber wie weit kommt man klanglich mit dieser Kombi? Interessant auch hier wieder, wie lange der Player brauchte, um einigermaßen rund zu spielen. Ganz unschuldig war ich allerdings nicht, erst habe ich die Kombi mit den normalen Kabeln (3m plus Adapter) über mehrere Tage eingespielt, dann kamen die bestellten kurzen Kabel (1,3m mit 3,5mm Stecker) und nach etwas längerer Suche habe ich Kabel von Oyaide (HPC-35HDX) in 1,3m Länge gefunden. Erst nur bei japanischen Anbietern mit langen Lieferzeiten und hohen Preisen und dann zufällig unter etwas anderer Bezeichnung auf Amazon (Oyaide HPC Sennheiser HDX Kabel), die Lieferung direkt über Amazon ging schnell und dann ... einspielen. Er klingt nicht schlecht am Plenue D aber gerade bei älteren Aufnahmen ist die maximale Lautstärke doch eher mager. Auch bei klanglich sehr guten Aufnahmen merkt man, wie der Player im Bass einknickt. Wo über die InEars so ein richtig tiefer Bass kommt, weht über den Sennheiser nur ein laues Lüftchen. Mit den vielfältigen Möglichkeiten der Klangregelung am Cowon Plenue D läßt sich zwar einiges rausholen aber irgendwie muss da mehr gehen.

Dann begann ich nach günstigen Lösungen für meine Kette zu suchen. Ich habe ja noch die NF-Kabel von Hensler (JH88) und könnte einen externen Kopfhörerverstärker über Tape Out anschließen. Erst mal versuchte ich wieder, meinen ifi iDSD dafür zu benutzen, der hat allerdings nur einen 3,5mm Eingang und somit wären die JH88 raus. Die Oyaide Kabel, die ich mir mal für den iDSD gekauft hatte, hängen seit einiger Zeit an einem Bluetooth-Empfänger - ideal für Musik über Amazon so nebenbei. Das Kabel habe ich nun nochmal mit dem iDSD über Tape Out verbunden und es klang mit dem Sennheiser HD 660 s schon deutlich besser als am Plenue D. Das Umstecken nervt allerdings etwas und ich würde ja gerne direkt die JH88 verwenden. Also tagelang immer wieder nach bezahlbaren Kopfhörerverstärkern (KHV) gesucht, tlw. auf eBay mit geboten aber nicht wirklich was gefunden. Viel Geld wollte ich nicht ausgeben ...

Kopfhörerverstärker iFi Nano iCan

Dann bot jemand auf eBay Kleinanzeigen einen iFi Nano iCan an, den kannte ich gar nicht und er bot genau das, was ich suchte. Er hat hinten Eingänge für NF-Kabel und 3,5mm. Vorne eine 6,3mm Kopfhörerbuchse, zwei Schalter zur Klangbeeinflussung und den Lautstärkeregler mit Ein-/Aus. Ich fand nicht viel im Netz über das Gerät aber alle waren begeistert. Das kleine Teil hat mal 170,- € gekostet und ich fand tatsächlich keinen zweiten gebrauchten im Netz. Der Nano iCan wurde scheinbar nicht lange gebaut und es gibt noch einen großen Bruder, der mehr Leistung haben soll. Klanglich wurde dieser aber eher kritischer beurteilt und soll Probleme mit Einstreuungen haben. Da der kleine laut Foren und Testberichten auch richtig schwierige Kopfhörer antreiben soll, wagte ich den Kauf.

Er kame ein paar Tage später und sieht aus wie neu, mit allem Zubehör etc. Also erst mal den Akku laden - ja, es soll eigentlich ein mobiler KHV sein. Ein erster Hörcheck ... der hat mal Power, der Kleine. Ich habe ihn erst mal einige Stunden einspielen lassen und am nächsten Tag die Gain-Einstellungen auf der Unterseite komplett auf Null gesetzt. Nun hatte ich ordentlich Regelbereich und das Ding spielt lauter als meine Ohren es mitmachen würden. Er klingt sehr natürlich, schön räumlich und hat gut Druck von unten. Ich lasse alle Klangregelungen auf Null, sonst wird es too much. Man kann mit zwei Kippschaltern den Bass verstärkern und eine Art Crossfeed aktivieren. Beides braucht der Sennheiser nicht. Ich werde nun öfters mal über Kopfhörer hören und berichte demnächst mehr vom kleinen Nano.

Ein paar Wochen und über Kopfhörer gehörte CDs später ... Nicht schlecht und für entspanntes Liegen auf dem Sofa ganz nett. Das Klangbild ist sehr klar, natürlich und räumlich. Der Bass kommt schön satt von unten aber keineswegs fett, bassarme Aufnahmen lassen sich mit der Bassanhebung sehr angenehm tunen. Alte Genesis-Aufnahmen aus Peter Gabriels Zeiten werden so einfach etwas schöner. Ich habe keinen Vergleich, was ein deutlich besserer KHV da noch rausholt. An der Strecke bis zum KHV dürfte nicht mehr soviel Potential stecken und ein Upgrade ganz oben im Regal wird bestimmt noch Verbesserungen bringen. Bei Gelegenheit werde ich das gerne mal probieren aber ...

Der Unterschied zwischen dem Klang aus dem Kopfhörer und Lautsprechern ist so immens und läßt sich eigentlich nicht vergleichen. Dabei spielt sicherlich auch eine Rolle, wie man zu hören gewohnt ist. Wer hauptsächlich über InEars und/oder Kopfhörer Musik hört und nie eine gute Stereoanlage hatte, wird evetuell diesen Klang im Kopf sogar vorziehen, zumal ja viel Menschen gar nicht die Möglichkeit haben, eine gute Stereoanlage perfekt aufzustellen und in entspreched angemessener Lautstärke zu betreiben. Und lassen wir die Kirche im Dorf, mit einem 400,- € Kopfhörer an einem 170,- € Kopfhörerverstärker kann und will ich mir kein echtes Urteil erlauben. Da ist noch viel Luft nach oben ...

Musiksoftware JRiver

Ich höre ja nun fast 10 Jahre über die Software JRiver MediaCenter und habe im Laufe der Jahre immer mal wieder auf eine neue Version upgedated. Bereits früher ist mir aufgefallen, dass eine neuere Version (meist überspringe ich ein paar Versionen) auch einen besseren Klang bringt. Nun "musste" ich gestern von MC 25 auf MC 26 updaten, die Einzelheiten erspare ich den Lesern aber es war eine Mischung aus eigener Dummheit und Unwissen. Passiert mir vermutlich nicht noch einmal. Nun ja, auf jeden Fall sah ich keine andere Möglichkeit, als die alte Version komplett zu löschen (auch alle Ordner in den entsprechenden Windows-Ordnern) und die Version 26 runter zu laden und neu zu installieren. Das geht schnell aber bis dann alle Einstellungen wieder korrekt sind und auch das iPad eingebunden ist, vergeht schon ein halbes Stündchen. Nur noch ein kurzer Soudcheck und ich werde das beim nächsten Hörabend verifizieren aber wenn ich mich nicht total verhört habe, scheint die Version 26 klanglich eine Schippe drauf gelegt zu haben. MC 26 gibt es noch nicht lange aber nach etwas googeln habe ich einen Hinweis im JRiver Forum gefunden:

The 26 upgrade, after comparing it to 25 back to back, however seems to go much further, at least on my HRT HD DAC, it seems to make a deal of windows system changes? The sound is overall bigger as though the DAC is getting more voltage? The sound also seems a good deal cleaner with less digital glare much in the same way you get with a power supply upgrade.
Overall a great result and $30 well spent!

Es unterhalten sich dann noch verschiedene Leute über das Thema, scheint mich mein Gehör doch nicht getäuscht zu haben.

Hifi-Geräte dauerhaft an?

Bedingt durch die Corona Pandemie hatte ich sehr viel Zeit und war zudem einige Wochen "Strohwitwer". Draußen war es noch recht kalt und so nutzte ich die Abende gerne zum intensiven Musikhören. Ganz früher hatte ich meine Geräte nie ausgeschaltet, seit einigen Jahren ließ ich nur die Vorstufe im Dauerbetrieb und Endstufe sowie DAC schaltete ich ab. Wenn ich Musik hören wollte, schaltete ich beides meistens ein paar Stunden vorher an. So weit, so vernüftig! Allerdings benötigen meine Geräte im Leerlauf sehr wenig Strom und so ließ ich einfach mal alles dauerhaft an. Die erste Zeit klang es wie gewohnt traumhaft aber nach zwei bis drei Wochen stellte sich gewisse Magie ein, die ich fortan nicht mehr missen möchte. Ein AB-Vergleich ist natürlich nicht machbar aber auch nicht nötig. Oft lasse ich ja meine Lieblingstitel per Zufall laufen und mich sozusagen überraschen. Es waren jetzt immer wieder Titel dabei, die mich klanglich überrascht haben - so magisch klangen sie vorher einfach nicht. Wir haben seit vielen Jahren Öko-Strom und sonst keine großen Stromverbraucher wie Aquarium etc. - ich kann es mit meinem Gewissen vereinbaren!

Audio-Optimum NOS-DAC (3)

Im März erschien die Image Hifi 02/2020 mit einem Bericht über den NOS-DAC 2 von Audio Optimum. Er spiegelt sehr schön meine Erlebnisse mit dem NOS-DAC wieder. Ich greife mal zwei Aussagen von Heinz Gelking raus, die eigentlich alles ausdrücken:

"Es ist wirklich alles da. Ohne Filter sozusagen. Und nicht nur sozusagen, der NOS-DAC nimmt mich sofort gefangen"

"Auch ein CD-Ripp mit nur 16 Bit/44,1 kHz kann audiophile Träume erfüllen, zumindest dann, wenn ein NOS-DAC im Spiel ist"

Den ganzen Testbericht kann man bei Audio Optimum als PDF runter laden.

Ich hatte auch per Email Kontakt mit Herrn Gelking und er verwies auf die in Image Hifi 3/2019 vorgestellten Stromkabel und Verteiler hin. Auch diesen Bericht findet man bei Audio Optimum als PDF zum runter laden. Vielleicht probiere ich das System irgendwann mal aus, scheint jedenfalls "Hand und Fuss" zu haben, wie alles bei Stefan Wehmeier.

Im Mai 2020 erschien bei www.fairaudio.de ein Bericht über einen NOS-DAC aus der Schweiz, interesantes ist unter "Vergleiche" zu finden. Herr Dr. Mertens schrieb folgendes:

"Mir fällt nur ein einziger Wandler ein, der mich bisher in ähnlicher Weise begeistert hat wie der Merason DAC-1: der NOS-DAC 2 von Audio Optimum (mit Reclocker im Set 4.400 Euro). In Sachen Oversampling geht er ähnliche Wege, ist ansonsten vom Konzept her allerdings völlig anders. Er hört schon bei 16 Bit/88,2 kHz auf und kann damit nicht einmal den neuen Hi-Res-Quasi-Standard 24 Bit/96 kHz – und er besitzt keinen USB-Eingang, sondern möchte sein I²S-Signal von einem externen Relocker zugespielt bekommen. So gefüttert, spielt der Audio Optimum mit Redbook-Daten vielleicht sogar noch ein bisschen spannender als der Merason – höhere Auflösungen weiß er allerdings weniger zu schätzen, soweit er sie denn überhaupt verarbeiten kann."

Audioquest Jitterbug (2)

Seit einigen Jahren verrichtet ein Audioquest Jitterbug treu und brav seinen Dienst, aktuell sitzt er hinter dem USB-C-Adapter am Laptop. Kürzlich brach nach einigen Stunden plötzlich die Musikwiedergabe ab und ich begab mich auf Fehlersuche. Der Fehler war der defekte USB-C-Adapter und nach dem Tausch lief wieder alles einwandfrei. Da ich erst einmal den Jitterbug in Verdacht hatte, entfernte ich auch diesen und nach dem Test mit dem neuen USB-C-Adapter war der Jitterbug noch raus genommen. Musik kam ja nun wieder aber wo ist der gewohnte Zauber hin? Jitterbug wieder zwischen geschaltet und da war er wieder, mein Klang! Damals wollte ich eigentlich gleich zwei Jitterbugs kaufen, Audioquest empfiehlt dies auch ausdrücklich. Das holte ich nun nach und schloss diesen über meinen Huawei-Adapter parallel zur Festplatte an. Es lohnt sich auf jeden Fall und wieder sind es diese Kleinigkeiten, die mich staunend vor der Anlage sitzen lassen. Die Unterschiede sind nicht so groß wie einer oder keiner, dennoch gut nachvollziehbar. Besonders die Räumlichkeit nimmt etwas zu und Stimmen klingen noch realer.

Wie klingt es, wenn der Jitterbug direkt in den Signalweg zur externen Festplatte steckt? Grausam für meine Ohren!!! Die Räumlichkeit brach deutlich ein und das Klangbild wurde aggressiv. Schnell wieder umgesteckt und das gleiche Lied war klanglich nicht wieder zu erkennen. Tja, die Kleinigkeiten ...

Blotevogel CD-STR-5 (2)

Dann habe ich etwas tolles auf Ebay entdeckt, allerdings in Amerika. Meine hochgeschätzten Blotevogel CD-STR5 in der damals letzten Version mit dem Federelement, nach denen ich schon länger gesucht hatte. Durch die aufgesetzten Federelemente steigt die Standhöhe deutlich an, was für meinen Verstärker ideal ist und auch einfach besser aussieht. Bei den bisherigen musste ich ja mit Filzplättchen die Höhe regulieren, damit der Rand vom Verstärker nicht aufsetzt.

Gekauft habe ich sie natürlich aus klanglichen Gründen, was bringen sie im Vergleich zu denen ohne Federelement? Erstaunlich immer wieder, wie viel solch kleine Änderungen bewirken. Das Klangbild wirkt etwas schlanker und dadurch etwas höher aufgelöst. Der Tiefbass bleibt jedoch erhalten und wirkt differenzierter. Da die CD-STR5 neu waren, werden sie sich gerade in der ersten Zeit noch leicht dehnen und vermutlich das Klangbild in Richtung mehr Grundtonwärme verschieben. Ich lasse mal ein paar Wochen ins Land gehen ... Bei einem kleinen Hördurchgang nach einer Woche haben sie mir sehr gut gefallen und ich bin gespannt auf den ersten richtigen Hörabend. Und dann kam der Sommer ...

Über den Sommer 2020 habe ich intensiv eigentlich gar keine Musik gehört, erst zum Ende hin der erste richtige Hörabend. Wie weiter oben geschrieben, lasse ich ja alle Komponenten immer an. Es klang traumhaft und vermutlich brauche ich diese Auszeiten, um wieder so richtig Spass an der Sache zu haben.

Aus gegebenen Anlass habe ich nochmal den Stromverbrauch der gesammten Kette gemessen = 70 Watt. Das ist o.k. und bei uns läuft auch der Ton vom Fernseher über die Anlage, sie würde demnach sowieso oft an- und ausgestellt werden und die Ersparnis über das Jahr wird eher gering sein. Auf eBay bot jemand einen Plixir Elite BAC 150 an, den ich für einen guten Preis kaufen konnte. Eigentlich bräuchte ich den BAC 1000 für die Versorgung der ganzen Kette, der kleine BAC 150 kann aber problemlos die Vorstufe und den DAC versorgen. Als Stromanschlusskabel habe ich vorerst ein günstiges von Groneberg gekauft. Nach einem Tag am Netz habe ich dann den zweiten Hörabend in der gleichen Woche gemacht, diesmal mit dem Netzfilter bzw. Trenntrafo.

Netzfilter PliXir Elite BAC

Die Unterschiede waren eher gering, jedoch gut nachvollziehbar und durchweg positiv. Einen kleinen Tick mehr Räumlichkeit bei gleichzeitig noch festgenagelteren Schallquellen bei insgesamt geringfügig entspannterem Klangbild. Da das Stromkabel für die Versorgung des Plixir neu war, würde ich noch ein paar Wochen ins Land gehen lassen. Der Plixir steckt übrigens in der gefilterten Fisch-Leiste für Großverbraucher.

Einige Zeit später würde ich die Unterschiede als deutlicher als zu Beginn beschreiben, besonders eine weitere Entspannung (schwärzerer Hintergrund) fällt positiv auf. Das bewog mich dazu, die Einwinkelung der Lautsprecher leicht zu erhöhen. Dadurch wird das Klangbild noch direkter und räumlicher. Das hatte ich immer mal wieder probiert und meistens nach einigen Liedern die Einwinkelung wieder zurück genommen, da zu stressig bei lautem Hören. Das ist nun anders und nach einigen Stunden intensiven und eher lautem Hören bin ich absolut begeistert. Das Klangbild gewinnt deutlich an Auflösung und Plastizität. Auch der untere Bereich scheint voluminöser und besser durchzeichnet zu sein. Das mag daran liegen, dass die Basslautsprecher nun durch die höhere Einwinkelung mehr Energie auf den Hörplatz abstrahlen. Gefällt mir sehr gut! Zudem liegt die Ankopplung des Horns bei ca. 950 Hz, also ist der "Bass" auch Mitteltöner und das würde den weiteren Gewinn an Homogenität erklären. Beide Lautsprecher funktionieren zusammen als Punktschallquelle und haben deutlichen Charakter eines Breitbänders. Durch das weitere Einwinkeln können sie die Schallereignisse vermutlich homogener auf den Hörplatz abstrahlen.

Alles in allem hat mir der Plixir Elite BAC einen deutlichen Gewinn gebracht. Ich werde mein Augenmerk vorerst weiter auf die Stromversorgung legen ...

Nach einigen Hörabenden im Laufe der letzten Wochen bin ich extrem begeistert vom klanglichen Gewinn. Der Klang hat sich weiterhin verbessert und mittlerweile kann ich auch bei schwierigen Aufnahmen keine Härten mehr wahrnehmen. Musste sich der Plixir und das Stromkabel erst einspielen? Scheint so! Auf jeden Fall zeigt dies wieder einmal, dass schnelle AB-Vergleiche selten Sinn machen. Neue Geräte und Kabel brauchen einfach viel Zeit zum Einspielen, die sollte man ihnen gönnen und sich erst dann ein abschließendes Urteil erlauben.

Wenn die finanziellen Mittel es erlauben, werde ich auf jeden Fall einen Plixir Elite BAC 1000 testen, um auch die Endstufe und das Netzteil von Aqvox für den USB-Konverter anzuschließen. Der klangliche Mehrwert gegenüber meiner jetzigen Lösung könnte jedoch deutlich geringer ausfallen und dafür wäre die Investition zu hoch. Eine andere Idee ist, das Netzkabel von der Endstufe gegen ein höher gefiltertes zu tauschen. Wie es der Zufall wollte, kam über meine Suchaufträge beim Ebay Kleinanzeigen ein Performance 5 von Fisch Audiotechnik zum Verkauf. Das Kabel kostet neu 585,- € und soll eine deutlich bessere Filterwirkung als mein bisheriges P1 haben. Der Preis war in Ordnung und zwei Tage später stand der Postbote mit dem vorbildlich verpacktem Paket vor der Tür.

Netzkabel Fisch Audiotechnik

Im Zuge dessen habe ich das Stromkabel von Groneberg für den Plixir gegen das Cobra getauscht und der DAC hat das P1 bekommen. Die Endstufe vom RG10 ist nun über das P5 angeschlossen und ein erster kurzer Hörcheck war positiv aber kein signifikanter Unterschied. Ich werde wie gewohnt einige Zeit ins Land gehen lassen, um mir ein Urteil zu erlauben.

Ich brauchte nicht lange zu warten, bereits am nächsten Tag waren Veränderungen sofort bei einem kurzen Soundcheck sehr gut nachvollziehbar. Da wir Urlaub hatten und wegen des Lockdown nicht weg gefahren sind, ergab sich immer wieder die Gelegenheit, ein paar Lieder zu hören. Am ehesten würde ich die Veränderungen wieder mal mit einer deutlichen Steigerung der Souveränität umschreiben. Alles scheint noch fester an seinem Platz, die Dreidimensionalität macht abermals einen Sprung, es klingt vielschichtiger und zieht mich noch mehr in die Musik rein. Einen Morgen konnte ich für ein Stündchen meine Playlist auf Zufall laufen lassen. Was ich in schon sehr oft gehörten Liedern plötzlich an allerfeinsten Mikrodetails entdecken konnte, ließ mich ungläubig vor meiner Anlage sitzen und hinterließ eine tiefe Zufriedenheit und Freude.

Nun habe ich ja nicht nur das Netzkabel der Endstufe, sondern auch die Kabel vom DAC und Plixir getauscht. Es wird wohl ein Zusammenspiel der Maßnahmen sein und zeigt, wie extrem wichtig eine gute Stromversorgung ist. Sicherlich ist da noch nicht das letzte Wort gesprochen, ich bleibe am Thema Strom dran, jedoch ist eine weitere signifikante Steigerung schwer vorstellbar.

Kopfhörerverstärker Meier Corda Classic

Wie weiter oben geschrieben, ist beim Klang über Kopfhörer noch viel Luft nach oben. Ab und an und für bestimmte Alben lege ich mich jedoch gerne mal aufs Sofa und lasse mich berieseln. Jetzt, über die Weihnachtstage 2020 im harten Lockdown, war mal wieder Gelegenheit. Über Kopfhörer liebe ich es im Gegensatz zum Hören über Lautsprecher, ein ganzes Album durchzuhören. Zum Beispiel  "Into the Labyrinth" von "Dead can Dance" höre ich eigentlich nie über meine Lautsprecher - warum auch immer? Alte Genesis Alben wie "The lamb lies down on Broadway" höre ich über Kopfhörer gerne auch mal komplett durch. In Bezug auf den Klang bin ich zuerst immer total entäuscht und brauche eine gewisse Zeit zum Eingewöhnen. Meine Schwachstelle wird vermutlich der KHV-Verstärker sein, der das vorhandene Potential nicht weiter gibt. Mein damaliger DAC von Aqvox hatte einen sehr guten KHV und am Audeze LCD-2 ein traumhaftes Klangbild gezaubert. Mein jetziger NOS-DAC ist um Klassen besser und der Sennheiser HD 660s sicher nicht deutlich schlechter als der LCD-2, davon kommt jedoch nicht viel an. Also schaute ich schon länger immer mal wieder nach gebrauchten KHV, will (und kann) aber nicht viel Geld ausgeben. Eigentlich hatte ich mich in den HDVA 600 von Sennheiser verguckt, die werden gebraucht so um die 700,- € gehandelt, jedoch selten angeboten. Für den Preis gibt es auch einen neuen Cuffino von Abacus, der allerdings noch nicht gebraucht zu bekommen ist. Ich suchte also weiter in alten Testberichten und Foren und bin immer wieder über KHV von Jan Meier gestolpert, die ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben sollen. Der Meier Audio Corda Classic soll klanglich sehr gut (für den Preis) sein und hat zwei Sachen, die mich aus Erfahrung sehr reizen: Bassanhebung und Crossfeed in verschiedenen Stufen. Das bietet der Sennheiser KHV nicht und vielleicht ist der Classic unabhängig vom Neupreis die bessere Wahl für mich? Nun denn, was bietet Ebay? Erstaunlich wenig, was ich mal als gutes Zeichnen deute. Aber dann tauchte doch ein Classic zum halben Neupreis auf und ich konnte nicht widerstehen :)

Schon lange habe ich mich nicht mehr so auf etwas neues für mein Hobby "Musik hören" gefreut. Ich nutzte die Zeit um Platz zu schaffen und meine Kabel hinter der Anlage mal wieder zu entwirren. Der Classic kam Silvester und beim Auspacken war ich sehr postitiv überrascht, ich hatte ihn nicht so massiv und akkurat verarbeitet erwartet. Erst mal Funktionstest und Bedienungsanleitung überfliegen, dann ein paar Stunden warm laufen lassen. Bei mir bleibt er, genau wie die anderen Geräte, dauerhaft an.  Jan Meier empfiehlt dies auch ausdrücklich in der Anleitung. Alleine aus diesem Grund würde ich mir keine Geräte mit Röhren kaufen, der Stromverbrauch wäre zu hoch und bei Röhren hätte ich kein gutes Gefühl, diese in Abwesenheit glimmen zu lassen. So, nach ein paar Stunden das erste ernsthafte Hören und er hat mich gleich gefangen. Ist das noch der gleiche Kopfhörer, der kann ja High End :) Ich schreibe diese Zeilen am 2. Januar 2021 und gestern Abend (also 1 Tag Dauerbetrieb) hat er nochmals deutlich zugelegt und heute klingt er schon traumhaft.

Bevor ich weiter ausschweife, erst mal ein paar Fakten zum "Meier Corda Classic" (ohne ff): Er bietet Eingänge für zwei Quellen über Cinch und einen Ausgang für 6,35 Klinke. Angeschlossen wird er mit normalem Stromkabel, hier kommt erst einmal mein ausgemustertes Groneberg zum Einsatz, späteres upgrade nicht ausgeschlossen. Die Lautstärkeregelung erfolgt mittels Relais-Schaltung und selbst bei kleinster Lautstärke kann ich keine Kanalabweichung feststellen. Gainswitch (die Taste unter dem Logo) senkt die Lautstärke ab und damit ergibt sich ein sehr schöner Regelbereich für den Sennheiser 660s. Das Crossfeed habe ich auf höchster Stufe laufen und bei den meisten Aufnahmen werde ich die Bassanhebung aus lassen. Crossfeed und Bassanhebung lassen sich jeweils ausschalten oder in zwei Stufen einschleifen. Das Crossfeed ist der Hammer und extrem stimmig umgesetzt. Hier wird nicht einfach der jeweils andere Kanal zeitverzögert und überkreuzt in geringer Lautstärke eingespeist, sondern in Abhängigkeit der Position der Schallquelle. Dadurch kann man das Crossfeed immer anlassen und es stört bei Aufnahmen mit geringer Stereobreite nicht. Bei Aufnahmen, wo Schallquellen komplett auf einer Seite stehen, wird das Klangbild deutlich natürlicher und das Hören strengt nicht an. Gute Beispiele sind der Anfang von "Wish you were here" (Pink Floyd) oder "Am Fenster" (City). Auch in vielen neueren Stücken finden sich Schallquellen auf einer Seite, die in die Musik eingebettet trotzdem unbewusst Stress verursachen und hier wirkt ein gutes Crossfeed wunder. Bevor ich nun weiter schreibe, erst einmal eine ausgedehnte Hörsession.

Ich habe nun einiges gehört und auch bewußt schlechte Aufnahmen mit einbezogen. Seit vielen Jahren macht mir das Hören über Kopfhörer wieder richtig Laune und es ist eine gute Alternative zum Hören über Lautsprecher. Es klingt anders, da die Schallquellen über Kopfhörer anders wahr genommen werden. Natürlich ist im direkten Vergleich das Gefühl eines Live-Konzertes im Wohnzimmer nicht mit dem Hören über Kopfhörer vergleichbar und kann es (für mich) niemals ersetzen. Jedoch gibt es durchaus Alben, die ich mir zukünftig eher über Kopfhörer anhören werde. Als Beispiel sei hier "Kind of blue" von Miles Davis genannt, das würde ich über meine Lautsprecher nicht durchhören, weil es mir im Sofa sitzend zu langweilig ist. Ich durchforste meine Sammlung nun gezielt nach Alben, die ich zum einen länger nicht gehört habe und die zum anderen vielleicht über Kopfhörer wieder in meinen Fokus rücken. Die Wahrnehmung über KH ist für mich auch deshalb anders, da ich mit KH im Liegen höre und durch mein seit Jahrzehnten praktiziertes Autogenes Training sofort in so eine Art Trance falle, was den Höreindruck noch verstärkt. Ab und an verschlafe ich auch schon mal ein Lied ...

TV-Ton über hochwertige Kabel und DAC

Im Dezember 2020 hat die deutsche Band "AnnenMayKantereit" ihr neues Album "12" auf YouTube vorgestellt. Die ganze Platte wurde live als Stream vorgestellt und ich habe mir das Konzert über meinen PC am Fernseher angeschaut. Da war ein wirklich tolles Konzert und klanglich gar nicht so schlecht, allerdings meilenweit vom Klang der sofort bestellten CD entfernt. Kürzlich hat meine absolute Lieblingsband "The Notwist" ihr neues Album "Vertigo Days" veröffentlicht und auf YouTube findet man dazu einen schönen Clip ihres Songs "Into Love / Stars", eingespielt im Plattenladen. Ich habe den Clip erst auf dem iPad geschaut und wollte ihn dann zusammen mit meiner Frau auf dem Fernseher anschauen. Da ich durch den Kauf des Kopfhörerverstärkers keinen extra PC mehr an der Anlage habe, hätten wir das Musik-Laptop über HDMI anschließen und schauen können. Wir haben aber auch einen Amazon Fire-Stick und ich habe mir YouTube über den Fire-Stick installiert und war sehr positiv überrascht, wie gut es klanglich ist. Der Ton läuft digital durch den Fernseher, wird per Lichtleiter-Kabel abgegriffen und im iFi iDSD (DAC) gewandelt. Dann geht es per "guten" NF-Kabeln zu Verstärker. Wo kann ich da klanglich noch mehr raus holen? Wie gut kann es werden?

Ich schaute erst einmal nach bezahlbaren IR-Kabeln und entschied mich für die "Forest" von Audioquest aufgrund der vielen guten Bewertungen. Deutlich schwieriger und teurer würde es werden, die NF-Kabel von Audio-Optimum gegen klanglich überlegene Kabel zu tauschen. Dann fiel mir ein, dass ich noch ein einzelnes JH88 in der Kabelkiste habe, seinerzeit als Digitalkabel gekauft und viele Jahre eingesetzt. Das Digitalkabel von Jürgen ist identisch mit dem NF-Kabel (75 Ohm) und so suchte ich nach einem einzelnen Kabel in 1 m Länge. Auf Ebay wurde ich fündig, beide Kabel waren ein paar Tage später hier und ich lasse zwecks Einspielen ein paar Tage ins Land gehen. Lohnt sich der Aufwand für den Fernsehton?

Für den Fernsehton, also alles was über die t-online Box kommt, eher weniger. Die Unterschiede sind vernehmbar, jedoch nicht elementar. Obwohl, neulich beim "Tatort" setzte in einer Szene Musik im Hintergrund ein und ich war erstaunt, wie weit sich die Musik von den Stimmen absetzte. Vielleicht müsste auch das HDMI-Kabel gegen ein besseres getauscht werden, um die nachfolgenden Verbesserungen hörbarer zu machen. Oder ich muss mal ein Konzert über t-online hören. Ganz anders über den Amazon Fire-Stick, YouTube-Videos klingen je nach Aufnahmequalität erschreckend real und fast schon high-endig. Wir haben einiges an Konzerten und Musikvideos geschaut und das macht jetzt echt Spass. Filme über den Fire-Stick profitieren natürlich auch deutlich, dies wäre mir aber nicht so wichtig. Alles in allem hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Netzkabel - teuer ist leider geil

Weiter oben schrieb ich: "ich bleibe am Thema Strom dran, jedoch ist eine weitere signifikante Steigerung schwer vorstellbar" Vergiss es, Thomas - da liegt noch so viel Potential! Über Pfingsten 2021 konnte ich ein Stromkabel weit ausserhalb meiner (jetzigen) finanziellen Möglichkeiten in meine Kette einschleifen. Ich entschied mich für den Anschluss an die Endstufe meines RG10, hier ist sonst das Performance 5 von Fisch Audiotechnik am werkeln, mit knapp 600,- € (1,5 m) bestimmt kein Billigkabel und hat seinerzeit gegenüber dem P1 eine deutliche Steigerung gebracht. Das getestete Stromkabel hat auch ein passives Filterelement und kostet ein vielfaches des P5 von Fisch. Sofort nach dem Umstecken habe ich es schon bereut. Was nur dieses eine Kabel noch rausholt, läßt mich etwas depremiert zurück - ich kann es mir nicht leisten. Ich habe einige Stücke gehört und war bei jedem Song erstaunt, was diese 2 m (hinter dem Netzfilter von Fisch) bewirken. Zudem war das Kabel noch nicht vollständig eingespielt und würde garantiert noch letzte kleine Härten obenrum verlieren. Ich habe Details in den Liedern wahrgenommen, die nach AB-Vergleich mit dem P5 zwar auch hörbar sind, jedoch von der übrigen Musik zugedeckt werden bzw. nimmt man sie nicht bewußt war. Stimmen bekommen eine nochmals gesteigerte Realität, so real klingt es einfach sonst nicht. Die Räumlichkeit nahm gefühlt um einige Meter in allen Dimesionen zu, insgesamt klang es etwas heller. Das war der einzige Kritikpunkt, den ich aber auf das fehlende Einspielen schieben würde. Die größte Steigerung würde ich mit "organischer" beschreiben. Auf jeden Fall haben ein paar Lieder mit diesem Kabel gereicht, um diesen Klang nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen.

Ich teile mittlerweile die in High End Kreisen gängige Meinung, dass Geräte und Lautsprecher nur zu ca. 1/3 für den Klang verantwortlich sind, der Rest wird durch Kabel und Zubehör bestimmt. Bei Zubehör besonders der Bereich Gerätelagerung (Unterstellfüße, Basen) und natürlich die Raumakustik. Bei Kabeln sind es tatsächlich die Stromkabel, denen eine zentrale Bedeutung zukommt. Alle nachfolgenden Kabel können erst dann ihr Potential voll ausspielen und die Geräte / Lautsprecher sowieso.

Nun beginnt die Jagd von neuem, wenn ich "es" zu einem "leistbaren" Preis gebraucht finde, schlage ich sofort zu. Namen nenne ich an dieser Stelle noch nicht. In ein paar Tage bekomme ich ein Stromkabel eines bekannten deutschen Herstellers testweise geschickt. Preislich eher bei meinem P5 aber ein ganz heißer Tipp von fairaudio. Hören wir mal ...

Netzkabel Audioplan Ampére S

Ein paar Wochen später, Mitte Juni 2021, kam das neue Netzkabel von Audioplan (Testmuster). Herr Thomas Kühn, der Inhaber von Audioplan, gab mir noch ein paar Tipps bezüglich Einspielen und dann kam der große Moment. Kann es klanglich dem oben erwähnten und achtmal so teuren Netzkabel annährend das Wasser reichen? Ich hatte nach dem Test mit dem teuren Kabel kaum noch Musik gehört, am Anfang nach dem zurück auf mein Performance 5 klang es für meine Ohren deutlich schlechter. Ich habe nochmals Feintuning bei der Aufstellung der Lautprecher betrieben und sie nach einigen Versuchen letztlich einen Hauch weiter eingewinkelt um den Hochtonbereich etwas luftiger zu bekommen. Das passte soweit und ein paar Wochen später beim nächsten Hören war ich ganz zufrieden. Trotzdem blieb das Gefühl, wie viel besser es klingen könnte. Nun also das Ampére S eingesteckt und gleich mal ein Ohr riskiert. Es war nicht dieser AHA-Effekt, das Kabel war allerdings total neu und braucht ein paar Tage Zeit. Trotzdem fielen mir klanglich ein paar Dinge auf, die mein Gehirn auf jeden Fall positiv bewertet. Am nächsten Tag die erste längere Hörsession und eine erste  Begeisterung stellt sich ein. Diese Begeisterung verstärkte sich mit den Tagen und gefühlt lag es nun schon dicht am teuren Kabel, wobei es anders klingt. Es zeichnet tendenziell dunkler, jedoch fehlen keine Informationen an sich, sie sind nur schwärzer eingefärbt. Das Kabel zaubert einen sehr schönen, ausladenden Raum mit exakter Ortung der einzelnen Schallquellen. Die dunkle Färbung verführt zu lautem Hören, da sie leichte Restschärfen rausnimmt. Ob das nun die reine Lehre ist, sei dahingestellt. Es macht einfach nur Freude und das ist das Ziel. Die Dynamik ist ausgeprägter als ich es gewohnt bin, besonders beim lauten Hören erschrank ich bei einigen Passagen und die Augen wurden feucht vor Begeisterung. Der untere Bereich kommt sehr straff mit ordentlich Tiefgang, so liebe ich es.

Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf das Kabel. Die Stecker sind von ATL und auch einzeln bei Audioplan zu erwerben. Das Besondere ist die Ausführung in Reinkupfer, was durch ein besonderes Herstellungsverfahren erst möglich wird und auf dem Markt einzigartig ist. Laut Thomas Kühn:  

"Klanglich besitzt der ATL Kupferstecker nach meiner Erfahrung den geringsten Eigenklang. Gegenüber Standardsteckern klingt er sauberer, unverzerrter, farbiger und liefert deutlich mehr Grundtonenergie und Schwärze im Bass. Verglichen mit hochpreisigen, galvanisch veredelten Steckern überzeugt er mit perfekter tonaler Balance und natürlicher harmonischer Struktur."

Diese Beschreibung trifft es sehr genau im Vergleich mit dem P5, es klingt einfach entspannter und verführt zu lautem Hören, was dann richtig, richtig viel Spaß macht. Diese Zeilen schreibe ich nach einer guten Woche und das Kabel legt garantiert noch zu. Mehr Hintergrundinformation zum Kabel selbst ist im Bericht von fairaudio zu lesen - "Sanfte Evolution" von Jörg Dames.

Das P5 steckt genau neben dem Ampére S in der Fisch-Leiste (Analog-Ausgänge) und so brauche ich nur hinten am SL RG10 kurz umstecken, um beide Kabel zu vergleichen. Auch wenn ein direkter Vergleich zum teuren Kabel leider nicht mehr möglich ist, so habe ich die Unterschiede zum P5 noch sehr gut im Gedächnis.

Die Unterschiede zwischen P5 und dem Hochpreis-Kabel waren deutlicher und das Kabel steht auf meiner Wunschliste nach wie vor ganz oben. Gerne hätte ich es direkt mit dem Audioplan verglichen aber lassen wir die Kirche im Dorf, für einen Bruchteil des Preises macht das Ampére S einen extrem guten Job und Herr Kühn merkt an, dass es sich an einer anderen Filterleiste eventuell noch wohler fühlen würde. Ach so, ich bat um Zusendung der Rechnung.

Nach einiger Zeit fielen mir die jetzt wieder größeren Klangunterschiede zu verschiedenen Tageszeiten auf. Das P5 von Fisch Audiotechnik hatte eine deutliche Filterwirkung und meine Kette klang eigentlich fast immer gleich, egal ob tagsüber oder spät abends. In den letzten Tagen hatte ich etwas Probleme mit meinem Router und erst nach einem Reset funktionierte alles wieder. Es wurde spät und ein kurzer Test sollte diesen Abend beenden. Alles lief wieder und der Klang hat mich echt geflascht, hat mir jemand heimlich das teure (immer noch ungenannte) Stromkabel an die Endstufe gehängt? Ich habe nur drei Lieder gehört, war völlig begeistert und habe am nächsten Tag mal wieder das Netz durchwühlt, ob es irgendwas bezahlbares in Sachen Stromtuning gibt, um auch die Endstufe wieder besser gegen den Müll aus dem Netz zu schützen. Kurze Erklärung: Abends und nachts ist das Stromnetz meist deutlich weniger belastet und das ist klanglich je nach Kette gut hörbar.

Furutech NCF Clear Line AC Power Optimizer

Das Ding lief mir schon öfters im Netz über den Weg und ist mit 250,- € bezahlbar. Es wird in einen freien Steckplatz in die Stromleiste gesteckt und soll den Klang verbessern. Mittlerweile haben viele Händler das Teil im Programm und bieten die Rücknahme an, falls es zu Hause nicht die versprochene Wirkung entfaltet. Bestellt habe ich es über Audiosaul und Wolfgang Saul schreibt sehr begeistert über das kleine Gerät. Es handelt sich nicht um einen Netzfilter, stattdessen dämpft der NCF (Nano-Crystal-Formula) die Resonanzen, die in den Wechselstromleitungen und an den Ausgängen auftreten. Diese Resonanzen sind Geräusche, die sich an den Netzteilen der Geräte vorbeischleichen. Dieses Rauschen wirkt sich besonders unangenehm auf Quellkomponenten aus, die im Millivolt-Bereich arbeiten. Durch das Absenken des Grundrauschens verbessert der NCF Clear die Dynamik und hilft beim Abrufen von mehr Obertönen. Das NCF-Logo war übrigens auch an dem teuren Netzkabel an Stecker und Buchse zu finden. Die Wirkung soll sich mit zwei der Geräte übrigens noch steigern lassen, nun stecken wir erst mal einen ein:

Es klang in etwa so, wie ich es am Abend zuvor wahrgenommen hatte, also für frühen Nachmittag mitten in der Woche erstaunlich gut. An dieser Stelle ein großes Lob an Audiosaul, Mittwoch bestellt und Donnerstag steckte es schon in der Leiste. Ich hörte den gleichen Abend noch recht lange Musik. Vor vielen Jahren habe ich mir "Heroes of Nature" von Smoke City gekauft und diese CD schlummerte ungehört auf meiner Festplatte. Ich liebe "Flying away" von Smoke City (1997) und habe damals lange nach einer bezahlbaren CD vom Nachfolger gesucht. Allerdings war ich klanglich und musikalisch etwas entäuscht und so geriet die CD in Vergessenheit. Neulich beim Sport habe ich sie dann nach Jahren mal wieder gehört und fand sie gar nicht mehr so verkehrt. Auf jeden Fall wollte ich meiner Frau nur kurz das aus meiner Sicht sehr gelungene Cover von "Imagine" (John Lennon) vorspielen und der Klang hat mich förmlich erschlagen. Ich habe die CD komplett durchgehört und einige Lieder werden es in meine Musikliste schaffen. Die nächsten Tage fand ich immer mal wieder Gelegenheit, etwas Musik zu hören. Es sind wieder diese vemeintlichen Kleinigkeiten:

Habe ich jemals Lonnie Plaxico beim Spielen seines Bass auf "Rendesvouz" von Cassandra Wilson & Jacky Terrasson leise stöhnen hören? Zumindest fiel es mir das erste mal bewußt auf und ich kenne die Platte sehr gut. Die räumliche Darstellung und auch die Durchhörbarkeit der Schallereignisse hat sich verbessert, das Klangbild ist insgesamt reiner geworden und laut Hören macht noch mehr Spass. Schnelle AB-Vergleiche bringen meist nicht viel und so ließ ich einige Tage ins Land gehen, bevor ich den NCF Clear Line wieder aus der AFL-Leiste von Fisch Audiotechnik entfernte. Nach einigen Tagen zog ich ihn nach "Imagine" raus und startete das Cover von Smoke City erneut. Es reichten wenige Sekunden, um die Unterschiede zu hören. Dann kam meine Frau gerade nach Hause und so blieb der Stecker noch ein halbes Stündchen draußen. Später konnte ich das Stück dann nochmal mit Stecker hören und soweit war alles wieder gut ... aber

Trotz späterer Stunde hatte ich das Gefühl, das Niveau wäre wieder etwas abgesackt - also etwas schlechter als vor dem Ziehen des NCF Clear. Halten Sie mich für besch.... aber erst nach einigen Tagen hat mein System wieder perfekt geklungen. Der nächste Hörabend kann kommen, wird ja bald Herbst und die Tage kürzer.

Zwei Tage später zu fortgeschrittener Stunde fiel mir ein, dass ich vor zwei Jahren "Revolver" von "The Beatles" gekauft hatte und eigentlich damals nur kurz reingehört hatte, ich mag ja eher die spätere Phase. Klanglich sind die Aufnahmen sicherlich nicht mit modernen, hochwertigen Aufnahmen zu vergleichen aber eine gute Anlage macht daraus ein Erlebnis, als ob man im Tonstudio dabei gewesen wäre. Ich habe meiner Frau ein paar Lieder vorgespielt und sie saß ungläubig vor den Bullis, eine gute Anlage ist eine Zeitmaschine. Natürlich läßt es mir keine Ruhe, wie wohl ein zweiter NCF Clear den Klang meiner Kette weiter verbessern könnte. Süchtig? Definitiv!

Ich fand einen auf eBay, deutlich unter Neupreis. Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit intensiv mit der Stromversorgung und das AHA-Erlebnis war das oben erwähnte teure Stromkabel an der Endstufe. Nun lasse ich die Katze mal aus dem Sack, es war ein Acoustic Revive Power Sensual MD. Verglichen mit den teuersten (und besten?) Lösungen auf dem Markt ist dieses Kabel noch vergleichsweise bezahlbar. Die Eindrücke von Marco Kolks ("schiere, reine Verblüffung") oder Andreas Wenderoth ("Dynamik und Präsenz, die ich in meinen Komponenten so noch nie erlebt habe") konnte ich auf Anhieb nachvollziehen. Ein Siltech Triple Crown kostet mit 15.800 € mehr als viermal mehr. Was beide Kabel eint, sie verwenden die gleichen Furutech Stecker und Buchsen mit dem blauen NCF-Logo. Dieses Logo hat sich bei mir eingebrannt und das war der ausschlaggebende Grund, warum ich den NCF Clear Line testweise bestellt habe. In Kombination mit dem Netzkabel von Audioplan geht es nun deutlich in die Richtung wie mit dem Power Sensual. Das steht immer noch auf meiner Wunschliste ganz oben und die NCF Clear würden auch mit dem Kabel ihre Wirkung zeigen, zumindest in meiner jetzigen Konstellation. Interessant wäre, ob die NCF´s auch in Verbindung mit einem großen Plixir Elite BAC noch eine signifikante Verbesserung bringen würden. Aber nun heißt es abwarten auf die Ankunft des zweiten NCF Clear Line AC Power Optimizer.

Am nächsten Tag steckte er in der Leiste, nun steckt einer am Anfang und der andere am Ende. Ich hatte etwas bedenken, weil der letzte Platz ein gefilterter für Digitalgeräte ist. Mein Aqvox-Netzteil für den iFi (Fernsehton) musste leider weichen. Einige Stunden nach dem Einstecken ein kurzer Hörcheck mit sehr positiven Gefühl, richtig Zeit hatte ich erst einen Tag später und eigentlich gar keine Lust, Musik zu hören. Ich ließ mal wieder meine Lieblingstitel (irgendwas um die 3000 Titel) auf Zufall laufen, zog vorher die Rollos vor die Scheiben und den Akustikvorhang hinter meinem Hörplatz zu. Ehrlich? Ich rechnete nicht mit einer weiteren deutlich hörbaren Steigerung, eher so mit Nuancen. Ich sage nur, der Hammer, was dieser zweite NCF Clear rausholt. Als ob er nur darauf gewartet hat, endlich nicht mehr alleine schuften zu müssen und gemeinsam geht doch alles besser, oder? Im Netz ist viel zu finden über diese kleinen Wunder, ich kann alles nachvollziehen und versuche es mal mit eigenen Worten.

Das Klangbild ist nochmals deutlich reiner geworden, wie von letztem Unrat befreit. Unwillkürlich wandert der Lautstärkeregler immer weiter, den Bullis scheint das richtig Spaß zu machen und mir erst!  Tiefe Frequenzen werden deutlich akkurater rausgearbeitet und es geht tatsächlich noch tiefer in den Keller ohne ins dröhnige zu rutschen. Die holografische Abbildung gewinnt deutlich an Raum, besonders zwischen den Schallereignissen ist noch mehr Luft. Was mir gestern extrem auffiel, waren diese feinen Nebengeräusche vom Aufnahme-Equipment in fast jedem Lied, besonders natürlich in leisen Passagen oder am Anfang und Ende. Das kannte ich von einigen Liedern aber in in dieser Deutlichkeit habe ich das bisher nicht wahrgenommen. Nach der Hörsession war für micht klar, das Niveau des teuren Stromkabels insgesamt erreicht zu haben, wobei es vielleicht sogar noch besser klingt. Wie weiter oben geschrieben, hatte das Power Sensual MD ja eine gewisse Betonung in höheren Frequenzen, die beim lauten Hören störten und vermutlich auf fehlendes Einspielen zurückzuführen waren. Das ist jetzt absolut nicht der Fall und richtig laut macht echt Laune.

Mir zeigt es wieder einmal, wie viel Luft nach oben noch vorhanden ist. Besonders freue ich mich, dass mein Equipment diese Verbesserungen deutlich hörbar macht. Ich werde also weiter am Thema Strom dran bleiben, bevor ich in anderen Bereichen investiere. Abschließend kann man wohl sagen, dass die Furutech NCF Clear Line AC Power Optimizer ein im Bereich Strom noch nicht ausgereiztes System deutlich nach vorne bringen können. Eine dicke Empfehlung und am besten selber testen.

Schuman-Generator

In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder von Schuman-Generatoren gelesen. Durch meine intensive Beschäftigung mit Stromversorgung und dadurch mit der Firma Acoustic Revive, lese ich fast zwangsläufig auch über deren Geräte RR-77, RR-777 und RR-888 (aktuelles Gerät). Ich habe mir allerdings aus Kostengründen nicht das "Original" sondern ein günstiges Gerät von Nobosound gekauft, in einer schönen Holzbox. In Foren las ich von Vergleichen mit dem RR-777 und scheinbar vergleichbarer Wirkung. Das Gerät erzeugt elektromagnetische Wellen im Bereich um 7,83 Hz, welche zum Wohlbefinden beitragen sollen und auch Klänge besser wahrnehmbar machen (sollen). Nachdem das Gerät ein paar Tage lief und die Musik mich bei einem Hörabend extrem in ihren Bann gezogen hat, hatte ich keine Lust auf AB-Vergleiche. Dann las ich allerdings von der optimalen Positionierung (in mind. 1,40m Höhe und am besten zwischen den LS) und stellte das Gerät nochmal um. Es stand bei ca. 1,30m und rechts hinter mir im Regal auf unseren alten Röhrenradio, jetzt wanderte es im Regal mit Verlängerungskabel ganz nach oben. Dort stand es und ein paar Tage später hörte ich Musik, nur wollte sie mich einfach nicht so richtig packen. Am nächsten Tag ein neuer Versuch, wieder fehlte mir was. Dann habe ich das Gerät wieder zurück gestellt und ein paar Tage gewartet (Nobosound spricht von 60 Stunden). Nun war allerdings genau in diesen Tagen mein W-Lan-Router defekt und Laptop/iPad über mein Handy im W-Lan, das kann natürlich auch eine Rolle gespielt haben. Auf jeden Fall hatte ich gestern den neuen Router in Betrieb (gleiches Modell) und testete nochmal kurz, ob die Fernsteuerung der Musiksoftware über das iPad funktioniert. Es klang magisch und kein Vergleich zu den beiden Tagen, wo der Funke nicht überspringen wollte. Die Musik nahm mich extrem gefangen und ich werde nach der nächsten längeren Hörsession den Schuman-Generator am Ende mal ausschalten und die letzten Lieder nochmal hören ... demnächst mehr.

 Die Quelle

Seit dem ich den Audio-Optimum NOS-DAC betreibe, frage ich mich, inwieweit er in meiner Konstellation ausgereizt wird. Damit meine ich zuerst einmal den Weg zum DAC hin, in meinem Fall also das Rippen der CD, Laptop mit JRiver, gutes USB-Kabel, 2 x Jitterbug, Reclocker und gutes Koax-Kabel. Mir ist völlig klar, dass ein höchstwertiger Musikserver klanglich mehr rausholen wird, vermutlich müsste ich auch alle CDs neu rippen. Leider sind solche Lösungen sehr teuer und machen erst einmal viel Arbeit. Zudem ist die Frage, ob die Steuerung solcher Systeme über App auch in 10 Jahren noch funktioniert? Meine Frau hört über unsere Anlage alleine nie Musik, weil es ihr viel zu aufwendig ist, dass Laptop anzuschließen, die Software zu starten und dann über das iPad zu bedienen. Alle unsere CDs stehen seit einigen Jahren wieder im Wohnzimmer, alphabetisch sortiert und irgendwie vermehren sie sich auch ständig :)

Ich kam also ins Grübeln und habe mir überlegt, wie wichtig mir die Bedienung meiner Anlage über das iPad ist. Natürlich geht es bis auf den Startprozess kaum einfacher und bequemer, besonders meine Favoritenlisten machen für mich das Musikhören zum Erlebnis. Allerdings höre ich tatsächlich im Auto, beim Sport und auch über Kopfhörer immer Alben und keine Listen. Was wäre also so schlimm, wenn ich wieder CDs in einen CD-Spieler legen müsste, um Musik zu hören? Wie weit würde ich klanglich gegenüber meiner jetzigen Lösung kommen? Wie teuer wäre eine endgültige Lösung im Bereich der Quelle? O.K. - frag ich mal Google.

Ich habe nicht viel in Verbindung mit meinem NOS-DAC gefunden, jedoch allgemein recht viel über CD-Laufwerke in Verbindung mit hochwertigen Wandlern. Als günstige Lösung bin ich immer wieder über den Audiolab 6000 CDT gestolpert, negative Aussagen habe ich in Bezug auf den Preis (ca. 500,- €) keine gefunden. Nach oben ist wieder mal alles offen und da finde ich den Jay´s Audio CDT2-MK3 sehr interessant, der preisklassebezogen (2500,- €) in den höchsten Tönen gelobt wird. Nun gut, später vielleicht. Erst mal suchte ich nach einem gebrauchten Audiolab, der nach Aussage einiger im Netz sogar hochpreisige Wandler sehr weit ausreizen soll. Es werden auch verschiedene Tuningpakete angeboten, die bezahlbar sind.

Audiolab 6000 CDT (CD-Transport)

Black is beauty und die Auswahl an schwarzen Geräten war gebraucht fast null, nur einer wurde als Vorführgerät bei einem Händler mit voller Garantie angeboten. Ich nahm sofort Kontakt auf und kaufte ihn deutlich unter Neupreis, da blieb noch Geld für ein angemessenes Netzkabel übrig. Ich entschied mich für ein Supra LoRad 1.5. Zwischenzeitlich erhielt ich einen Anruf vom "Hifi-Architekten" Helmut Oltersdorf, diesen hatte ich nach seinen Erfahrungen mit dem NOS-DAC an hochwertigen Laufwerken gefragt - er nutzt einen C.E.C. TL 2N am Audio-Optimum und konnte nur gutes von dieser Verbindung berichten. Zudem hat er auch den Audiolab 6000 CDT im Programm und untermauerte die guten Eindrücke, die ich im Netz gelesen hatte. Im recht langen Gespräch gab er mir viele Tipps und konnte diese sehr fundiert erläutern. Vielen Dank und ich werde das ein oder andere bestimmt probieren und gerne auch vorbei schauen, wenn ich mal in der Nähe bin.

Er kam bei kühlen Aussentemperaturen an und nach dem Umbau meines Racks fand er seinen Platz unten neben dem Verstärker, erst einmal ohne spezielle Unterstellfüsse. Vorher habe ich die Sicherung gegen eine rhodiumbeschichtete Sicherung von Padis getauscht. Obwohl kalt und vermutlich kaum eingespielt nicht viel zu erwarten war, klang es echt gruselig. Stimmen metallisch hohl, Räumlichkeit kaum vorhanden, alles klebte an den Lautsprechern. Nach ein paar Stunden war er schon deutlich besser und es kam tatsächlich Musik raus! Da sage noch einer, ein CD-Transport hat keinen Einfuss auf den Klang!

Die Nacht war arbeitsintensiv mit Cassandra Wilson´s "Traveling Miles" für den optisch und haptisch sehr gelungenen CDT im Dauerlauf. Wie bekam ihm die Nacht mit ihr alleine? Ausgesprochen gut und kaum zu glauben, was diese eine Nacht gebracht hat. Am morgen habe ich verschiedene Stücke gehört, die ich sehr gut kenne und das ist schon sehr nahe am gewohnten Klang. Noch ist ein leichter metallischer Beigeschmack in Stimmen wahrzunehmen und die holografische Abbildung ist noch ganz wie gewohnt, insgesamt jedoch schon richtig gut.

Am Abend (Samstag) haben wie einen gemütlichen Musikabend gemacht, am Sonntag habe ich auch noch ein wenig gehört und es ist dicht an meiner vorherigen Lösung, jedoch nicht perfekt. Die Räumlichkeit ist in der Breite schon fast wie gewohnt, in der Tiefe dürfte es gerne noch etwas mehr sein. Insgesamt fehlt mir noch etwas "Farbe" im Klang, besonders bei nicht so gut klingenden CDs fällt mir das auf. Meine Frau freut sich sehr über den Player und wird sich nun auch gerne mal alleine vor die Anlage setzen.

So, was geht? Ziel ist mindestens den Klang der vorherigen Lösung zu erreichen, schöner wäre besser! Wenn der Audiolab das schafft, sollte ein richtig gutes Laufwerk es deutlich toppen.

Zum einen muss er sich weiter einspielen, 2-3 Wochen sollte man ihm zugestehen. Trotzdem schaute ich weiter, was noch zu machen ist. Zum einen habe ich meine geliebten Blotevogel CD-STR5 gebraucht zum guten Kurs gefunden und bin sehr gespannt. Mein letzter CD-Spieler von Sony CDP-50ES (hochgradig getunt) profitierte damals deutlich von dem String-System.

Er hängt zwar an einer guten Netzleiste mit spezieller Filterung für Digitalgeräte aber aus meiner Erfahrung ist ein Trenntrafo neben einem guten Netzkabel für Digitalgeräte sinnvoll. Besonders CD-Spieler streuen gerne auch hochfrequente Störungen zurück ins Netz, dies wird von Trenntrafos verhindert. Die Dinger sind leider teuer und das Beste wäre vermutlich ein größerer Plixir mit mehr Anschlüssen. Ich bin "lang hingefallen" als ich die neusten Preise gesehen habe, da war meiner (gebraucht) echt ein Schnäppchen. Durch meine postiven Erfahrungen mit Audioplan habe ich mich auf die Suche nach einem älteren (und bezahlbaren) Power Plant gemacht und konnte mittels Preisvorschlag einen auf eBay ergattern.

Am Montagabend, also nach drei Tagen Dauerlauf, legte ich William Fitzsimmons "Charleroi" ein und war ziemlich geflascht über den Klang. Extrem holografisch und eine sehr natürliche Stimmwiedergabe. Da ich diese CD scheinbar nie eingelesen und erst am Wochenende entdeckt hatte, folgte das mir sehr bekannte Album von Dillon "This silence kills" und ja, deutlich besser als noch am Samstag und fast besser als über PC. Es klang natürlicher, dafür fehlte ein wenig Auflösung, ich würde von einem Patt sprechen. Nun erwarte ich sehnsüchtig die Unterstellfüße und den Trenntrafo.

Der Trenntrafo kam am Dienstag und ich hatte die Größe etwas unterschätzt, zudem ist das Anschlusskabel recht kurz. Es war sehr knapp aber nun hat er einen unauffälligen Platz unten neben dem linken Lautsprecher gefunden. Erster Höreindruck mit dem deutlich durchgekühlten PowerPlant war schon gut und vor allem die Tiefenstaffelung hat zugelegt. Mit dem Klang könnte ich schon leben, nur ist mein Ziel ja eine deutliche Steigerung zu meiner bisherigen Lösung. Einen Tag später kamen die Blotevogel und der 6000 CDT hat einen weiteren Tag im Dauerlauf hinter sich.

Am Freitag, also nach einer Woche, klingt er unter meinen jetzigen Bedingungen sehr stimmig und eigentlich stören je nach Aufnahme nur leichte Härten im mittleren Bereich, die hauptsächlich Stimmen einen metallischen Touch geben können. Bei vielen hochwertigen Aufnahmen ist es bereits "rund" und mit zunehmender Einspieldauer wird es hoffentlich noch besser. Das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau!

Der 6000 CDT spielt für seine Preisklasse extrem holografisch mit einem bis dato nicht gehörten Tiefgang, meine PC-Lösung hat er nach einer Woche hinter sich gelassen. Es klingt anders und daran musste ich mich etwas gewöhnen. Er spielt deutlich "trockner" und etwas dunkler, als ob bei meiner PC-Lösung etwas dazu gemischt wurde, was nun fehlt. Insgesamt hört es sich so richtiger an und gute Aufnahmen lassen mich sprachlos vor der Anlage sitzen. Richtig, richtig gut! Unbedingt beim Hören das Display ausschalten, sonst klingt er nervöser und dünner.

Übrigens lieben wir es, wieder ans CD-Regal zu gehen und uns eine gute Scheibe raus zu ziehen. Wir hören deutlich mehr Musik, auch gerne nebenbei beim Kochen etc. Besonders meine Frau freut sich sehr über "back to the roots" und entdeckt gerade unsere CD-Sammlung neu.

Tja, der nächste Schritt wird leider nicht so schnell gehen und wir sparen auf unser Traum-Laufwerk. Bis dahin probiere ich aus, wie ich den 6000 CDT zu noch besserem Klang verhelfen kann, ohne ihn extern tunen zu lassen. Das Geld würde ich später nicht mehr raus holen.

Standardmäßig stellt sich der Audiolab 6000 CDT nach 20 Minuten aus, sofern keine CD läuft. Laut Bedienungsanleitung soll man diese Zeit auf eine Stunde oder auf "Never" ändern können. Da es nicht genau erklärt war, nahm ich Kontakt mit dem Vertrieb auf. Laut IAD soll man die Standby-Taste gedrückt halten und kann dann mit den Skip-Tasten die Einstellung ändern. Bei mir klappte es damit nicht, jedoch mit der Taste "Info" statt der Skip-Tasten. Nun ist er dauerhaft im Standby und klingt gleich richtig gut, er muss sich nicht erst warm laufen. Meine Erfahrung zeigt auch, dass dauerhaft eingeschaltete Geräte nach ein paar Wochen zur klanglichen Höchstform auflaufen. Das sind mir die ca. 3,- € pro Monat wert, zumal wir Ökostrom haben.

Für Sicherungen kann man viel Geld ausgeben, meine Padis im CD-Transport war mit unter 30,- € noch recht günstig und sie lag eh noch rum. Da der abgesicherte Wert zu hoch war, bestellte ich mir eine Sicherung mit dem richtigen Wert von "Hifi-Tuning", die Supreme "T" in der Ausführung 0,315mA. Diese Sicherungen haben einen sehr guten Ruf und sind mit 50,- € noch bezahlbar. Nach dem Tausch ist mir klanglich nichts aufgefallen, jedoch benötigen auch Sicherungen "burn-in". Ich bin kein Hifi-Tester sondern höre einfach nur gerne Musik, AB-Vergleiche mache ich eher selten, weil ich meine, ein sehr gutes Klang-Gedächnis zu haben. Die Zeit wird es also zeigen und überhaupt spielt sich das System rund um den CDT immer noch weiter ein. Ich habe ein paar geliebte longtracks, meistens höre ich diese Tracks wie "Am Fenster" (City), Tubular Bells (Mike Oldfield), Supper`s ready (Genesis) oder Just a poke (Sweet Smoke) jahrelang gar nicht und bin dann ziemlich geflascht über den Klang dieser alten Aufnahmen. Neulich war "Am Fenster" in Maximallautstärke dran, also was mein Verstärker gerade noch so schafft. Sehr, sehr geil und deutlich intensiver als in meiner Erinnerung.

Colours of Sound Digitalkabel

Parallel schaue ich nach anderen Koax-Digital-Kabeln, vielleicht toppt ja ein bezahlbares mein hochgeschätztes DR-510 von Oyaide? Mein Hifi-Freund Jörg (siehe weiter oben - der sich damals auch den NOS-DAC gekauft hat) hat gute Erfahrungen mit Colours-of-Sound gemacht. Auf der Homepage von Domenico Sarno finden sich viele begeisterte Berichte von Hörern und er hatte auch schon einen Bericht über seine Kabel im Hörerlebnis. Nach dem Tipp von Jörg hatte ich die Kabel immer auf dem Schirm und nun würde ich sein preislich nahezu identisches Digitalkabel gerne testen. Er bietet an, ohne Vorkasse jedes Kabel für ein paar Wochen in die eigene Kette zu integrieren und es bei Nichtgefallen einfach zurück zu senden - wie fair ist das denn? Da ich immer wieder gelesen habe, dass ein Digitalkabel eine bestimmte Mindestlänge haben sollte (1 m) und es bei mir durch den Umbau sowieso etwas knapp ist, fertigt mir Herr Sarno eigens ein Kabel mit 1,25m. Nun heißt es warten ...

Das Kabel kam erstaunlich schnell hier an, nur leider passte der Stecker am DAC nicht. Ich habe in Absprache mit Herrn Sarno alles probiert, der Stecker wollte aufgrund der versenkten Buchsen am DAC nicht drauf gehen. Kein Problem, er baut mir ein neues Kabel mit anderen Steckern, die etwas schmaler sind. Das war am Wochenende und bereits am Dienstag war das neue Kabel hier! Mein Oyaide hat übrigens doch nur eine Länge von 70cm und so baute mir Colours of Sound das neue Kabel in 1m. Es passte :)

Kurzer Funktionstest und dann den CDT in den Dauerlauf versetzt. Ein erster Hörcheck nach einem Tag ließ schon gutes erahnen aber ich ließ das Kabel zwei Tage vor dem ersten ernsthaften Hören einspielen. Während ich diese Zeilen tippe, läuft er immer noch im Dauerlauf und nach meiner Erfahrung legen auch Kabel immer noch weiter zu.

Das Oyaide DR-510 ist bestimmt kein schlechtes Kabel und konnte sich in Vergleichen gegen preislich ähnliche Kabel vor einiger Zeit deutlich durchsetzen. In Foren wird berichtet, wie gut sich das Oyaide auch gegen preislich deutlich teurere Digitalkabel aufgrund seiner Ausgewogenheit schlägt. Der hauptsächliche Grund nach einem Digitalkabel zu schauen, war das etwas harsche meines Audiolab 6000 CDT im oberen Mittenband, was bei der einen oder anderen (schlechten) Aufnahme trotz hinreichender Einspielzeit auffiel. Da ich wegen dem geplanten Umstieg auf ein teures Laufwerk kein Geld in den Player an sich stecken möchte, schaue ich nach Möglichkeiten, das Optimum aus dem Audiolab rauszukitzeln.

Meine Idee war gut, das Digitalkabel von Domenico Sarno klingt insgesamt harmonischer und sogar noch etwas räumlicher als das Oyaide. Besonders die Stimmwiedergabe gewinnt auch (oder gerade) bei nicht so guten Aufnahmen an Autenzietät und ermöglicht lautes Hören ohne nervigen Beigeschmack. Erst dachte ich, das Kabel erspielt sich diese Abmilderung gegenüber dem Oyaide mit weniger Auflösung, nach einigen intensiv gehörten CD´s kann ich dies jedoch verneinen. Das Colours-of-Sound macht seinem Namen alle Ehre und bietet die Musik sehr farbig dar, der kritische Bereich wird akustisch etwas nach hinten verlagert. Sehr angenehm und langzeittauglich.

Das Angebot des unverbindliches Tests aller seiner Kabel ohne Vorkasse macht es leicht, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Ich werde auf jeden Fall darauf zurück kommen und mir zu gegebener Zeit seine anderen Kabel anhören. Erst mal das Laufwerk :)

50 Minuten Achterbahn mit "The Notwist" - Vertigo Days

Meine Frau und ich sind seit vielen Jahren Fans von The Notwist es ist meine absolute Lieblingsband. Für Februar 2022 haben wir Karten und freuen uns sehr darauf. Es gibt wenige Platten, die ich extrem laut durchhöre und dann gefühlt nicht mehr auf dieser Welt bin. Man sollte sich schon ein wenig einhören in diese extrem abwechslungsreiche Platte und natürlich Notwist mögen, dann wird es magisch. Ich habe die CD damals mit dem Acoustic Revive Stromkabel (3800,- €) an der Endstufe durchgehört und war extrem begeistert. Es ist keine ausgesprochen audiophile CD, da gibt es deutlich bessere Aufnahmen. Teilweise ist es gerade laut dicht an der Schmerzgrenze. Mit "laut" meine ich LAUT - also Clublautstärke, deswegen liebe ich unsere Bullfrogs neben dem fantastischen Klang so sehr. Die 38er Bässe lassen das Haus beben, ohne auch nur einen Hauch von Anstrengung zu zeigen. 350 Watt Belastbarkeit bei 94 dB Wirkungsgrad ergeben 115 dB, die erreiche ich natürlich mit meinem Verstärker nicht ganz, aber es "reicht". Damals hatte ich nach dem zurück auf mein Stromkabel (Fisch Audiotechnik Performance 5) die CD nicht mehr mit Genuss hören können und erst nach Aufwand und Geld (Stromkabel von Audioplan, 2 x Furutech NCF in der Stromleiste) war sie wieder hörbar und hat in etwa das Niveau wie mit dem Power Sensual von AR erreicht. Nun hat sich seitdem viel geändert in meiner Kette, statt Musik vom PC höre ich zur Zeit mit dem Audiolab 6000 CDT und das neue Digitalkabel von Colours of Sound ist nun komplett eingespielt. Nun wollte wissen, wie mich Vertigo Days weg beamen kann:

"Beam me up, Scotty"

Ganz großes Kino und das Digitalkabel von Domenico Sarno hat einen großen Anteil daran. Gerade zum Ende hin wird die Platte echt heftig und ich musste mir die anderen Male ein wenig gut zureden, um diese Passagen ohne Griff zur FB durchzuhalten. Diesmal blieb es sehr entspannt und trotzdem gab es nie das Gefühl, hier wird etwas verdeckt oder es fehlt etwas. Im Gegenteil, die kleinsten Soudschnippsel standen extrem deutlich im Raum und das Klangbild zog mich als Zuhörer absolut mit in die Musik hinein. Aus meiner Erinnerung ein nochmals deutlicher Schritt im Vergleich zu damals (mit dem AR) und ich hätte nie gedacht, mit einem 500,- € Laufwerk so weit zu kommen.

Pro und Contra CD vs Ripping

Bis in den Herbst 2021 habe ich keinerlei Gedanken daran verschwendet, evtl. wieder auf das Abspielen von CDs zurück zu wechseln. Ich liebte es, meine Favoritenlisten durchzuschauen und mir eine Liste mit Lieblingstiteln für eine schöne Hörrunde zu erstellen. Der Wechsel zurück auf ein CD-Laufwerk hatte rein klangliche Gründe und unser derzeit geplantes Laufwerk von Project (CD Box RS2 T) wird im Verhältnis zum machbaren Klang deutlich günstiger sein, als ein vergleichbarer Ripper. Natürlich bietet ein System mit abgelegten CDs bzw. runtergeladenen Alben deutliche Vorteile bei der Bedienung. Man kann damit natürlich genauso Alben hören, wie von CD direkt, hat aber alle Möglichkeiten des schnellen Zugriffs. Also nur Vorteile?

Ich entdecke gerade wieder, wie schön es ist, ein Album einfach mal durch zu hören. Und ich entdecke unzählige Titel auf meinen CDs, die ich scheinbar nie gehört hatte und da sind einige Perlen dabei. Bei mir lief es so: CD gekauft, gerippt, gehört, Lieblingslieder in JRiver markiert (für die Listen) und die nicht so tollen Lieder fielen dann hinten runter. Viele Songs benötigen aber vielfaches Hören, um ihre Schönheit zu erfassen - das braucht Zeit. Meine Frau mochte das "Durcheinander" noch nie und jeder Hörer von LPs / CDs wird bestätigen, dass man bewußter hört.

Ein weiteres Pro für das Hören von CDs ist die völlige Unabhängikeit vom Internet. Egal, ob der PC gerade ein Update machen will, ob der Router schwächelt, das iPad für die Bedienung mal wieder alle ist oder die App nicht reagiert, ob überhaupt Internet da ist - einfach eine CD einlegen und Musik hören. Ich spinne mal weiter: Router mit allen verbundenen Geräten aus, das Handy für Notfälle so weit weg legen, dass das Klingeln gerade noch zu hören wäre oder einfach auch aus. Nur noch Musik und ich bilde mir ein, es klingt noch besser so!

Bei Musik über PC gab es selten auch mal eine ganz kurze Störung im Lied, als ob die Datei nicht 100%ig ausgelesen wurde. Kaum auffällig aber wenn man die Musik extrem gut kennt, fällt es einem doch auf. Zudem sei die generelle Frage erlaubt, wie gut ein Laufwerk zum Rippen sein müsste, um mit den besten Laufwerken in CD-Playern / Transporten mitzuhalten? Ich zitiere hier mal Volker Kühn von Audiolab über ein CD-Laufwerk von Jadis:

"Wer wissen will, wie viel Musik in der CD-Technik steckt, muss Calliope hören. Calliope ist eine echte Herausforderung für die besten analogen Laufwerke dieses Planeten, nicht-physische Medien haben meines Erachtens nicht den Hauch einer Chance."

Ich denke, hier spricht jemand, der so eine Aussage aufgrund seiner langjährigen Erfahrung sehr glaubhaft darlegt. Gerade mit der CD Box RS2 T von Project soll höchstwertige CD-Wiedergabe, entsprechender DAC vorausgesetzt, nun auch Einzug in bezahlbare Regionen gefunden haben.

Zu guter letzt immer das Gefühl, ob die Quelle mit dem Rest der Kette mithalten kann oder hier einfach zu viel Klang liegen bleibt? Ich denke, mit dem Project RS2 T, gutem Netzteil / Stromkabel sowie top Digitalkabel am Audio-Optimum sollte ich das Thema Quelle abhaken können. Apropro, es ist gerade ein Paket von meinem Hifi-Freund Jörg unterwegs: Sein selbst gebautes hochweriges Netzteil für unseren NOS-DAC sowie sein Black Cat Digitalkabel zum Testen an meiner Kette:

Black Cat Digitalkabel RCA

In meiner jetzigen Konstellation konnte sich das mit 750,- € bepreiste Kabel (1m) keinen Vorteil gegenüber dem Colours of Sound (ca. 1/3 des Preises) herausspielen. Sie waren klanglich eigentlich kaum zu unterscheiden, jedoch setzte das CoS den kritischen Hörbereich etwas weiter nach hinten, was mir besser gefällt. Interessant wird dieser Vergleich, wenn wir unser geplantes High-End-Laufwerk haben. Im Moment läuft auch ein Stromkabel von CoS testweise am Audiolab CD-Transport, vielleicht hätte dies schon deutlichere Unterschiede zwischen den Digitalkabeln gezeigt. Da ich jedoch den Vergleich zum Oyaide noch sehr gut im Ohr hatte, kann ich dem CoS nach wie vor ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Das Black Cat ist nun auf dem Weg zum Besitzer. Das Netzteil brachte im übrigen unter meinen Bedingungen auch nach über einer Woche Dauerbetrieb keinerlei Vorteil gegenüber dem originalen Netzteil von Audio Optimum.

Netzkabel White Bird von Colours of Sound Version 24 Karat Gold

Domenico Sarno bewirbt auf seiner Homepage die Version 24 Karat vergoldet als die klanglich homogenste. Der Grund für die Testbestellung war, dass ich kurz (1/2 CD-Länge) ein von Jörg selbst konfektioniertes TMR NK2 Kabel am Audiolab hatte und eigentlich gar nicht mehr zu meinem Fotostammtisch wollte, so gut klang es. Nun hatte ich "Third" von Portishead allerdings ewig nicht gehört und scheinbar auch nur wenige Lieder in meiner Liste gehabt, ich entdeckte die Platte neu und die ist mega. Früher waren mir einige Stücke zu nervig, so dass sie nie den Weg in meine Favoritenliste auf JRiver geschafft haben. Diesmal auch laut absolut kein Problem und ein echtes Erlebnis, wird eine meiner aktuellen Lieblings-CDs. Das Kabel von Jörg verpackte ich dann wieder für die Rücksendung und am nächsten Tag kam auch schon das White Bird, also erst mal ein paar Tage einspielen. Zwischenzeitlich telefonierte ich mit Jörg und er bot mir an, das TMR für Vergleiche mit dem White Bird und dem Supra noch zu behalten. Nach einigen Tagen am Netz nun ein erster Vergleich zwischen den drei Netzkabeln.

Und der erste Anlauf ging gleich in die Hose :) Ich habe wieder die Third gewählt, Domenico Sarno´s White Bird versorgte den Audiolab seit vier Tagen und ich hatte gute zwei Stunden Zeit, bis meine Frau von der Arbeit kam. Nur konnte ich mich nicht davon losreißen und hörte das dritte Studioalbum von Portishead komplett durch, wie meist in "Zimmerlautstärke", also wenn man die Musik in allen Zimmer hören kann. Eine geile Platte, klanglich sehr interessant und für mich extrem einnehmend. Danach war ich so zufrieden und wollte diesen Zauber nicht mit schnöden Kabelvergleichen zerstören. Neuer Anlauf folgt.

Ein paar Tage später nochmals Portishead, diesmal ihr zweites Album und hier habe ich mir für Vergleiche den Titel "Undenied" rausgesucht. Er bietet eine gute Räumlichkeit, ist im Präsenzbereich grenzwertig aufgenommen und hat ordentlich Tiefgang. Das seit nunmehr eine Woche am CD-Transport (immer an, Standby ausgeschaltet) hängende White Bird machte den Anfang und ja, auch die zweite Platte von Portishead nahm mich sofort gefangen. Den Song habe ich zweimal hintereinander gehört, Lautstärke wurde nicht angetastet und nun das TMR NK2 (selbst konfektioniert von Jörg) angeschlossen. Von riesigen Unterschieden zu sprechen, wäre ungerecht. Trotzdem hatte ich beim Hören das Gefühl, hier fehlt was und die Stimme klang vorher reiner, klarer. Nach mehrmaligen Hören verschwamm dieser Eindruck aber nach dem Zurück auf das White Bird war wieder alles da und sofort nahm mich der Titel wieder gefangen. Schwer zu beschreiben, mit dem White Bird wurde so ein leichter Grauschleier entfernt und ich war mittendrin. Das ganze Spiel nochmal, mit gleichem Ergebnis. Nun ließ ich das CoS dran und hörte die CD erst mal zu Ende, der Wahnsinn! Wenn man davon ausgeht, dass der Audioplan PowerPlant 100 an der Fisch-Leiste für Digitalgeräte schon so gut wie alles Störende aus dem Netz entfernt, sind diese Unterschiede an einem günstigen CD-Laufwerk schon erstaunlich.

Das TMR war somit raus und ein paar Tage später das gleiche Spiel mit dem Supra LoRad 1.5 Mk 2. Erst mal wieder das CoS, dann umgesteckt: Tja, also? Auch nach mehrmaligem Umstecken konnte ich keine bzw. nur äußerst geringe Unterschiede zugunsten des Supra feststellen. Ich habe dann nochmal einige Lieder mit dem CoS gehört und dann wieder entgültig auf das Supra umgesteckt, alles bestens! Nun, wo das White Bird schon mal im Hause ist, tausche ich testweise das Versorgungskabel des Plixir (McIntosh Cobra) gegen das CoS. Ich ließ es über das Wochende dran und am Montag abend das nächste "battle": Hier waren die Unterschiede etwas deutlicher, jedoch ohne klaren Favoriten. Das White Bird etwas klarer, bei hohen Lautstärken etwas nervös im Präsenzbereich. Das Cobra leicht dunkler mit etwas mehr Räumlichkeit. Die Unterschiede waren sehr klein und an beiden probierten Stellen vermutlich auch kein Wunder, beim CD-Transport hinter dem Trenntrafo von Audioplan und bei Vorstufe und DAC vor dem Plixir Trenntrafo. Nun muss dazu gesagt werden, dass hinter dem Plixir noch die zwei Kabel von Fisch Audiotechnik "P1" kommen. Wie immer ist der Kettengedanke wichtig und bei Austausch aller Kabel, also vor und nach dem Plixir, hätte das schon anders ausgehen können. Überrascht war ich von der Performance des Supra-Kabels!

Das Netzkabel geht zurück, vielen Dank für die Möglichkeit des unverbindlichen Test in der eigenen Kette und ich kann jedem diese Vorgehensweise ans Herz legen. Bei Kabeln kein Problem und jeder Händler wird sich darauf einlassen.

Netzkabel Supra LoRad 2,5 Silver

Nach der "Überraschung" mit dem Supra-Netzkabel am CD-Transport ist mir bei der Suche nach Berichten über Supra-Netzkabel immer wieder die Sonderedition zum 40-jährigen Firmenjubiläum ins Auge gefallen. Neu so ab 150,- € nicht wirklich teuer und bei meiner Suche nach gebrauchten habe ich ein 1m (unbenutzt) Kabel für glatt 100,- € gefunden und kurzentschlossen gekauft. 1 Meter ist ideal als Ersatz für das Cobra am Plixir Elite BAC, da dieses deutlich zu lang ist und ich eine unschöne Schleife hinter dem Verstärker legen muss. Der erste Eindruck war etwas feiner im oberen Bereich mit leicht besserer Auflösung. Anfängliche leichte Nervösität verlor sich nach einigen Tagen und es klingt sehr stimmig. Einen direkten Vergleich zum Cobra mache ich vielleicht später nochmal.

Original CD vs. gebrannte CD

Ich hatte doch einige CDs als gebrannte im Bestand, die ich nun aussortiere und neu (bzw. gebraucht) als originale CD kaufe, zumindest die mir ans Herz gewachsenen Alben. Eigentlich hatte ich klanglich nicht mit Unterschieden gerechnet, ich wollte unsere CD-Sammlung "schön" haben und so viele waren es nicht. Mehr aus einer Laune heraus habe ich die fantastische letzte Platte vom damals schon sehr kranken Curtis Mayfield "New world order" in den CD-Transport erst als gebrannte und dann (nach gründlicher Säuberung) als gebrauchte Original-CD gesteckt. Die gebrannte klang fantastisch und besser als die gerippte damals über mein PC-Audio. Nun die originale und ich traute meinen Ohren kaum. Meine Frau saß neben mir (aber deutlich neben dem Sweetspot) und surfte im Internet, als sie sagte "Jetzt hast du die originale CD drin, klingt viel besser". O.K. - um die Kirche im Dorf zu lassen, diese kopierten CD´s sind vermutlich alle mit maximaler Geschwindigkeit über irgendeine Software erstellt worden. Mit vernüftiger Software, gutem Laufwerk und besten Rohlingen wird vermutlich kein großer Unterschied zu hören sein. Aber wozu, wenn man heutzutage fast alle CD´s für kleines Geld bekommt? Auf jeden Fall ist dies für mich ein weiterer Hinweis, warum Rippen klanglich nur schwer an originale CD´s rankommt, siehe weiter oben die Aussage von Volker Kühn (Audioplan).

Mittlerweile habe ich viele gebrannte CD´s gegen die originalen ersetzt, diese waren vorher natürlich als gebrannte gerippt worden und so kannte ich sie klanglich seit vielen Jahren. Nur soviel, ich sitze ungläubig vor der Anlage und kann die Unterschiede kaum glauben. Im Moment kommt der Wunsch nach einem noch besseren CD-Laufwerk gar nicht auf, was bitteschön, soll da noch besser werden? Gut, an diesem Punkt war ich schon öfters und die Realität hat mich stets eingeholt - es geht immer noch besser. Gut, welche günstigen Möglichkeiten gibt es noch, das ganze ohne neues Laufwerk noch etwas zu steigern? Ich bin scheinbar wieder voll in dieser Sucht-Spirale! Was mir nie aus dem Kopf ging, waren die sogenannten Demagnetizer. Die gibt es von Acoustic Revive, Furutech (baugleich) und Steinmusic. Gebraucht geht es bei gut 300,- € los, wenn man ein aktuelles Modell haben möchte. Alles ganz schön teuer und da fiel mir ein Gerät ein, welches in der Anfangszeit der CD hoch gelobt war und in jedem Hifi-Studio stand:

Bedini Ultra Clarifier

Alle gefunden damaligen Preise war noch in DM angegeben. Der batteriebetriebene kostete damals 180 DM, der später auf den Markt kommende (Ultra) ca. 500 DM. Die Dinger sind also gebraucht und (sofern man einen findet) über 20 Jahre alt. Ich durchfostete das Netz nach Vergleichen zu Furutech / Acoustic Revive und fand interessante Aussagen, die mich auf die Suche gehen ließen. Ein Gerät entdeckte ich gebraucht im Netz und einigte mich mit dem Verkäufer auf einen Preis. Das Gerät sei noch sehr gut erhalten, läuft einwandfrei und hat damals zu "CD-Zeiten" an seinem Wadia-Player hörbare Verbesserungen gebracht. Wie und warum das ganze funktionieren soll, ist umstritten. Im Endeffekt soll eine behandelte CD die Fehlerkorrektur des Players entlasten und damit den Jitter reduzieren. John Bedini (verstarb 2016) sprach vom minimieren elektrostatischer Aufladungen. Da ich seit Ewigkeiten das Antistatik-Tuch Black Forest Duster einsetzte, könnte es "eng" werden für den Ultra Clarifier. Übrigens hat Bedini noch weitere Modelle auf den Markt gebracht, als beste Version den Heax-Beam (2012). Den habe ich mir gleich als Suchauftrag gespeichert.

Klanglich werden die Unterschiede von CD zu CD schwanken. Ich habe gestern "London Underesound" von Sawhney Nitin gehört, die habe ich seit kurzem auf CD. Der Klangunterschied zu der vormals von einer CD-Kopie gerippten Datei auf meinem PC-Audio-System ist so extrem, dass eine weitere Steigerung durch den Bedini schwer möglich erschien. Und doch wirkt er, besonders die räumliche Abbildung profitiert von der Behandlung, wenn auch keine Welten dazwischen liegen. Die Bedienung ist sehr einfach und so wird sich jede CD zukünftig zwei Runden Bedini gönnen, bevor sie in das Laufwerk darf. Zwei Runden? Ja, beide Seiten der CD sollten behandelt werden!

CD-Transport "Pro-Ject CD Box RS2 T"

Ich muss, nein, ich bin verrückt!!! Am Samstag scrolle ich so in ebay-Kleinanzeigen rum und sehe klein am Rand eine Anzeige von Projekt Akustik (Händler in DE) über ein gebrauchtes CD-Laufwerk in schwarz mit 12 Monaten Garantie und 14 Tagen Umtauschrecht. Der Preis war heiß und ich grübelte den ganzen Abend und die halbe Nacht. Meine Frau meinte irgendwann, "kaufst du doch sowieso, grübel nicht und schlaf jetzt". Nach 4 Stunden war die Nacht zu Ende und gegen 5:00 Uhr (Sonntag) saß ich am Laptop und habe erst mal den Händler genauer gegoogelt, schien alles seriös. Am Do davor hatte mich ein Hochzeitspaar angerufen und die vor zwei Jahren abgesprochene und wegen Corona verschobene Hochzeit nun für dieses Jahr fest gebucht, mit der hatte ich nicht mehr gerechnet. Also, Hochzeit und mein zu verkaufender Audiolab CD-Transport zusammen ergaben knapp das Geld für das neue (gebrauchte) Laufwerk - um 5:30 Uhr hatte ich es gekauft. Das Laufwerk muss sich erst mal mit dem Standard-Netzteil begnügen aber das beigelegte Stromkabel (C7) geht ja gar nicht. Da für später das Linearnetzteil geplant ist, habe ich das gleiche, günstige Groneberg Netzkabel (nur mit C7-Stecker) wie für den Meier Corda KHV gekauft. Der CD-Transport hängt am Audioplan PowerPlant 100 und später ist sowieso die Frage, ob das Linearnetzteil von Project noch einen großen Unterschied bringt?

Bereits am Montag wurde das Gerät verschickt und Dienstag stand es nach kurzem Umbau oben auf dem Regal. Erst mal nur Funktionstest, läuft. Eigentlich macht es keinen Sinn, mit einem kalten Gerät (draußen kurz über null) nach nur zwei Stunden ernsthaft Musik hören zu wollen. Da meine Frau in die Wanne wollte, hat sie mich "Musik hören" geschickt - "Spiel was schönes, ich höre ja zwangsläufig mit". Also schied King Crimson aus und ich entschied mich für die nächste CD im Regal "Kings of Convenience" mit ihrem Debüt "Quit is the new loud". Habe ich lange nicht gehört und zu Beginn ließ sich eine leichte Härte obenrum nicht überhören, mit jedem Lied wurde es angenehmer und zum Ende hin schon richtig gut. Es wanderte dann noch Offerings von Gravenhurst in den RS2 T und ich war ziemlich erschlagen von der Darbietung. Nun läuft er sich im Dauerlauf warm und übermorgen habe ich abends sturmfrei, die Spannung steigt. Wenn ich daran denke, wie besch..... der Audiolab nach dem anschließen klang und wie jetzt, sollte ich noch einiges erwarten dürfen.

In verschiedenen Foren las ich über unangegehme Laufwerksgeräusche, deswegen wollte ich ihn mir eigentlich vor dem Kauf anhören. Nach dem ersten Anlaufen sofortige Entwarnung, nix zu hören. Das Display ist leider nicht abschaltbar, nur dimmbar. Ich habe schwarz mit weißer Schrift gewählt und ganz runter gedimmt, sieht richtig schick und modern aus. Wenn vorhanden, zeigt das Display den CD-Text an, also Interpret und Titel des laufendes Songs (bei längeren Namen als Lauftext), leider nicht den Albumtitel.

Meine geliebten Blotevogel sehen bei dieser kleinen Box (20x20x7cm) richtig mies aus, geht gar nicht. Das Laufwerk an sich ist ja federnd gelagert, soviel wird da vermutlich nicht mehr zu verbessern sein. Mir ist trotzdem eine Idee gekommen, die bezahlbar ist und sollte unter dem Laufwerk auch gut aussehen: SSC Netpoint 100. Empfohlen werden von Terry London (Stereo Times) für das Laufwerk die Krolo Design Footers, die ich allerdings in Deutschland nicht finde und deutlich teurer sind. Die SSC wurde damals in der STEREO parallel zu meinen favorisierten CD STR-5 von Blotevogel getestet und es handelt sich auch um ein Stringsystem. Dazu später mehr. Nun stand erst mal der erste ernsthafte Hörabend an und begann gleich mit einer Entäuschung: Die Fernbedienung läuft nach dem Batteriewechsel nicht mehr (auch nicht mit der alten Batterie). Der Verkäufer hat mir gleich ein Rücksendeaufkleber für die Fernbedienung geschickt, schauen wir mal.

Der Hörabend beginnt mit "Revolver" von den Beatles, dann "I Am Klot" mit ihrem letztem regulären Album "Let it all in", gefolgt von Miles Davis "Kind of blue" und zum Schluss "Dead can dance" mit meinem Lieblingsalbum "Into the labyrinth". Nach nur zwei Tagen, ohne spezielle Unterstellfüsse und dem Standard-Schaltnetzteil entfacht das Laufwerk ein Feuerwerk an meiner Kette. Die Holografie der Wiedergabe gewinnt immens, jedoch nicht künstlich aufgebläht sondern völlig natürlich stehen alle Schallereignisse im Raum und so "langsam" zeigen die Bullfrogs, wozu sie fähig sind. Die Klangfarben strahlen eine Natürlichkeit aus, die vorher in dieser Eindeutigkeit nicht vorhanden war. Der untere Bereich ist nochmals besser durchhörbar und gewinnt an Souveränität. Bassläufe machen ungemein Spass, egal ob Kontrabass oder elektrisch. Schon bei den ersten beiden CD´s ist mir eine etwas höhere Auflösung aufgefallen, ich habe dann während Kind of blue die Einwinkelung der Lautsprecher minmal geringer gemacht. So klang es noch natürlicher und die Räumlichkeit wurde nicht eingeschränkt. Dead can Dance bildete den Abschluss und ein sehr, sehr geiler Hörabend neigte sich leider dem Ende entgegen. Weitere werden folgen.

Ich hoffe auf eine demnächst wieder funktionierende Fernbedienung und freue mich auf die SSC Netpoint. Das Netzteil muss leider noch warten. Ich denke, klanglich wird sich das Laufwerk in den nächsten Wochen weiter mausern und spätestens nach dem Netzteil "Power Box RS Uni 1-way" sollte das Thema "Quelle" in meiner Kette abgeschlossen sein. Wer Interesse an dem Laufwerk hat, empfehle ich den Test von Terry London in Stereo Times und Wolfgang Kemper in Hifistatement, beide frei verfügbar. Wolfgang Kemper hat das Netzteil nochmals getrennt getestet (Power Box RS Uni 1-way), Terry London hat sich für ein Netzteil von Linear Tube Audio entschieden, welches man sich dort speziell für das Laufwerk konfigurieren lassen kann.

Nach einigen Tagen trafen die SSC Netpoint ein und das Laufwerk sieht damit erwachsener aus. Im Laufwerk war vorher Blanco Brown "Honeysuckle & Lightning Bugs", nach dem Anbringen der Füße musste die CD natürlich erst mal in "den Mixer", wie meine Frau den Bedini schimpft und nach dem Abwischen der CD mittels Black Forest Duster durfte Blanco an die Arbeit. Ich hatte die CD noch nicht mit dem Pro-Ject gehört, somit auch kein Vergleich in Bezug auf die SSC. Generell werde ich jetzt keine Vergleiche vorher/nachher machen, sondern aus meiner Erinnerung beurteilen. Blanco Brown´s Debüt klang auf jeden Fall deutlich räumlicher und präziser als beim letzten Hören mit dem Audiolab. Eigentlich ist das keine Musik, wofür ich mich vor die Anlage setzte, sondern gute laune Mucke zum nebenbei Hören. Könnte sich ändern, macht echt Spaß die Scheibe. Ein paar Tage später wanderte The Cure "faith" in das Laufwerk, dafür setzte ich mich doch gerne vor die Anlage und fühle mich gleich 40 Jahre jünger.

Die Tage gingen ins Land und einige CD´s durften sich in der CD Box vergnügen. Mir fiel auch wieder ein, dass ich damals bei meinem Sony immer eine Carbon-Auflage unter den Puck gelegt habe. Tatsächlich lag sie noch in einer Schublade und ich würde ihr eine geringfügig bessere Räumlichkeit bei der Wiedergabe bescheinigen. Somit nun vor jedem ernsthaften Hören: Bedini / Black Forest Duster / Carbonauflage. Wenn ich beim Abwischen merke, dass das Tuch nicht leichtgängig über die CD gleitet, wird diese nochmals großzügig mit Isopropanol eingesprüht und mit einem sehr weichen Tuch abgewischt.

Das eigentliche Laufwerk kommt von Stream Unlimited und heißt CD-Pro 8, es ist auch im Gryphon Ethos und Accustic Arts Player II zu finden. Die spielen beide in einer anderen Preisliga, auch in einer anderen Klangliga?

Teilweise habe ich CD´s gehört, die ich gut aus dem Audiolab kannte, tlw. auch lange nicht gehörte oder neu gekaufte (Ersatz für gebrannte) CD´s. Jede CD klang deutlich räumlicher und viel natürlicher, als noch mit dem Audiolab aber trotzdem würde ich den Audiolab weiterhin als sehr gutes Laufwerk einstufen. Die Unterschiede zum PC-Audio sind dann schon sehr dramatisch viel besser. Klanglich eine meiner absoluten Highlights ist Getz/Gilberto von 1963, die mit dem bekannten "The Girl from Ipanema" beginnt. Das war eines meiner "Angeberstücke", wenn ich Leuten etwas vorgespielt habe und mit dem Pro-Ject als Datenlieferant kann das Erlebnis tatsächlich noch ein gutes Stück gesteigert werden. Am Samstag kam die erste Platte von Mark-Almond, einer meiner absoluten Lieblingsbands aus den 1970er Jahren. Diese alten Aufnahmen sind weit von der Perfektion der Getz/Gilberto entfernt, trotzdem strahlen sie eine  Erhabenheit aus (wie übrigens alle Platten des Duos), die über eine gute Stereoanlage Gänsehaut pur ist. Die Stücke sind an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten aufgenommen worden, auch das läßt sich gut hören. Überhaupt höre ich viele CD´s, die eher mittelmäßig bis mies aufgenommen sind, da für mich die Musik im Vordergrund steht. Wenn jedoch Scheiben, für die ich mich vorher einfach nicht vor die Anlage gesetzt habe, plötzlich (trotz eigentlich miesen Klanges) pure Entzückung auslösen, muss dieses Laufwerk sehr viel verdammt richtig machen - der Audio Optimum ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. So geschehen am Sonntagmorgen mit George Michael "Listen without prejudice". Oft finde ich es richtiggehend spannend zu hören, was bei so einer Aufnahme alles falsch gelaufen ist. Wenn man aus Liebe zu dieser Platte trotzdem mit feuchten Augen vor den Boxen sitzt, ist sie vielleicht doch gar nicht so schlecht aufgenommen, nur konnten die Emotionen bisher nicht gut genug transportiert werden. Jetzt hört man gewissermaßen viel tiefer in die Aufnahme hinein und entdeckt sie neu. Das wird mir noch mit vielen CD´s so gehen und darauf freue ich mich! Ach so, die Fernbedienung wurde getauscht. Ich habe mir allerdings eine lernfähige Fernbedienung über Amazon gekauft, damit kann ich die Lautstärke (Verstärker) und CD-Laufwerk regeln.


Upgrade Netzteil Audiobrava

Auf ebay bin ich über ein Netzteil für mein Laufwerk von Audiobrava (GB) gestolpert.  Aufgrund der guten Bewertungen habe ich es gewagt und das Netzteil ohne weiteres Gebot für den Einstiegspreis ersteigert. Es macht einen sehr wertigen Eindruck und passt super gut zum Laufwerk. Als Netzkabel kommt nun wieder das Supra LoRad 1,5 MK II zum Einsatz, welches am Audiolab 6000 CDT so eine gute Performance gezeigt hat.

Im Laufwerk lag noch Helge Schneider "Sommer, Sonne, Kaktus" und als Funktionstest habe ich sie kurz angespielt. Ich kennen "meinen" Klang sehr gut und schon in den ersten Sekunden war mir klar, hier passiert etwas sehr schönes. Es klang deutlich involvierender und gleich danach musste Queen´s Bohemian Rhapsody in das Laufwerk, diese CD "A night at the opera" hatte ich kürzlich gekauft und besagtes Lied war eines meiner Lieblingslieder als Kind. Echt der Hammer, was "etwas" besserer Strom ausmacht, diese Holografie bei der eher mittelmäßigen Aufnahme erstaunt mich schon sehr. Später am Abend habe ich noch Pittsburgh Vol. 2 von William Fitzimmons gehört und neben der gesteigerten Holografie fiel die größere Reinheit im Klang auf. Es sind keine Nuancen sondern sofort eindeutig wahrnehmbare Unterschiede zum Schaltnetzteil. Damit eröffnen sich weitere Möglichkeiten: bessere Sicherung, Lagerung auf SSC Netpoint 100, höherwertiges Stromkabel zwischen Netzteil und Laufwerk. Gerade habe ich auch gesehen, dass es von Headquarter Audio eine Auflage "The Stab" für mein Laufwerk gibt, welche die Magnetklemme (Puck) ersetzt. Wird auf jeden Fall auch getestet! Jetzt werde ich aber erst mal eine zeitlang damit hören und als erstes vermutlich mit dem Tausch der Sicherung anfangen, da ich hier die größte Steigerung erwarte und der Preis überschaubar ist.

Ein paar Tage später habe ich mich nochmal mit verschiedenen Sicherungen auseinandergesetzt, also im Netz nach Erfahrungen anderer und Testberichten geschaut. Es gibt interessante Sicherungen für echt viel Geld, die ich evtl. mal teste, wenn ich das Geld dafür übrig habe. Preise von mehreren hundert Euro sind schon eine Ansage! Dann kam mir die Idee, meine Sicherung von Hifi Tuning aus dem Audiolab (die lag noch rum) auf eBay Kleinanzeigen einzustellen und siehe da, gleich verkauft. Parallel fand ich eine Supreme 3 mit Silberkappen bei Spring Air für 3/4 des Neupreises gebraucht. Im Audiolab hatte ich die Kupfervariante, dies hat den Hochtonbereich etwas entschärft und genauso wie das Coax-Kabel von Colours of Sound zum deutlich mildernen Klang ohne Härten an meinen Bullfogs beigetragen. Beim Pro-Ject Laufwerk gibt es diese Härten nicht und vielleicht bringt die Silbervariante noch ein Tüpfelchen Auflösung ins Klangbild?

Ein paar Tage später kam die Sicherung original verpackt an. Als Teststück habe ich meine Lieblings-CD von Metronomy "Love Letter" genommen, hier gleich das erste Stück "The Upsetter". Diese CD habe ich vor vielen Jahren gekauft und mich gleich in sie verliebt, leider fand ich sie klanglich am Anfang eher schlecht. Dann kam der DAC von Audio-Optimum und damit (über PC) klang die CD schon viel besser, mittlerweile über mein Pro-Ject RS2 T klingt sie extrem räumlich und man sitzt in einer "Wall of sound". Die Aufnahmen zum Album wurden erst einmal analog auf Bandmaschine gemacht und erst am Ende digitalisiert, es rauscht in leisen Passagen vernehmlich. Als Tape Operator zeichnet sich Luke Oldfield verantwortlich, der Sohn von Mike Oldfield. Gute Wahl! Ich habe mir das Stück zweimal mit der Standard-Sicherung angehört und dann gewechselt, die Kappen vorher schön mit Isopropanol abgerieben und mit Stoffhandschuhen eingesetzt. Ich hatte mich auf ein paarmal hin- und herwechseln eingestellt, war nicht nötig. Eine sofort bei den ersten Klängen gut nachvollziehbare Verbesserung ähnlich wie bei dem Wechsel vom Schaltnetzteil auf das Linearnetzteil. Guter Deal für 10,- € - neue Sicherung abzüglich der verkauften Sicherung. Passt! Die CD musste natürlich durchgehört werden, ein echtes Erlebnis. Übrigens ist nichts nerviges in den oberen Lagen zu vernehmen, eher noch runder, bei gleichzeitig höherer Auflösung und Räumlichkeit. Die Sicherung werde ich auch an anderen Stellen probieren, nach und nach. 

Eine weitere (hoffentlich) klangfördernde Maßnahme könnte das 20 Volt Verbindungskabel zwischen Netzteil und Laufwerk sein. Hier bietet Pro-Ject das schwarze"it Power RS 20V" an und zum Glück hat mein Netzteil den gleichen Mini XLR Anschluß wie das Original Netzteil "RS Power Box Uni" (1-way/4-way). Ich habe bei einem Händler bestellt, der kostenfreie Rückgabe bei Nichtgefallen anbietet. Das beigelegte blaue Kabel aus England macht einen guten Eindruck aber klingt es auch genauso gut? Oder besser? Ich habe mich für eine ähnliche Länge (82 cm) wie das beigelegte Kabel entschieden, so ist gute Vergleichbarkeit gewährleistet. Ein paar Tage später wurde es geliefert und erst mal eine Entäuschung, keine Laufrichtungskennzeichnung und gegen das mitgelieferte blaue Kabel wirkt es eher günstig.

Ein paar Tage durfte sich das it Power RS 20V nun einspielen und zwischendurch habe ich mir Bob Dylans zweites Studioalbum "The freewheelin´Bob Dylan" intravenös gegeben. Nicht alle Lieder aber doch der Großteil sind so dermaßen genial aufgenommen, so einen Klang möchte ich gerne auch von aktuellen Produktionen hören. Ist leider selten, sehr schade. Für den Vergleich habe ich die CD gleich drin gelassen und mich für das fantastische "Don´t think twice, it´s all right" entschieden. Das neue Kabel habe ich mit Klebeband gekennzeichnet, damit es später wieder in korrekter Laufrichtung eingesteckt werden kann. Nach zweimaliegem Hören stecke ich um und ... tja, also. Einen Blindtest würde ich nicht bestehen, sehr ähnlich. Ich würde das it Power als einen Tick exakter einstufen, so einen Hauch. Ich lasse es ein paar Tage mehr einspielen und vergleiche später nochmal. Zwischendurch bestelle ich die Bootleg Series Vol. 1-3 von Bob Dylan für unter 12,- € bei Ebay, davon können LP-Hörer nur träumen. Ich lege gleich noch "Time out of mind" für unter 3,- € dazu (beides incl. Versand). Ich höre Dylan schon seit Kind an, konnte mich aber nie so richtig für ihn erwärmen, könnte sich ändern und ich freue mich auf die "neuen" CD´s.

Es fehlen noch die Unterstellfüße für das Netzteil. Klanglich erwarte ich nicht mehr viel, da das Netzteil auf sehr weichen Gummi-Klebepads steht, die entkoppeln schon ziemlich gut. Nach einigen hin- und her habe ich mich für die Master 0 von bfly entschieden, die passen optisch am besten zum Netzteil und sind klanglich hoch gelobt. Das kann ich bestätigen und nun ist auch mal gut - einfach gut Musik hören.

Konzert von Crownforest in Gledeberg am 28.05.2022

Ein ganz heißer Tipp für alle Liebhaber von Reggae, die Band Crownforest lieferte ein Feuerwerk mit ausschließlich selbst geschriebenen Songs ab. Die Band kommt aus Berlin und ist ein bunter Haufen verschiedenster Nationen, ihre erste Platte "Truth" ist erschienen, verfügbar als LP (!) und Download z.B. über Amazon. Tanzen war Pflicht und hatte ein paar Tage Muskelkater zur Folge :) Wenn die mal wieder in der Nähe sind, wir sind dabei. Wir standen ganz vorne mittig, ca. 2 m vom Sänger entfernt. Toller Sound und eines der besten Konzerte ever für uns.

2 x 12 = fantastischer Hörabend mit deutschen Legenden

Die deutsche Band AnnenMayKantereit kannte ich durch ihre bekannten Songs und stolperte Ende 2020 über eine Konzertankündigung auf YouTube als Livestream. Ich war echt begeistert und bestellte mir gleich die CD. Ich habe diese am Anfang ein paar mal nebenbei durchgehört und einige Songs wie Spätsommerregen schafften es in meine Playlist. Nun höre ich ja wieder CD und mit dem Audiolab hatte ich die CD vor einigen Monaten mal durchgehört, eine fantastische CD mit durchaus eigenwilligem Klangcharakter. Gestern war mal wieder Gelegenheit für einen Musikabend und "12" landete im Player. Die Musik muss man mögen, geprägt durch das erste Jahr Corona-Pandemie mit sehr nachdenklichen Texten, in denen ich mich sofort wiederfinde. Klanglich war sie deutlich anders als in meiner Erinnerung und ich konnte mich gar nicht satt hören. Eine aberwitzige Räumlichkeit zog mich in die Musik hinein und ich liebe diese bewußt nicht perfekten Aufnahmen von Stimmen und Instrumenten, wenn es so genial umgesetzt wurde. Die CD ist auf jeden Fall ganz weit nach oben gerutscht, in meiner Favoritenliste im Kopf.

Die zweite gehörte Platte hat musikalisch nicht viel mit der oben genannten zu tun und doch gibt es viele Gemeinsamkeiten. Beide Platten tragen den Namen "12", beide Bands kommen aus Deutschland und beide sind relativ junge Bands, allerdings aus verschiedenen Epochen. Und, das Wichtigste, beide Bands gibt es noch und wir freuen uns auf das Konzert im September von "The Notwist". Die Rede ist vom 1995 erschienenen Album der damals noch recht jungen Band aus Bayern. Dieses frühe Album darf als Wendepunkt zwischen der heftigen frühen Phase mit metallisch-punkigem Sound und der späteren Phase mit eher elektronischer Musik gesehen werden. Ich habe diese Platte, obwohl viele Jahre in meiner Sammlung, noch nie durchgehört. Zu heftig, zu anstregend! Gestern ist sie nur in den Player gewandert, weil ich beim Durchschauen der CD´s beim identischen Namen hängen geblieben bin und ich sie mutig einlegte. Was dann passierte war ähnlich wie bei der anderen "12", eine extrem holografische und auch sonst perfekte Aufnahme zog mich in das Jahr 1995. Absolut auf Augenhöhe mit King Crimson der frühen Jahre, echt geil und auch diese CD wandert weit nach oben in meiner imaginären Favoritenliste.

Sennheiser IE 300

Durch mein Zurück auf CD-Wiedergabe ist mein "neuer" InEar etwas in Vergessenheit geraten, ich hatte ihn mir Anfang des Jahres 2022 gekauft und kürzlich noch die (für mich) idealen Ohrpassstücke dafür gefunden. Weiter oben zeigte ich mich ja im Angesicht des Preises begeistert vom SoundMagic E50 an meinem Plenue D Player. Das trifft auch immer noch zu, allerdings hat mein zweiter InEar nicht lange durchgehalten und Amazon hat wie gewohnt anstandslos nach mehreren Monaten den vollen Kaufpreis zurückerstattet. Der erste hat ca. 4 Jahre gehalten, dann waren die Bässe verschwunden. Bei dem 2021 gekauften identischen E50 waren von Anfang an ganz leichte Verzerrungen auf einem Kanal, die je nach Musik, Lautstärke und Hördauer mal mehr, mal weniger auffällig waren. Dann wurde mir ein IE 300 zum verführerischen Preis angeboten und ich musste einfach zugreifen. Ich höre hauptsächlich im Fitness-Studio damit, im Sommer auch gerne mal im Garten auf der Liege. Machen wir es kurz, ich hätte diesen Klangunterschied zum SoundMagic nicht erwartet und so macht selbst für mich Sportmuffel das Fitness wirklich Spaß. Die originalen Ohrpassstücke finde ich nicht so gelungen, die aus Silikon sind beim Sport zu rutschig und die Memory foam lassen sich vor dem Einsetzen nicht gut zusammendrücken. Nach langer Suche bin ich fündig geworden, die Comply 400 Series passen ideal und lassen sich schön vor dem Einsetzen drücken. Im Ohr suchen sie sich dann die ideale Form und die Sennheiser inEars laufen zur Höchstform auf. Ich habe mir jede Menge CD´s auf meinen Player gezogen, die ich sonst eher selten bis gar nicht höre und viele schöne Scheiben wieder entdeckt. Im Plenue D sind alle Klangregler aus, so klingt es am besten. Die Kabelführung über die Ohren ist normalerweise nicht so meins, hier jedoch gut gelöst und in der Praxis völlig easy. Im Preis ist er noch einiges gefallen und meiner Meinung nach sollte man bei um die 200,- € zugreifen, sofern man auf der Suche nach einem neuen inEar ist. Und wie ich Sennheiser kenne, wird er nie kaputt gehen. Mein erster Sennheiser ist über 40 Jahre alt und läuft immer noch ohne Fehl und Tadel.


40 Jahre CD - meine ganz persönliche Geschichte


Die CD wird dieses Jahr (2022) 40 Jahre alt, am 17.08.1982 fiel der Startschuss der CD-Produktion in Hannover. Sie hatte sehr großen Erfolg und fast die Schallplatte verdrängt. Einige Speichermedien kamen und gingen, die CD erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich beim Kauf meines ersten „besseren“ Plattenspielers 1980 bereits im Hinterkopf hatte, irgendwann auf die Abtastung per Laserstrahl zu wechseln. In Zeitungen und Fernsehen wurde immer mal wieder über die Entwicklung berichtet und 1982 war es so weit. Damals habe ich mein weniges Geld hauptsächlich in die Fotografie gesteckt, erst eine Spiegelreflexkamera von Quelle „Revueflex SD-1“ und 1983 eine Canon A 1 mit zwei Original-Objektiven und Blitz. Geld für den weiteren Ausbau meiner Anlage war erst ab 1984 vorhanden, da ich nun nach der Ausbildung das erste richtige Geld verdiente. Einer der ersten damals, der sich einen CD-Spieler gekauft hat, war der Ex-Freund meiner Schwester. Er hatte eine Kneipe und nach der Trennung von meiner Schwester in der Wohnung dahinter gewohnt. Wir verstanden uns sehr gut und ich war auch öfters in der Woche auf seiner „Arbeit“ zum Klönen, Bierchen trinken und Pizza essen. Irgendwann 1984 waren wir hinten in seiner Wohnung und er führte mir stolz seinen CD-Spieler vor. Am meisten beeindruckte mich das völlige Fehlen von Rauschen (Kassette, Tonband) sowie Knistern (Schallplatte) und es klang für meine Ohren schon echt gut. Ich war angefixt und einige Zeit später entdeckte ich im ortsansässigen „Rundfunk- und Fernsehfachgeschäft“ meinen ersten CD-Spieler von ITT, ein Auslaufmodell für 700,-DM. Natürlich habe ich noch viel Geld für ein paar CDs dazugelegt (ca. 40,- DM/Stück) und ich kann mich noch gut an meine Begeisterung erinnern, als der Player die ersten Takte erklingen ließ. Eine Zeit habe ich parallel weiter von Schallplatte gehört, es gab noch nicht viel auf CD. 1986 verkaufte ich meine bis dato knapp 100 LPs und den Plattenspieler vererbte ich meinem Bruder. Bereits 1985 habe ich mir ein hochwertiges Kassettenlaufwerk von Technics gekauft und tingelte damit durch den Freundeskreis zum Aufnehmen von Kassetten. Meine Platten habe ich vor dem Verkauf auch alle überspielt und so viel mir der Abschied von der Schallplatte nicht schwer. So nach und nach kauften sich mehr aus unserer Klicke einen CD-Spieler und wir sprachen uns teilweise sogar ab, wer welche CD kauft – die anderen nahmen sie dann auf. In den 1980er Jahren war ich ziemlich abgedreht, was Stereoanlagen im Auto betraf. Der Höhepunkt war 1984 bis 1986 in meinen Ford Granada Kombi. Hinten liegend eine Bassbox mit 2 x 30cm, daneben zwei 3-Wege Lautsprecher und vorne ein Blaupunktsystem mit getrennten Bässen und Mittel-Hochton-Aufsatz auf dem Amaturenbrett. Das Ganze wurde von zwei GM-120 befeuert, die über Equalizer von einem hochwertigen Kassettendeck (alles von Pioneer) angesteuert wurden. Radio? Fehlanzeige! Damit war die Anlage auch in der Lage, diverse Feten unter freiem Himmel zu beschallen – die hinteren Lautsprecher gedreht und die Türen auf. Allerdings musste ich nach längerer Zeit angeschoben werden, die Batterie hat das nicht ewig mitgemacht. So um 1988 habe ich mir den ersten Discman von Sony mit Autohalterung und Adapterkassette gekauft. Leider sprang die CD bei jedem Schlagloch und ein Freund baute mir einen Unterbau aus verschiedenen Schichten Schaumstoff, damit war er ziemlich praxistauglich. Ein anderer aus unserer Klicke baute mir einen kleinen Kasten (Übertrager), mit dem ich ihn mittels der Cinch-Ausgänge des Players an einen freien Eingang der Vorstufe anschließen konnte – das klang richtig gut und nun nahm ich meine CDs mit ins Auto. Auf alten Bildern ist ab- und an mal das CD-Regal zu sehen und das war lange Zeit ziemlich leer – CDs waren nach wie vor sehr teuer und ein Gebrauchtmarkt war faktisch nicht vorhanden. 1991 zog ich für zwei Jahre nach Berlin, um eine Technikerausbildung zu machen. Das Geld war knapp, aber Berlin bot mir erstmals Gelegenheit, günstig an CDs zu kommen. Zum einen war auf diversen Flohmärkten ein immer größeres Angebot an gebrauchten CDs zu bekommen, zum anderen hatte ich einen Zweitausendeins-Laden in der Nähe. Dieser entpuppte sich als wahre Goldgrube für mich und ich fand CDs, die ich so in keinem anderen Laden entdeckte. Ich greif mir mal zwei Beispiele von CDs raus, die ich auch über 30 Jahre später immer noch zu meinen Lieblings-CDs zähle und in Berlin bei Zweitausendeins kaufte. Zum einen Dr. Johns „Gris-Gris“, die andere CD war Tom Waits „The Early Years Vol 1“. Fangen wir mit Tom Waits an, ich war schon viele Jahre riesiger Fan und hatte einige CDs. Diese Versionen seiner frühen Werke kannte ich nicht und verliebte mich sofort. Die CD kam 1991 auf den Markt und in meiner Berlinzeit eine meiner meistgehörten CDs. Malcom Rebennack alias Dr. John´s Debütalbum von 1968 ist ein Konzeptalbum über den New Orlens Voodoo in Anlehnung an Dr. John Montaine, woraus die Kunstfigur „Dr. John“ entstand. Auf Wikipedia ist der ganze Hintergrund zu lesen. Auf jeden Fall behielt Mac Rebennack diesen Namen bei und legte bis zu seinem Tod im Jahre 2019 eine beachtliche Karriere hin. In unserem Freundeskreis in den 1980er Jahren war auch ein ziemlich abgedrehter Typ, der immer mit Hut rumlief und auch mit über 30 Jahren noch bei seinen Eltern wohnte. Er hatte einige Probleme und starb früh. Auf jeden Fall hatte ich einmal das Privileg, bei ihm im Zimmer Musik zu hören und er hatte echte Schätze in seiner Plattensammlung, von denen ich nie gehört hatte. Besonders angetan hat mich eben dieses Debüt von Dr. John und leider durfte ich nicht bei ihm aufnehmen, das Cover brannte sich aber in meinem Kopf. Ich traute meinen Augen nicht, als ich diese geniale Platte bei Zweitausendeins entdeckte. Übrigens, sowohl die Tom Waits als auch die Dr. John klingen ganz hervorragend und besonders die Gris-Gris lege ich zu besonderen Stimmungen auf und freue mich immer wie ein kleines Kind beim Hören. Die Jahre gingen ins Land, ich verfiel in der zweiten Hälfte der 1990iger Jahre dem High End Virus und die Krönung ins Sachen CD-Spieler war mein aufwendig getunter CD-50 ES von Sony. Den würde ich gerne heute nochmal gegen meine aktuelle Lösung hören. Leider ist dieser beim Transport über UPS beim Verkauf 2008 zerstört worden. Ich habe ihn dann zum Ausschlachten verkauft und mit der Versicherungssumme von UPS mein Geld fast wieder drin gehabt. Dann folgten 14 Jahre Musik über PC, zum Glück bin ich nie von der CD weg gegangen und so wuchs auch in dieser Zeit meine Sammlung stetig an. Nur testweise kaufte ich dann 2021 ein CD-Laufwerk von Audiolab (sehr gut) und 2022 ein Pro-Ject CD Box RS2 T (ein Traum). Mein Digital-Analog-Wandler von Audio Optimum basiert auf dem Philips TDA 1543 Chip und arbeitet ohne Oversampling (NOS). Die Daten von der CD werden also so ins analoge gewandelt, wie ursprünglich geplant (Erklärung siehe weiter oben beim DAC). Selbst so renommierte Hersteller wie Audio Note setzen auf diese Art der Wandlung, z.B. im Vollverstärker mit DAC „Cobra“. Natürlich kann ich damit keine hochauflösenden Dateien abspielen, reize jedoch das CD-Format optimal aus. Aus meiner bisherigen Erfahrung steckt so viel Klang in der CD, dass sie keinen Vergleich scheuen muss. Ich genieße es nach vielen Jahren Computer-Audio, wieder eine CD aus dem Regal zu ziehen und genussvoll durchzuhören.

Wenn Van Morrison an der Tür klingelt ...

Mein erstes Konzert, für das ich mir eine Karte gekauft habe, war ein Reggae-Konzert der Band „Gem Movement“ Anfang der 1980iger Jahre im Stadthaus Bergen (LK Celle). Ich tanzte kurz vor den Lautsprechern das ganze Konzert durch und ein Arbeitskollege fragte mich am Montag, ob ich keinen Gehörschaden habe. Es folgten unzählige Konzertbesuche und eine ganze Zeit habe ich alle Konzertkarten wie Trophäen an der Pinwand aufbewahrt. Je besser meine eigene Anlage zu Hause wurde, desto unzufriedener wurde ich mit dem Klang auf Konzerten. Wir besuchen nach wie vor Konzerte, ich habe allerdings meine Erwartungshaltung deutlich minimiert, um nicht zu sehr enttäuscht zu sein. Es gibt sie natürlich, die kleinen Konzerte (meist ohne Verstärker), die bei entsprechendem Sitzplatz genauso klingen, wie von zu Hause gewöhnt. Ich schließe dann gerne mal die Augen und lasse den Klang auf mich wirken. Leider ist das sehr selten und bei bekannteren Bands oder Interpreten mit hoher Besucherzahl schwer möglich. Auf jeden Fall führte das bei mir über die letzten Jahre zu einer gewissen „Konzertmüdigkeit“ und überlege sehr genau, was mir wichtig ist. Natürlich immer in Abstimmung mit meiner Frau, die nicht ganz so kritisch ist, was den Klang betrifft. Studioaufnahmen klingen oft nicht so, wie sie Live vorgetragen (selbst unter besten Voraussetzungen) klingen würden – sie klingen für mein Empfinden fast immer deutlich interessanter, involvierender. Vermutlich mag ich daher auch selten live eingespielte Aufnahmen und ziehe fast immer die Studioaufnahmen vor. Ich denke, bei den meisten Aufnahmen (Klassik ausgenommen!), kann der gewohnte Klang live nicht erwartet werden und das ist völlig o.k. Im Umkehrschluss bedeutet es auch, ich kann von der Konserve klanglich meist deutlich mehr erwarten als bei Konzerten. Zumindest gilt das für mich und meine Anlage und eröffnet eine Möglichkeit, in der Zeit zu reisen. Neulich waren, wie eine lange Zeit in diesem Sommer 2022, draußen deutlich über 30°C und drinnen (im komplett abgedunkelten Wohnzimmer), um die 28°C. Ich hatte meine Arbeit für den Tag erledigt, meine Frau war auf der Arbeit und ein lecker Kaffee wäre doch eine gute Idee? Beim Hochheizen der Quick Mill Pegaso (super geiler Kaffee) schoss mir plötzlich eine alte Geschichte von Van Morrison durch den Kopf, der nach einem Festivalabbruch vor vielen Jahren in einer kleinen Kneipe ein Privatkonzert gegeben haben soll. Obs stimmt, keine Ahnung. Aber damals, wo ich die Story hörte, war ich echt neidisch – das hätte ich gerne miterlebt! Ich stöberte durch meine CDs und meine „neuste“ vor ein paar Jahren gekaufte „Hard Nose the Highway“ (1973) ermöglichte mir mein Privatkonzert von Van the Man auf dem Sofa, mit einem lecker Kaffee in der Hand und natürlich in Konzertlautstärke. Diese Emotionen kann mir kaum ein Konzert bieten und echte Zeitreisen werden vermutlich auch in Zukunft nicht möglich sein. Doch mit geschlossenen (leicht feuchten) Augen, einem 28 Jahre alten Van Morrison im Wohnzimmer und in bester Spiellaune, ist mir das egal. Meine Zeitmaschine funktioniert bestens und tröstet mich darüber hinweg, welche Konzerte ich gerne miterlebt hätte.

Aktuell höre ich folgendermaßen:

Hausanschluss Sicherungen (die drei getrennten Phasen im verblombten Kasten) hochreine Kupfersicherungen von AHP

Getrennte Schmelz-Sicherung im Sicherungskasten für die Anlage von AHP

Getrennte Zuleitung mit Stromdose von HMS

Stromleiste AFL von Fisch Audiotechnik (4 Analog / 2 Digital Steckplätze)

2x Furutech NCF Clear Line AC Power Optimizer in der Netzleiste

Fisch Audiotechnik Performance-Netzkabel P1 für Vorstufe und DAC

Audioplan Ampére S Netzkabel für Endstufe

Plixir Elite BAC 150 Power Conditioner vor Vorstufe und DAC, Netzkabel am Plixir ist ein Supra LoRad 2,5 Silver

Rack aus Birke Multiplex

Audioplan PowerPlant 100 vor Linear-Netzteil Audiobrava

Supra LoRad 1,5 MK II Netzkabel für das Linear-Netzteil von Audiobrava

Audiobrava Linear-Netzteil für CD-Laufwerk, Sicherung Supreme 3 Silber/Gold, gelagert auf 4 Master 0 von bfly

Pro-Ject Verbindungskabel it Power RS 20V zwischen Netzteil und Laufwerk

CD-Laufwerk Pro-Ject CD Box RS2 T, gelagert auf 4 SSC Netpoint 100

Colours of Sound White Bird Digitalkabel zwischen CD-Laufwerk und NOS-DAC

Digital-Analog-Wandler Audio-Optimum NOS-DAC, gelagert auf drei Ceraballs von Finite Elemente

Linearnetzteil von Audio-Optimum für den NOS-DAC, Stromverbinder P1 von Fisch Audiotechnik

NF-Kabel AZ-910 (Reinsilber) von Oyaide zwischen DAC und Verstärker

Verstärker RG 10 MK IV Reference (2018) von Symphonic Line, Netzteil und Verstärker gelagert auf Blotevogel CD-STR5

JH88 LS-Kabel zwischen Verstärker und Lautsprechern

Lautsprecher Martion Bullfrog passiv - die ältere Version aber mit optimierter Frequenzweiche durch Martion (tiefere Ankopplung des Horns)

Optimierte Raumakustik (Akustikvorhang), sowie exakt auf den Millimeter aufgestellte Lautsprecher (Wandabstände, Einwinkelung)

Schuman-Generator von Nobosound

Kopfhörer Sennheiser HD 660 S

Kopfhörerverstärker Meier Corda Classic, verbunden über Tape Out mittels NF-Kabel Hensler JH88, Stromkabel Groneberg

TV-Ton über IR-Kabel Audioquest Forest zum iFi iDSD Micro und weiter über NF-Kabel Hensler JH88 zum Verstärker.

Allgemeines zum Thema High End:

In den Augen der meisten Menschen werden wir als, sagen wir mal „wunderlich“ angesehen, so viel Geld in eine profane Stereoanlage zu investieren? Bissige Kommentare auf YouTube zu Videos über hochwertiges HiFi lese ich mittlerweile eher amüsiert, "bekehren" kann man diese Leute mit ihren Vorurteilen sowieso nicht. Höchstwertiger Klang ist sicherlich eine Sucht und eine kostspielige dazu, wenn man eine Highend-Anlage aufbauen will. Bei mir dauert diese Sucht fast mein ganzes Leben, ich habe schon fasziniert als 10-jähriger Tubular Bells von Mike Oldfield über Kopfhörer auf dem Plattenspieler meiner Schwester gehört und war begeistert. Von Highend war das natürlich weit entfernt aber für meine Ohren damals faszinierend.

In diesem Umstand liegt der Suchtfaktor begründet. Was für mich damals unglaublich gut klang, würde mir heute vermutlich ein kaltes Grausen bescheren. Das Gehör gewöhnt sich an schöneren Klang immer recht schnell und je besser die Kette spielt, desto feinsinniger reagiert es auf allerfeinste Änderungen. Leider wird die Luft nach oben immer dünner und gerade die letzten Prozent sind meist nicht mehr bezahlbar oder man muss sehr akribisch suchen, um bezahlbare Lösungen zu finden. Dadurch bleibt das Hobby so spannend und ich hoffe, mein Gehör spielt noch lange Zeit mit.

Ab und zu habe ich mal Freunde / Bekannte / Kunden zu Hause, die gerne mal in meine Kette reinhören möchten. Alle, ohne Ausnahme, waren sehr beeindruckt und konnten verstehen, dass man Musikhören als Hobby betreiben kann. Bei Interesse kontaktieren Sie mich.

High End ist ein einsames Hobby, da es in normalen Wohnräumen nur einen Sitzplatz gibt, wo der Klang ideal ist. Scheinbar gibt es daher in unzähligen Internetforen erbitterte "Grabenkämpfe", was das Beste sei, da ja jeder nur subjektiv den Klang seiner Anlage beurteilen kann.  Ähnlich wie in der Fotografie meinen viele, immer wieder das Neuste und vermeintlich Beste kaufen zu müssen. Oftmals stellen sie dann fest, dass die neue Kamera auch keine besseren Bilder macht oder der neue Verstärker auch nicht schöner klingt. Ich ticke da ein wenig anders und für mich steht immer die (subjektiv) wahrnehmbare  Qualität im Vordergrund. Bei Bildern ist das noch recht einfach, wenn meine Kunden (und ich) von den Bildern begeistert sind, scheint die Ausrüstung ja ihren Zweck zu erfüllen. Bei der Musik sind meine Ohren der Maßstab und nur mein Empfinden zählt. Ich hatte vor Jahren einen Freund zuhause, der die neuen Bullfrogs hören wollte. Sein Kommentar werde ich nicht vergessen und er zeigt, dass es nicht "die" beste Anlage geben kann: "Wenn ich so eine Anlage hätte, würde ich jeden Abend davorsitzen und Musik hören. Allerdings wird es auch Leute geben, denen das zu viel ist, man wird vom Klang ja förmlich erschlagen."

Noch ein Wort zu AB-Vergleichen: Wie weiter oben bereits mehrmals erwähnt, brauchen die Dinge oft Zeit. Neben dem Einspielen scheinen noch weitere Faktoren eine Rolle zu spielen. Ganz früher habe ich oft Teile oder die ganze Anlage durch die Gegend gefahren, um auf unseren zahlreichen Feten für Musik zu sorgen. Wenn alles wieder sorgsam an seinem Platz stand und ein kurzer Soundcheck lief, war ich oft über den miesen Klang verwundert. Warum auch immer, mit jedem Tag wurde es wieder besser und nach ein paar Tagen klang es wieder wie gewohnt. Das beobachte ich auch bei gebraucht gekauften Artikeln, die sicherlich eingespielt sind. AB-Vergleiche mache ich gerne nochmal, wenn ich mich an den Klang des neuen Kabel, Zubehör oder Gerät gewöhnt habe und fast schon vergessen habe, wie es vorher klang. Wie? Mit diesem Klang habe ich vorher zufrieden und glücklich gehört? Kaum zu glauben, aber ...

Es ist relativ egal für einen selbst, wie gut objektiv die Anlage klingt, sie sollte subjektiv gut klingen. Mein alter Mazda MX-5 kommt mir subjektiv mit seinen 115 PS bei gut 900 kg Leergewicht sportlich vor. Wer ein modernes Elektroauto fährt, würde sich in meinem Auto vermutlich fühlen, wie ich in einer Ente. Aber egal, ich fahre dieses Auto extrem gerne und ich habe ja keinen Vergleich. Ich weiß natürlich, dass es bestimmt noch deutlich besser klingende Anlagen gibt aber mit denen höre ich ja nicht. Für mein Gehirn ist der Status Quo der beste Klang und das ist gut so! Ich erinnere mich noch gerne an meine Zeit in Berlin 1991-93 mit meinem Sony-Verstärker, dem ITT CD-Spieler und Focal Onyx Boxen. Mehr oder weniger alleine lebend (2er WG) habe ich unzählige Musikabende gemacht und war total glücklich mit dem Klang. Mein Gehirn kannte nichts besseres. Gerne würde ich die Anlage von damals heute nochmal unter den damaligen Bedingungen hören, ich wäre vermutlich total entäuscht. Aber damals hat es ernormen Spaß gemacht und deshalb ist jede Anlage so gut, wie man sie selber wahrnimmt - subjektiv betrachtet.

Wirkliche hörbare Fortschritte gab es in den letzten Jahren meiner Meinung nach hauptsächlich in der Digitaltechnik. USB- und SPDIF-Kabel, Reclocker, ASIO-Treiber, Wandler etc. werden permanent weiterentwickelt und auch bezahlbarer. Das gleiche gilt auch für CD-Spieler bzw. CD-Laufwerke. Hier lohnt es sich tatsächlich, mal ab und an nach bezahlbaren Alternativen zu suchen. Leider gibt es dann kein Zurück mehr, der Klang brannte sich über die Jahre förmlich ins Gedächtnis ein und so werden vermeintlich feinste Unterschiede plötzlich für das eigene Empfinden riesengroß. Nur das zählt! Für einen Außenstehenden, der die Anlage und die Musik nicht oder nicht gut kennt, sind diese Unterschiede vielleicht völlig belanglos oder gar nicht wahrnehmbar.

Ich lese nach wie vor online ein paar Hifi-Zeitschriften, stöbere in Foren, besuche ab und an Messen und halte mich auf dem Laufenden. Neues kaufe ich nur noch nach ausführlichem Test in meiner Anlage. Ich lasse mir auch nichts einreden sondern "vertraue" nur meinen Ohren. Jeder empfindet Musik ja unterschiedlich und der eigene Klang sollte der eigenen Empfindung möglichst nahe kommen, also wie klingt es für mich am besten. Da kann der Verkäufer Kabel XY als ja soviel besser wie mein verwendetes darstellen, wenn es mir nicht gefällt, ist es nichts für mich.

Ich hatte im April 2020 ein langes Telefongespräch mit jemanden aus der Szene der Entwickler, wo genau diese Dinge zur Sprache kamen. "Silberkabel machen Sound und klingen nicht natürlich" Gut möglich, dass nicht jeder mit der extrem hohen Auflösung reiner Silberkabel klar kommt bzw. seine übrige Kette damit ihre ganzen Probleme offenbart. Bei mir haben sie sich jedenfalls völlig in die Kette integriert und spielen ohne jeglichen Anflug von Härte oder Künstlichkeit. Jeder muss sein Ideal finden, darüber lässt sich auch nicht streiten.

Wie empfinde ich Musik?

Ich habe in meinem Leben einige Leute kennen gelernt, die genau wie ich, sehr viel Geld in ihre Kette stecken, um einen immer besseren Klang zu realisieren. Aber eigentlich geht es vielen eher um die technische Seite und sie hören, um zu Beurteilen was sie wo noch verbessern können. Da ist das Hobby eher die Technik. Das ist bei mir völlig anders, ich bin "süchtig" nach Musik und der gute Klang ist "Mittel zum Zweck". Wenn mir Musik nicht gefällt, kann sie noch so gut klingen, sie berührt mich nicht. Wenn sie mir aber gefällt und dann auch noch fantastisch klingt! Ich höre am liebsten im dunkeln mit geschlossenen Augen und Beine hoch. Mit einem edlen Tropfen wird das ganze nochmals intensiver. Logisch, oder? Dann beginnt vor meinen Augen ein Film abzulaufen, zu fast jedem Song sehe ich den passenden Videoclip im Geiste und wenn alles gut läuft, also die richtige Musik zur richtigen Stimmung mit dem "richtigen" Klang, wird es magisch. Ich falle in eine Art Trance und bin in einer anderen Welt. Das war schon immer so und wer sich hier wiedererkennt, kann es nachvollziehen. Für viele ist Musik hören etwas für nebenbei, ich höre nebenbei höchtens mal Radio oder Musikvorschläge durch Amazon, um neue Musik zu entdecken. Mein "Musik hören" ist anders, es wird zelebriert und geht nur, wenn ich alleine bin. Wir haben das Glück in einem kleinen Haus zu wohnen, wo ich auch Nachts noch laut hören kann. Meistens höre ich gar nicht mehr so laut wie früher aber in einer Mietwohnung würde es eher nicht gehen. Hinzu kommt der Schichtdienst meiner Frau, das schafft Freiräume für mein Hobby. Hier draus wird ersichtlich, dass mir die Technik eigentlich völlig egal ist. Eigentlich? Sie ist mir nicht egal, weil hinter den Geräten, Kabeln und Zubehörteilen immer Menschen stehen, die sie erschaffen haben. Ich bin mir ganz sicher, diese Leidenschaft aus den Produkten raus zu hören. Wer einen Heiner Basil Martion persönlich kennt, weiß um die Leidenschaft, mit der diese Menschen ihre Produkte entwickeln und, noch wichtiger, immer weiter daran feilen. Dabei geht es nie in erster Linie ums Geld, sondern ihre eigenen Idealvorstellungen zu verwirklichen. Ich bin weder mit Martion, Wehmeier oder Gemein "verheiratet", doch würde ich immer zuerst dort schauen, wenn ich neue Lautsprecher, einen neuen DAC oder einen neuen Verstärker kaufen wollen würde. Herr Martion hat in einer kleinen Runde mal einen sinngemäß folgenden Satz gesagt: "Meine Aufgabe im Leben scheint, Menschen mit gutem Klang glücklich zu machen". Hat geklappt, Herr Martion!

Nach welchen Kriterien investiere ich in mein Hobby?

Erst mal natürlich nach den zur Verfügung stehenden Mitteln und wie wichtig mir das Hobby gerade ist. Ich habe über die Jahre immer wieder über lange Zeit sehr zufrieden gehört aber dann gab es einen Kick und ich war wieder in dieser Suchtspirale nach noch besserem Klang. Ich versuche immer von der Quelle bzw. dem Strom zu denken: Je früher in der Wiedergabekette alles richtig gemacht wird, desto mehr werde ich auch Verbesserungen in der Mitte und am Ende hören. Der Anfang ist der Strom, das Ende ist die Auftsellung der Lautsprecher und die Raumakustik. Bei der Raumakustik sind die für den Raum idealen Lautsprecher enorm wichtig, da klingen relativ günstige, kleine Zweiwegeboxen oftmal besser als viel zu große (teure) Boxen in dafür zu kleinen Räumen bzw. bei zu geringen Hörabständen. Beim Strom ist extrem viel Potential und leider ist eine ideale Stromversorgung aller Komponenten nicht günstig. Preise von Stromkabeln ganz oben im Regal sind auch schon mal fünfstellig und Filter/Trenntrafos oder gar Akkustromversorgungen für die gesamte Kette erfordern schon die richtigen Zahlen auf dem Lottoschein.

Ich überlege immer sehr genau, an welcher Stelle könnte ich mit "wenig" Investition einen hörbaren Gewinn erzielen. In letzter Zeit war es viel im Bereich Strom und ich habe fast alles gebraucht gekauft. Den klanglich größten Fortschritt brachte neben dem NOS-DAC die Umstellung zurück auf reine CD-Wiedergabe, auch bereits mit einem 500,- € Laufwerk (Audiolab). Viele tauschen über die Jahre immer wieder ihre Geräte und Lautsprecher aus, weil sie nicht zufrieden sind. Das ist in der Regel eher teuer und oft unnötig, da die Komponenten meist deutlich unter dem möglichen Niveau spielen. Oftmals wird der Kettengedanke außer acht gelassen und dann wird in Foren oder auf YouTube geschimpft, "alles Betrug mit teuren Kabel". Die Kette klingt immer nur so gut, wie das schwächste Glied es zuläßt. Da kann ich natürlich ein richtig gutes LS-Kabel nicht wirklich beurteilen, liegt aber nicht am Kabel. Mein Tipp ist ein gleichmäßiges Investieren mit besonderen Augenmerk auf Stromversorgung und Verkabelung. Wenn in der Fachpresse für gut befundene Komponenten zu Hause nicht klingen und die Raumakustik soweit stimmt, können bessere Kabel (auch bzw. gerade Stromkabel) Wunder wirken.

Ich werde im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter Feintuning betreiben und habe ein paar Dinge im Kopf, hauptsächlich im Bereich Strom und Kabel, was leider kostspielig sein wird. Auf der Homepage von Claus Volke (hören & fühlen) finden sich viele gute Anregungen, wie man sein Geld als "Süchtiger" klangfördernd anlegen kann. Besonderes Augenmerk wird auf ein vernüftiges Preis-/Leistungsverhältnis gelegt und durchaus auch sehr günstige Produkte besprochen. Regelmäßiger Besuch meinerseits garantiert, auch die YouTube-Videos sind sehr fundiert. Lieber Claus, vielen Dank für das Vorstellen meines Blogs auf deiner Homepage am 04.06.2022, ich fühle mich geehrt!

Welchen Klang bevorzuge ich?

So nach und nach kommt mir die Erkenntnis, das scheinbar jeder Mensch Klang ganz anders wahrnimmt. Natürlich wird jeder mit gesunden Ohren eine sehr gute Aufnahme sofort als solche erkennen. Dinge, die mir bei der Reproduktion von Musik sehr wichtig sind, kann für jemand anderes allerdings eher nebensächlich sein. Bei mir spielt die räumliche Wiedergabe eine extrem wichtige Rolle und z.B. alte CDs von Mark & Almond hauen mich immer wieder um, die Klänge schweben völlig losgelöst im Raum und üben eine schwer zu beschreibende Faszination aus. Natürlich ist erst einmal die Musik entscheidend, sie muss mir gefallen. Jemand anders würde sich vielleicht eher daran stören, wie schlecht die alten Aufnahmen erhalten waren, bevor sie in den 1980er Jahren digitalisiert wurden. Die Bandmaschiene ist besonders in den leisen Passagen gut wahrzunehmen, das Rauschunterdrückungsverfahren (DBX?) immer präsent mit seinen typischen Rauschfahnen. Das stört mich alles nicht, im Gegenteil! Was hier ein gutes System an Klang rausholt, ist erstaunlich und ich empfinde wirklich Spass (auch) an den Unzulänglichkeiten der Aufnahmen. Viele neuere Aufnahmen bieten nicht diese ausladende Räumlichkeit und machen für mich das Hören manchmal etwas langweilig. Der Klangeindruck hängt natürlich auch viel vom eigenen Musikgeschmack ab. Wenn jemand eher Musik hört, wo die räumliche Darstellung nicht so eine Rolle spielt (Heavy Metal etc.), ist seine Wahrnehmung von Musik vermutlich deutlich anders ausgeprägt. Bei einem Verstärker-Vergleich vor einigen Jahren gefiel einem Freund der am deutlichsten verzerrende (Röhren-)Verstärker am besten, da es seinem Empfinden und Musikgeschmack am nächsten kam, er besucht gerne Livekonzerte der härteren Gangart. Für meine Ohren einfach nur grausig. Nun wird auch klar, warum es so viele Ansätze verschiedenster Entwickler gibt, jeder entwickelt mit seinen Ohren und Vorlieben. Zudem ist damit auch erklärbar, warum für den einen eine Klangsteigerung z.B. durch ein "besseres" Kabel eine Welt bedeuten kann und der andere diese "Verbesserung" vieleicht hört aber als nicht so wichtig erachtet oder sogar als Rückschritt erlebt. Was bleibt als Fazit? Nur selber hören macht Sinn und alles rund ums Hobby sollte für einen selbst gut nachvollziehbar und die nötige Investition wert sein. Testberichte und Reviews sollten immer als Vorschlag verstanden werden, nie als "die Wahrheit".

Wenn mich Musik nicht berührt, kann sie noch so gut klingen, sie berührt mich einfach nicht. Es gibt aber durchaus Musik, die vielleicht nicht 100%ig den eigenen Geschmack trift aber so toll klingt, dass sie trotzdem öfters im CD-Laufwerk landet. Was mir noch viel wichtiger dabei erscheint, plötzlich finde ich an Musik gefallen, die ich vorher eher selten bis gar nicht gehört habe und nun durch den guten Klang für mich entdecke. Musik braucht eben auch immer Zeit, sich ins Gehirn einzubrennen. Gerade komplexe Musik ist bei schlechter Klangqualität schwierig zu konsumieren, hier hilft eine gute Anlage enorm. Gestern hatte ich Gravenhurst "Fires in a distant buildings" eingelegt, weil ein Lied in einem Kabeltest erwähnt wurde und ich die Beschreibungen nach hören wollte. Ich stellte fest, dass ich nur zwei Lieder kannte, die anderen haben es wohl nicht in meine Favoritenliste geschafft. Die Platte ist tlw. extrem heftig und erinnert mich an King Crimson und Pink Floyd. Gerade diese Wechsel zwischen laut und leise macht sie sehr spannend und die lauten Passagen waren scheinbar über meine voherige PC-Lösung nicht genießbar. Nun ist die Anlage in der Lage, auch die sehr komplexen Passagen strukturiert wieder zu geben und so machen auch diese Songs plötzlich echt Laune. Muss ich mal alleine hören! Laut!

Musik was my first love ... diesen schönen Satz verstand ich schon als Kind und die LP "Rebel" von John Miles war meine erste selbst gekaufte Platte, das Poster hing in meinem Kinderzimmer.

Hier ein Zeitungsausschnitt aus dem Jahre 2003 in der STEREO, dort bewarb ich mich um die Auszeichnung "Deutschlands größter Hifi Fan" - es hat für Platz 9 gereicht.

Ich liebe guten Klang und würde mich als "süchtig" bezeichnen, die Stereoanlage ist aber nur "Mittel zum Zweck", es geht mir immer um die Musik. Hier eine lose Reihenfolge meiner musikalischen Vorlieben:

Tom Waits

Tief in den 1980er Jahren spielte mir ein Freund ein Lied von Tom Waits (CD Raindogs) vor und ließ mich raten, wie alt wohl der Sänger sei. Damals war Tom Waits (Geb. 1949) Mitte 30 und ich verschätzte mich total. Ich kaufte mir die CD und ab da war es um mich geschehen. Meine damalige Freundin und heutige Frau fand ihn auch richtig gut und wir haben 1987 ein Konzert in Hamburg und 1999 in Berlin besucht. Beide waren ein unvergessliches Erlebnis. Seine Musik ist für mich fester Bestandteil meines Lebens.

Gravenhurst (Nick Talbot)

Ich hatte seine Musik gerade so richtig entdeckt und lieben gelernt, da hörte ich im Radio von seinem Tod. In seinen Liedern lebt er weiter ... vielen Dank Nick.

Portishead & Massive Attack

Mitte der 1990er Jahre haben wir in Celle gewohnt und meine Freundin war mit ihrer besten Freundin ein paar Tage unterwegs. Sie nahmen unser Auto und das Auto von ihr und ihrem Freund blieb vor der Tür stehen, ich durfte es die Tage benutzen. Tiddi hatte einen CD-Wechsler im Auto und beim losfahren lief Portieshead - die Musik nahm mich sofort gefangen und als ich wieder zu Hause war, habe ich das Magazin mit ins Haus genommen und dort auch Massive Attack entdeckt. Bei uns stand auch Mitte der 1990er Jahre schon ein Anlage weit über Durchschnitt und es wurde ein toller Hörabend. Bis heute sind alle Platten von diesen Bands Evergreens in meiner Sammlung. Übrigens ist Portishead offiziell nicht augelöst und vielleicht kommt noch mal ein neues Album.

Neil Young

Habe ich schon als Jugendlicher geliebt und höre auch heute noch eher die älteren Sachen immer wieder gerne. Meine Lieblingsplatte ist "On the Beach". "After the Goldrush" habe ich damals auf Platte gekauft, also frühe 1980er Jahre und diese Platte sticht für mich auch heute noch raus. Besonders freute ich mich über "Homegrown", Hintergründe am besten mal googeln.

Lambchop

"Is a woman" begleitet mich seit Erscheinen auch wegen dieser unheimlich intensiven Abmischung. Ich habe viele weitere Platten von Lampchop gekauft, leider kommt für meinen Geschmack keine sehr dicht an mein Lieblingsalbum ran.

Eels

Die Band um Mastermind Mark Oliver Everett habe ich 1996 mit erscheinen von "Beautiful Freak" entdeckt und mich sofort in die Musik verliebt. Ich fieberte auf das Erscheinen der nächsten Platte hin und "Electro-Shock-Blues" hat mich nicht enttäuscht. Leider nahm die Begeisterung dann mit jeder Platte etwas ab und nach "Daisies of the Galaxie" und einzelnen Songs von "Souljacker" liebe ich noch "Useless Trinkets". Aber auf jeder Platte finden sich einzelne Perlen.

Alpha

"Come from Heaven" habe ich kurz vor meiner High End Sucht 1997 entdeckt. Diese Platte begeistert mich auch nach unzähligen Hören immer wieder aufs neue und sie versetzt mich fast in Trance. Die Platte bietet aus klanglicher Sicht mit jeder Verbesserung in der Wiedergabekette immer mehr zu entdecken. Leider konnte ich mich mit "The Impossible Thrill" nie anfreunden und habe mir gerade frisch "Stargazing" bestellt. Schaun mer mal.

Ganz schön Feist

Da hatte uns eine gute Freundin mal eine gebrannte CD mitgebracht. So nach und nach wurden wir richtige Fans und haben bis zur Auflösung auch Konzerte besucht. Aus "Ganz schön Feist" wurden später "Die Feisten".  Klanglich zählen diese CDs mit zum Besten was geht, aber auch textlich und musikalisch allererste Güte. Meine Lieblingsplatte ist "Hüa" mit sehr ernsten Themen und sehr viel Lebensweisheit.

Herman van Veen

Die erste Platte von Herman ist immer noch meine Lieblingsplatte. Ich kann mich gut erinnern, als ich damals die Hensler Kabel in meine Kette integrierte und alle meine Musik neu entdeckte. Wie erstaunt war ich über den tollen Klang, so hatte ich diese CD noch nie gehört. Ich habe einige Platten von ihm und auch ein paar Konzerte seit Anfang der 1990er Jahre besucht. Ein toller Musiker, ein guter Mensch und sein Debüt wandert immer mal wieder in den Player. Für April 2022 hatten wir Konzertkarten, es war wieder ein Erlebnis.

Will Oldham

Den meisten vermutlich besser unter Bonnie "Prince" Billy bekannt. Bei mir ging es mit "Master and Everyone" los und einige Platten folgten. Teilweise extrem gut aufgenommen aber auch die nicht so gut klingenden CDs versprühen ein schönes analoges Flair. Als Beispiel sei hier "Ease down the road" mit der deutlichen Schlagseite in Richtung tiefe Töne genannt. Mr. Oldham ist sehr fleißig und von Zeit zu Zeit erweitere ich meine Sammlung mit Perlen von ihm.

Genesis bis Ende 1970er Jahre

Genesis entdeckte ich in den 1970er Jahren über das Radio und hatte Aufnahmen auf Tonband. 1980 schenkte mir mein Bruder "Duke" zum Geburtstag und ich verliebte mich sofort in die Platte. Dann schaute ich nach weiteren LP´s und landete schnell in der Phase mit Peter Gabriel. In den 1980er Jahren habe ich sehr viel Genesis der frühen Jahre gehört und liebe diese Musik auch heute noch. Die ersten Platten mit Phil Collins als Sänger gefallen mir auch, in den 80er Jahren wurde es mir dann zu poppig. Die Soloplatten von Peter Gabriel habe ich natürlich auch, zumindest die früheren. Zeitlos schöne Musik und echt der Wahnsinn, in welch jungen Jahren Genesis schon diese Musik verwirklicht hat. Vor vielen Jahren haben meine Frau und ich uns ein paar Konzerte von The Musical Box angeschaut, die sollen den originalen Konzerten aus den 1970er Jahren ja sehr, sehr nahe kommen. Das war wirklich ein Erlebnis und ein Traum meiner Jugend wurde erfüllt.

Hier sehen wir ein Bild aus einem Konzert 2007 von "The Musical Box". Bis ins kleinste Detail echt und wie ein Zeitsprung. Am besten mal auf Wikipedia nachlesen.

Demnächst werde ich "Duke" komplett durchhören und bin sehr gespannt, was das Laufwerk von Pro-Ject rauskitzeln kann. Ich habe die Platte lange nicht gehört, schon gar nicht in voller Länge.

King Crimson (frühe Jahre)

Wer Genesis zu Zeiten Peter Gabriel mag, für den ist King Crimson in der frühen Besetzung nicht weit. Machmal waren sie mir dann schon etwas zu heftig und ich mag die eher getragenen Stücke. Aber z.B. "Islands" ist so eine Platte, die ich einfach so richtig laut und von Anfang bis Ende durchhören muss, zumindest alle paar Jahre. Oh ja, heute Abend ... meine Frau ist nicht zu Hause. Übrigens entfalten die King Crimson Aufnahmen eine klangliche Magie, die den Genesis Aufnahmen leider fehlt.

Mark-Almond (Jon Mark und Johnny Almond)

Mitte der 1980er Jahre war ich ein viertel Jahr bei der Bundeswehr in Bremen auf Lehrgang (MatNachwUffz Teil 2). Wie es der Zufall wollte, lebten Freunde in einer WG unweit der Kaserne mitten in Bremen. Besonders Christian hatte eine sehr schöne Plattensammlung und so nahm ich mein (sehr gutes) Technics Tapedeck mit nach Bremen und hörte mich immer weiter durch seine Sammlung. Dort entdeckte ich auch Mark-Almond und habe mir später einige CDs gekauft. Die Musik ist wunderschön, oft traurig und klanglich wie so viele frühe 1970er Aufnahmen einfach bezaubernd. Danke, Christian. Nach meinem Zurück auf CD habe ich mir die fehlenden CDs gebraucht zusammen gekauft, eine echte Bereicherung meiner Sammlung.

Van Morrison

Auch seine Musik entdecke ich bei Christian und liebe bis heute die 1960-70er Musik von Van Morrison. Besonders "Veedon Fleece" . Ich zitiere Ulf Kubanke: "Falls die alte These stimmen sollte, wonach großer Schmerz meist in ebenso großer Kunst mündet, ist "Veedon Fleece" ihr bester Kronzeuge. Der Belfaster nimmt alle Pein und gießt sie in eine Form so finster wie sein Befinden, dabei so grün wie die Hügel Irlands. Heraus kommt eine der besten Platten von Van the Man." Die remasterte CD von 2008 hat noch Bonus-Tracks, da ist für mich "Twilight Zone" eine absolute Bereicherung zu der Original-CD.

Sixto Rodriguez

Die Dokumentation "Searching for Sugar Man" war ein Tipp im Bekanntenkreis: "Die Musik könnte was für mich sein" Volltreffer. Wir haben den wirklich schönen Film über die Suche des verschollenen Musikers gesehen und die Musik aus den frühen 1970er Jahren begeisterte mich sofort. Nach dem Film habe ich sofort die CD bestellt und am Anfang rauf und runter gehört. Auch klanglich eine sehr interessante Platte, mit extremer Räumlichkeit und dem typischen, weiten Stereopanorama,  dass viele Aufnahmen aus dieser Zeit so einzigartig macht.

Simon & Garfunkel

Wenn ich schon mal bei den alten Kamellen bin ... die Musik begleitet mich auch seit meiner Geburt und ich habe mir vor Ewigkeiten alle Studioalben auf CD gekauft, nach dem diese remastert erschienen. Klanglich aller erste Sahne und ich picke mir gerne ein Lied für einen Hörabend raus. Schön auch die Bonus-Tracks.

Iron and Wine

Ich liebe die frühen Solo-Alben von Sam Beam, die sind mittlerweile Evergreens für meine Ohren. Klanglich sehr interssant ist das Album "Our endless numbered days" und ich bin jedes mal wieder echt hin und weg. Im positiven Sinne etwas überproduziert und ich glaube mich live im Studio dabei zu sein. So muss High End!

The Beatles

Ähnlich wie bei Genesis höre ich die Beatles nur noch selten, trotzdem liebe ich die Musik nach wie vor und ab "Revolver" mag ich eigentlich alles von den Beatles. Als ich noch in der Kinderkarre lag, haben mich meine Mutter und Geschwister gerne vor die laufende Musiktruhe geschoben und ich war glücklich. Im Radio lief natürlich viel von "The Beatles" und die haben meinen Musikgeschmack sehr stark beeinflusst. Ich weiß noch sehr gut, wie ich als jugendlicher bei meinem Kumpel Udo saß und wir das weiße Album auf der für meine damaligen Ohren fantastischen Anlage seines Bruders gehört haben. Meine Schwester hatte damals die beiden Sampler "Rotes" und "Blaues" Album. Das blaue 1967-70 lief bei mir rauf und runter, nachdem ich die Plattensammlung übernommen hatte.

Jim White

Ich spreche hier vom Jim White mit Platten wie "Wrong-Eyd Jesus" und "No such place" - also nicht vom Schlagzeuger. Auch hier, wie so oft, mag ich die eher frühe Phase. Sehr schön vertrackte alternative Country-Musik, die klanglich das Herz jeden High-Enders höher schlagen lassen. Sehr spannend, welche Dinge es nach einigen Updates der Anlage plötzlich zu entdecken gibt.

The Notwist

Irgendwann vor vielen Jahren hörte meine Frau nachts auf dem Heimweg von der Arbeit ein Lied von The Notwist und sagte am nächsten Tag, das könnte Musik für dich sein. Natürlich kaufte ich erst mal die "Neon Golden" und war restlos begeistert. Nach und nach folgten alle Alben und kein einziges möchte ich missen. Die letzte EP "Ship" musste ich mir entgegen meiner Vorliebe für CDs von der Homepage runterladen, da anders nicht verfügbar. 2015 haben wir ein Konzert in Hannover besucht, klanglich natürlich der Horror für meine Ohren aber dennoch schön, die Jungs mal live zu sehen. Das neue Album "Vertigo Days" hatte ich gleich nach Ankündigung vorbestellt.  Was macht die Musik für mich so besonders? Zuerst einmal die Stimme von Markus Acher, die mich wie kaum ein zweite in ihren Bann zieht. Die Musik an sich ist zumindest seit dem Album "12" sehr elektronisch und ungeheuer experimentell, dabei klanglich so toll aufgenommen... Wahnsinn! Zum jetzigen Zeitpunkt 2022 würde ich diese Band als meine absolute Lieblingsband bezeichnen und das schöne dabei ist, es gibt sie noch! Das Album "Vertigo Days" reiht sich in meine Lieblingsplatten übrigens nahtlos ein und ich höre diese Platte immer als Konzeptalbum durch. Konzertkarten für September 2022 liegen schon ewig zu Hause rum, wir freuen uns.

William Fitzsimmons

Ich habe mir vor einigen Jahren die Pittsburgh gekauft und wohl etwas später die Vol. 2, die ich scheinbar vergessen hatte zu rippen. Musikalisch gefallen mir die CD´s gut, vom Klang sind sie der absolute Wahnsinn. Ich liebe ja diese experimentierfreude beim Aufnehmen und Abmischen, auch wenn es nicht viel mit wirklichkeitsgetreuer Abbildung zu tun hat. So, die nächsten zwei CD´s "Gold in the shadow" & Lions" bestellt.

Bob Dylan

Ich war nie großer Dylan-Fan, hatte aber schon als Kind Platten von ihm. Zwei CD´s von Dylan hatte ich mir eigentlich nur gekauft, weil ich spezielle Lieder in meiner Sammlung haben wollte und nicht so auf diese Best of Sammlungen stehe. Ich kaufte vor längerer Zeit "Nashville Skyline" wegen "Lay Lady lay" und "The freewheelin´Bob Dylan" wegen "Don´t think twice, it´s all right". In beide Platten habe ich mich verliebt (seitdem ich wieder über CD höre) und mir gleich noch ein paar ausgewählte CD´s von ihm bestellt.

Dr. John alias Malcom Rebennack

Sein Debüt "Gris-Gris" liebe ich seit dem ersten Hören Mitte der 1980iger Jahre. 1992 fand ich sein Debüt auf CD und die Platte ist immer noch eine meiner Highlights. Beim Schreiben des Artikels über 40 Jahre CD habe ich mich nochmal mit Dr. John auseinander gesetzt. Ich hatte damals auch weitere CDs aus späterer Zeit, die konnten mich allerdings nicht mehr begeistern. Aus der Anfangszeit gibt es eine Zusammenstellung seiner ersten fünf Platten auf CD zum absoluten Schnäppchenpreis. Ich höre mich gerade durch ... wird gut! Demnächst mehr.